Sich selbst treu bleiben und nicht zum Fachidioten werden
Unternehmensvertreter gibt Erstsemestern Tipps für das Studium und die Zeit danach
120 junge Männer und Frauen haben zum Wintersemester 2008/2009 das Studium der Betriebswirtschaft (Bachelor) an der Hochschule Coburg aufgenommen, 24 sind es im Bachelor Versicherungswirtschaft.
Am 1. und 2. Oktober wurden sie im Rahmen der Orientierungstage auf den neuen Lebensabschnitt vorbereitet. Prof. Dr. Petra Gruner, Dekanin der Fakultät Wirtschaft, stellte den neuen Studierenden die Hochschule, insbesondere die Fakultät Wirtschaft vor. Von Studiendekan Prof. Dr. Christian Wallasch gab es Hinweise zum Studienverlauf und von Bibliotheksmitarbeiter Michael Schmitt wichtige Tipps zur Benutzung der hochschuleigenen Bibliothek und ihrer verschiedenen Dienste. Von der Studentenvertretung wurden Rundgänge für die Erstsemester organisiert, auf denen ihnen Hochschule und Campus vorgestellt wurden und sie Fragen an die Studierenden aus höheren Semestern loswerden konnten.
Höhepunkt der Orientierungstage ist traditionell der Gastvortrag eines Vertreters aus der Unternehmenspraxis. In diesem Jahr konnte Jürgen Bangert dafür gewonnen werden. Er gehört zur Geschäftsleitung Vertrieb der Frankenwälder E. Held GmbH, einer international agierenden Firma für Damenmode mit Sitz im fränkischen Münchberg. Neben Informationen zur Firmengeschichte und dem Wandel der Marke „Frankenwälder“ in „FRANK WALDER“ Anfang 2006 gewährte Jürgen Bangert auch Einblick in seinen eigenen beruflichen Werdegang. Nicht zuletzt gab er den Erstsemestern Tipps für ihr Studium und die ersten Schritte in das Berufsleben.
„Sie haben das richtige Studium gewählt“, bestärkte Bangert, der selbst Betriebswirtschaft an der Universität Mannheim studiert hat, seine Zuhörer. „Sie dürfen allerdings nicht zum Fachidioten werden, sondern sollten sich während Ihres Studiums ein breites Wissen aneignen.“
Jeder sollte das Studium zudem nutzen, um schon früh zu erkennen und grundsätzlich zu entscheiden: Wer bin ich und was will ich werden. Dazu zähle auch die Entscheidung, wie schnell und wie viel Verantwortung man später im Berufsleben übernehmen wolle und ob man in einem Großunternehmen oder lieber im Mittelstand arbeiten wolle. „Stecken Sie sich ehrgeizige Ziele, um zu erreichen, was Sie sich vornehmen“, riet der 45-Jährige. „Sie wollen ja sicherlich nicht diplomierte Sachbearbeiter werden!“ Das Wichtigste, das man aus dem Studium mitnehmen sollte, ist nach Meinung von Jürgen Bangert, strukturiertes Denken. Denn darauf komme es auch bei der täglichen Arbeit an. „Sie sollten schon als Berufseinsteiger mit offenen Augen durch das Unternehmen gehen, um zu erkennen, wo Not am Mann ist und dort mit anpacken zu können.“ Nur wer Interesse für die Firma, in der er arbeitet, aufbringe und seine Arbeit mit Interesse und Herzblut angehe, könne schließlich auch die Eigenmotivation aufbringen, die die Sache erfordere.
Ebenso wichtig sei in der heutigen Geschäftswelt außerdem, sich mündlich und schriftlich gut ausdrücken zu können sowie Präsentationstechniken und natürlich Fremdsprachen wie Englisch zu beherrschen. Das sei scheinbar nicht für alle Berufseinsteiger selbstverständlich, wusste auch seine Kollegin Nadine Sölch aus der Personalabteilung des Unternehmens zu berichten. „Es wird für uns immer schwieriger, unter den Bewerbern wirklich geeignete Kandidaten für eine Stelle in unserem Haus zu finden“, berichtete sie. Wer schon während des Studiums besonderes Engagement zeige sowie Interesse an der Modebranche und der Arbeit in einem mittelständischen Unternehmen habe, hätte bei der Frankenwälder E. Held GmbH aber gute Chancen, einen Praktikums- oder später sogar einen Arbeitsplatz zu bekommen.