Nordbayerischer Versicherungstag 2007

Gastrednerin Dagmar Wöhrl, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
Gastrednerin Dagmar Wöhrl, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

Erfolg entsteht nur dann, wenn Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammenarbeiten – darin waren sich die Beteiligten eines neuen Bildungsnetzwerkes im Bereich der Versicherungswirtschaft einig, als sie sich vor reichlich einem Jahr zusammenschlossen.
Erstes gemeinsames Projekt dieses Bildungsnetzwerkes war der Nordbayerische Versicherungstag, der im vergangenen Jahr rund 400 Teilnehmer aus Versicherungswirtschaft und Wissenschaft in Nürnberg zusammenführte.

An diesen Erfolg wurde bei der Neuauflage am 9. November 2007 angeknüpft. Diesmal war die Hochschule Coburg Treffpunkt für Teilnehmer aus Versicherungswirtschaft und Wissenschaft. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Vorträge und Diskussionsforen rund um das Thema Industrialisierung.

Damit stand eine der aktuellen Entwicklungen der Branche im Mittelpunkt, denn die Geschäftsprozesse im Versicherungsbereich werden zunehmend automatisiert. Neue Technik hält Einzug in die Versicherungswirtschaft und beeinflusst die gesamten Unternehmensprozesse von der Produktgestaltung bis hin zur Kundenneugewinnung und -betreuung. Diese neue Technik, aber auch veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen bringen Veränderungen mit sich – für die Unternehmen selbst, für deren Mitarbeiter und auch für die Kunden. Welche Veränderungen das sind und welche Vor- und Nachteile sich aus ihnen ergeben, diskutierten beim Nordbayerischen Versicherungstag Führungskräfte und Personalentwickler verschiedener Versicherungsunternehmen gemeinsam mit Gewerkschaftsvertretern und Unternehmensberatern sowie Professoren und Studierenden der Versicherungswirtschaft. 

Die Vorstände der HUK-COBURG Versicherungsgruppe Rolf-Peter Hoenen, Klaus-Jürgen Heitmann und Wolfgang Flaßhoff (von links) nutzen eine Pause zum angeregten Gespräch.
Die Vorstände der HUK-COBURG Versicherungsgruppe Rolf-Peter Hoenen, Klaus-Jürgen Heitmann und Wolfgang Flaßhoff (v.l.) nutzen eine Pause zum angeregten Gespräch.

In ihrem Eingangsreferat ging Dagmar Wöhrl, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, auf die Entwicklungen und Perspektiven des Versicherungsstandortes Deutschland ein. Rolf-Peter Hoenen, Vorstandssprecher der HUK-COBURG Versicherungsgruppe und Präsidiumsmitglied des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), widmete sich anschließend den aktuellen Herausforderungen der Versicherungsbranche. Dabei ging er insbesondere auf die Veränderungen ein, die das neue Versicherungs-Vertrags-Gesetz (VVG) mit sich bringen wird, das zum Jahreswechsel in Kraft tritt. Einig sei sich die Branche darüber, dass das Gesetz aus dem Jahre 1908 dringend der Reform bedurfte. Doch bei vielen Neuerungen sei der Gesetzgeber „über das Ziel hinausgeschossen“, so Hoenen. Das Ergebnis seien zum einen Unklarheiten, wie die neuen Bestimmungen in der Realität umgesetzt werden können, und auf der anderen Seite immens hohe Kosten sowie die fehlende Akzeptanz in der Branche.

Auch in drei Diskussionsforen am Nachmittag drehte sich alles um die technischen und gesetzlichen Veränderungen in der Versicherungswirtschaft. Zum Abschluss der Veranstaltung widmete sich Prof. Dr. Klaus Kocks, geschäftsführender Gesellschafter der CATO GmbH, der Frage, welche Kommunikationsstrategien wichtig sind, damit die neuen Entwicklungen nicht zu einem schlechten Ruf der Versicherungsbranche in den Medien führen.

Moderatorin Prof. Dr. Petra Gruner, Dekanin der Fakultät Wirtschaft.
Moderatorin Prof. Dr. Petra Gruner, Dekanin der Fakultät Wirtschaft.

Zufrieden mit der Veranstaltung zeigte sich Prof. Dr. Petra Gruner, Dekanin der Fakultät Wirtschaft an der Hochschule Coburg, die als Moderatorin durch den Tag führte: „Die Atmosphäre war hervorragend – auf der einen Seite recht gelöst, auf der anderen Seite aber auch geprägt durch ernsthafte Gespräche und Diskussionen.“ Die Resonanz habe außerdem gezeigt, dass die Veranstalter des Nordbayerischen Versicherungstages wieder ein Gespür für die aktuellen Themen der Branche hatten. Für die Neuauflage der Veranstaltung im kommenden Jahr wurden von den Teilnehmern bereits erste Themenwünsche genannt. „Darunter war auch die Frage nach der Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter. Ich denke, mit dem Bachelorstudiengang Versicherungswirtschaft und dem Masterstudiengang Versicherungsmanagement, die wir in der Fakultät Wirtschaft anbieten, sind wir bereits auf einem guten Weg in dieser Richtung“, so Prof. Dr. Petra Gruner. 

Der Nordbayerische Versicherungstag ist Bestandteil der Clus­terinitiative der Bayerischen Staatsregierung, die den Finanzdienstleistungsstandort Bayern stärken möchte. Er soll fester Bestandteil im Terminkalender der Versicherungsbranche werden.

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