






|
|
|

Frauen mit Power ForschungsProjekt Zwölf Schülerinnen erleben den Ingenieurberuf hautnah
Coburg - Fingerspitzengefühl, einen Blick für komplexe Zusammenhänge und eine gehörige Portion technisches Verständnis - das brauchten die Teilnehmerinnen des "Forscherinnen-Camps" in der vergangenen Woche. Fünf Tage lang waren zwölf Gymnasiastinnen und Fachoberschülerinnen aus ganz Bayern an der Fachhochschule Coburg und bei der Firma Kaeser Kompressoren in Coburg zu Gast. Zum dritten Mal fand eines der neun bayernweit veranstalteten "Forscherinnen-Camp" in Coburg statt. Ziel dieser Camps ist es, Schülerinnen an die klassischen Ingenieurberufe heranzuführen und Einblicke in deren Arbeitsbereiche und Aufgaben zu geben. Die Aufgabe der zwölf Nachwuchs-Ingenieurinnen im "Forscherinnen-Camp" war es, eine Lösung für einen gestellten Forschungsauftrag zu erarbeiten. Der Auftrag: die Fertigung einer automatischen Granulat-Befüllungsanlage. Gestern präsentierte die Gruppe im Kaeser-Schulungszentrum stolz ihre Ergebnisse. Am Sonntag kamen die Mädchen in Coburg an, am Montag ging es gleich an die Fachhochschule. Zunächst erhielten sie eine Einführung in die Grundlagen der Elektrotechnik und des Programmierens. In den folgenden Tagen beschäftigten sie sich bei Kaeser mit der technischen Umsetzung ihres Forschungsauftrages. Die Schülerinnen mussten dabei allerlei Aufgaben bewältigen: die Befüllungsanlage entwerfen, Schaltpläne erstellen, ein Bedienpult bauen, das Stromnetz verdrahten und natürlich die Anlage an verschiedenen Maschinen fertigen. Tatkräftig unterstützt wurden die "Ingenieurinnen" dabei von Auszubildenden der Firma. Der Bayerische Unternehmensverband Metall und Elektro (BayME) und der Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie (VBM) sponsert diese Initiative. "Es ist ein Vorurteil, dass Technik Männersache ist. Mit diesem Projekt wollen wir angehende Studentinnen begeistern. Viele junge Frauen interessieren sich oft nicht für Ingenieur-Studiengänge, weil sie denken, sie hätten keine Begabung dafür", sagte Stefanie Vögele, BayME/VBM Referentin in Oberfranken. "Wir wollen ihnen zeigen, dass sie in diesem Bereich jede Menge Chancen haben." Die Jugendlichen übernachteten gemeinsam in einer Jugendherberge und hatten neben ihrem Forschungsauftrag auch Zeit für weitere Unternehmungen. Kennelernspiele, Teamaufgaben, ein gemeinsames Essen beim Italiener und der Besuch eines Hochseilgartens standen abends auf dem Programm. In einem Workshop wurden sie auf ihre abschließende Präsentation vor Eltern, Betreuern und Azubis vorbereitet. Gestern stellten die Gruppe die Ergebnisse der Woche vor. Bis auf kleine Optimierungsprobleme funktionierte die Abfüllanlage tadellos. Und vielleicht hat die eine oder andere Teilnehmerin Gefallen an Technik gefunden und nach den fünf Tagen nun ein klares Berufsziel.
Coburger Tageblatt, 15.08.09
< zurück
|