Das Vorurteil, Frauen und Technik würden nicht zusammen passen, ist längst widerlegt. Frauen erobern als Ingenieurinnen alle Bereiche der Technik: Entwicklung, Planung, Umsetzung, Controlling. Und Unternehmen und Arbeitgeber registrieren zufrieden, dass Produkte besser, der Service kundenorientierter und die Betrachtungsweise vielseitiger wird.
Seit Jahren und auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten weiterhin zunehmend ist zudem ein deutlicher Nachwuchsmangel im Ingenieurbereich zu verzeichnen. Grund genug, dass neben vielen Hochschulen inzwischen auch zahlreiche Unternehmen und Verbände Projekte zur Förderung des weiblichen Nachwuchses aufgelegt haben. Vor allem Mentoring-Angebote sollen jungen Ingenieurinnen helfen, die ersten Hürden auf ihrem beruflichen Weg zu bewältigen.
Dass es davon nach wie vor nicht wenige gibt, wird deutlich, wenn man die Situation von Frauen in Ingenieurberufen genauer betrachtet. Obwohl weibliche Absolventinnen der Ingenieursstudiengänge in der Regel mit überdurchschnittlichen Leistungen abschneiden und zunächst auch selten Schwierigkeiten haben, einen Arbeitsplatz zu finden – zumal wenn sie, wie die meisten Absolventinnen von Hochschulen, noch relativ jung sind –, bleibt der berufliche Erfolg in den darauf folgenden Jahren häufig hinter dem der männlichen Kommilitonen zurück.
Während des Studiums nehmen die wenigsten Frauen diese Situation bewusst wahr und nutzen daher zu wenig die konkreten Angebote der Hochschulen: Aufgrund überdurchschnittlicher Leistungen erhalten Ingenieursstudentinnen in der Regel Anerkennung und Respekt durch Professoren und Mitstudenten, meistern auch die ersten Berufserfahrungen während der Praktika mit Erfolg und können diese Kontakte vielfach während des Studiums halten oder gar ausbauen.
So verwundert es nicht, dass die meisten Studentinnen sich als nicht benachteiligt gegenüber den männlichen Kommilitonen empfinden. Doch leider stellt das Studium hier eine Art geschützte Zone dar. Im Berufsleben machen viele Ingenieurinnen die Erfahrung, dass es nach wie vor eine geschlechtsspezifische Benachteiligung gibt.
Frauen in Ingenieurberufen verdienen in der Regel immer noch weniger für die gleiche Leistung, sind häufiger arbeitslos und steigen weniger schnell auf als ihre männlichen Kommilitonen, die nicht selten mit einem schlechteren Studienabschluss in das Berufsleben eingestiegen sind.
Die Teilnahme an einem Mentoring-Netzwerk kann nicht alle diese Probleme lösen. Bevor der Anteil an qualifizierten Ingenieurinnen nicht nennenswert ansteigt, werden z.B. viele Unternehmen keinen Bedarf sehen, an der traditionellen Arbeitsorganisation etwas zu ändern und familienfreundliche Modelle zu schaffen.
Teil eines starken Netzwerkes zu sein, wie es das Mentoring-Projekt „Fit for Future“ der Hochschule Coburg bietet, sichert jedoch schon in der Anfangsphase des Berufslebens die nötigen Kontakte, um einen späteren beruflichen Aufstieg meistern zu können. Mit Günstlingswirtschaft hat das wenig zu tun: Interessante Positionen werden häufig einfach nicht öffentlich ausgeschrieben – und um von freien Stellen zu erfahren, benötigt man gute Kontakte.
Ingenieurinnen, die die erste Phase des beruflichen Aufstiegs bereits gemeistert haben, können den Nachwuchs zudem vor Anfangsfehlern bewahren, wertvolle Hinweise geben und bei der Planung des beruflichen Weges unterstützend zur Seite stehen.
Studentinnen der Ingenieursfächer an der Hochschule Coburg sollten daher die Gelegenheit nutzen, bereits im letzten Studienjahr (neben der eigenen Leistung) einen weiteren Grundstein für den späteren beruflichen Erfolg zu legen, und als Mentee an „Fit for Future“, dem Mentoring für angehende Ingenieurinnen, teilnehmen.
Die Anmeldung dafür ist jederzeit möglich. Eine Aufnahme in das Programm erfolgt dann zu festen Startzeitpunkten. Mehr dazu finden Sie unter Information und Anmeldung.

Dipl.-Sozialpäd.
Claudia Holland
Raum 1-013
tel. 09561/317-286
projektING(at)hs-coburg.de

* Anmeldungen für das Mentoring sind jederzeit möglich. Eine Aufnahme in das Programm erfolgt mit dem Start der nächsten Gruppe im Wintersemester 2011/12.