Geistes- und Sozialwissenschaften

Öffentlich geförderte Projekte

Making – Designing – Innovating

Titel:
Making – Designing – Innovating
Kompetenzfeld:
Design
Projektleiterin:
Projektzeitraum:
28.10.2015 – 31.05.2016
Mittelgeber:
Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie

Thematik

Weltweit ist ein Trend zu beobachten: Unternehmen richten offene Werkstätten und Labore, sog. Makerspaces und FabLabs ein, in denen sich Mitarbeiter aus unterschiedlichen Disziplinen begegnen und zusammenarbeiten. In der Studie „Making – Designing – Innovating“ untersucht Prof. Anne Bergner international modellhafte Beispiele und Herangehensweisen für das neue Interagieren der Designwirtschaft mit ihren Auftraggebern aus der Industrie.

Makerspaces und FabLabs sind offene Werkstätten und Gemeinschaften, in denen sich kreative Bastler, Designer und Techniker treffen um gemeinsam innovative Lösungen und Projekte zu entwickeln und voneinander zu lernen. Befeuert von neuen Technologien wie 3D-Druck, einfacher Mikroelektronik, OpenSource und Web 2.0 wird das sog. „Maker Movement“ zunehmend zu einer Art „Innovations-Breitensport“. Die Zahl dieser informellen Formate und Orte des Experimentierens, Erfindens und Lernens nimmt weltweit enorm zu. Auch an Hochschulen werden immer mehr offene Fablabs und Werkstätten eingerichtet, um den interdisziplinären Austausch und das „peer-to-peer Lernen und Lehren“ zu ermöglichen.

Für Designer bieten sich in diesem „Ökosystem“ völlig neue Chancen zur Verwirklichung eigener Ideen und die Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen. Auch Unternehmen haben den innovativen Spirit dieser Szene erkannt und beginnen nach Wegen zu suchen sich mit Makern zu vernetzen. Die Makerspaces und Fablabs spielen dabei die zentrale Rolle. Hier entsteht die kreative Gemeinschaft und hier wird mit neuen Technologien und traditionellen Handwerkstechniken gleichermaßen experimentiert und produziert.

Innovation by Experiment

Titel:
Innovation by Experiment – Design als Ressource für wirtschaftliche Entwicklung und demografische Herausforderungen in der Region
Kompetenzfeld:
Design
Projektleiter:
Prof. Gerhard Kampe
Projektzeitraum:
1.12.2014 - 30.09.2016
Mittelgeber:
Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie
Hans Sauer Stiftung
bayern.design

Thematik

Ziel des Forschungsvorhabens ist die Entwicklung eines Kompendiums und Netzwerkes für Neue Experimentierkultur, für die Kultur des Sich-Öffnens, für systematisches In Frage stellen, für partizipative Entwicklung von Produkten, Dienstleistungen, öffentlichem Raum. Anhand von Case Studies und Best Practice Projekten soll dargestellt werden, wie experimentelle Methoden entwickelt, überprüft und verdichtet werden. Im Spannungsfeld zwischen unkonventionellem, offenem Experiment und methodischer Systematik liegt hohes Potenzial für Innovationen. Die Prozesse und Ergebnisse werden dokumentiert und mit Anwendungsempfehlungen versehen. Dabei geht es auch um den Austausch unterschiedlicher Expertenerfahrungen, unterschiedlicher kultureller Umfelder und regionaler Gegebenheiten (Hochschulen Aarhus, Graz, Coburg), den Einbezug älterer Menschen, Asylsuchender, Behinderter.

Coburger Design-Pilot

Titel:
Coburger Design-Pilot
Kompetenzfeld:
Design
Projektleiter:
Projektzeitraum:
12.06.2015 - 31.05.2017
Mittelgeber:
Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie

Thematik

Design ist ein zentraler Faktor für den Erfolg von Unternehmen. Besonders wirksam entfaltet es sein Potential dort, wo Produkte interdisziplinär entwickelt werden, in gemischten Teams aus Designern,Ingenieuren, Marktforschern, Soziologen, Materialwissenschaftlern oder Arbeitsmedizinern. ln der Designforschung herrscht Einigkeit darüber, dass den Produktdesignern in multidisziplinären Teams eine zentrale Rolle zukommt. Von Haus aus interdisziplinär ausgerichtet, mit einem breiten Wissen in Gestaltung, Technologie, Marketing und Betriebswirtschaft, sind sie prädestiniert für die Rolle des "Katalysators" im Produktentwicklungsprozess (Schnittstellenkompetenz). Bislang fehlen in der Praxis jedoch geeignete Instrumente, um den komplexen Entwicklungsprozess in interdisziplinären Teams zu steuern. Designer, Ingenieure und Marketingexperten durchlaufen häufig den vielschichtigen Ablauf der Produktentwicklung nur "aus dem Bauch heraus". Dabei werden oft die erstbesten statt die besten Lösungen gefunden. Viele Aufgaben sind zudem so komplex und die zu verarbeitenden Informationsmengen so groß, dass ein rein intuitives Vorgehen die Entwurfsprobleme nur unzureichend löst.

Mit dem Coburger Design-Piloten soll erstmals ein Software-Produkt entwickelt werden, das Designer und ihre Partner im interdisziplinären Entwicklungsprozess unterstützt und Innovationen vorantreibt. Das Forschungsprojekt ist im Studiengang Integriertes Produktdesign angesiedelt und will Designern und Entwicklern ein Werkzeug an die Hand geben, das systematisch durch den mehrstufigen Prozess der Produktentwicklung führt - von der Analyse bis zur Realisierung. Entwickelt wird ein standardisiertes Innovationsverfahren, das für nahezu alle Produkte in unterschiedlichen Branchen eingesetzt werden kann. Konzipiert ist der Design-Pilot als digitales Werkzeug, das sich nahtlos in einen komplett computerunterstützten Produktentwicklungsprozess integrieren lässt.

Der Design-Pilot strukturiert den hochkomplexen Prozess der Produktentwicklung von der Analysephase bis zur Serienproduktion. Durch eine design-zentrierte Prozessführung stärkt das Tool die Stellung des Designers in interdisziplinären Entwicklungsteams. Es unterstützt Designer in ihrer Methodenkompetenz. Mehr Erfahrung in Analyse-, Planungs-, Entwurf- und Kreativmethoden führt zu mehr Innovation in der Produktentwicklung. Durch eine gemeinsame Kommunikationsplattform wird die interdisziplinäre Zusammenarbeit für die unterschiedlichen Fachgebiete im Team organisiert. Daraus resultieren Erleichterungen für das Management komplexer Abläufe und es entstehen Strategien für systematische Innovation.

Unternehmen, die den Design-Piloten in Zusammenarbeit mit Designern einsetzen, können folgenden Nutzen generieren: Die verbessern die Planbarkeit ihrer Design-Prozesse, minimiert Risiken und senken Kosten, erzeugen mehr Struktur in kreativen Prozessen und damit mehr Innovationen, bietet ihren Kunden einen größeren Nutzen und eine höhere Zufriedenheit mit ihren Produkten. So verschaffen sie sich über Alleinstellungsmerkmale Vorteile im Wettbewerb. Ein weiteres Ziel des Forschungsprojekts besteht darin, das Thema „Innovationen durch interdisziplinäre Designentwicklung" zu stärken. Zudem sollen sich die Unternehmen verstärkt mit dem Thema Design auseinander setzen, um das große Innovationspotential multidisziplinärer Entwicklungen für sich zu entdecken.