4. Dies Academicus: Ein Thema – unterschiedliche Blickwinkel

Montag. 16. November 2015 (Pressestelle)
Komplexere Nutzungsszenarien- Prof. Gerhard Kampe
In was für einer Welt wollen wir leben? - Prof. Dr. Thomas Wieland

Einen Blick hinter die Kulissen der Hochschule, ermöglicht der Dies Academicus. Zum vierten Mal fand die Jahrfeier in diesem Jahr statt und stellte das Thema „Internet der Dinge“ in den Mittelpunkt.

Do-it-Yourself und das Internet der Dinge – Wie viel Technik verträgt der Mensch? Mit dieser Frage beschäftigten sich Informatikprofessor Prof. Dr. Thomas Wieland und Produktdesigner Prof. Gerhard Kampe jeweils aus ihrer Sicht. „Das Internet der Dinge ermöglicht völlig neue Geschäftsmodelle“, erläuterte Prof. Wieland. „Daraus entstehen neue Geschäftsmodelle, die das Potential haben, ganze Wirtschaftszweige zu ruinieren oder zu revolutionieren.“ Die Hotelbranche beispielsweise sieht sich derzeit mit dem Trend konfrontiert, dass immer mehr Menschen ihre Wohnungen anderen als Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung stellen. Werden Hotelzimmer dadurch irgendwann überflüssig?

Auch in der Automobilbranche vollzieht sich derzeit ein Wandel, der sogar Auswirkungen auf andere Wirtschaftszweige hat. Wenn irgendwann nur noch autonome – also selbstfahrende Fahrzeuge – auf den Straßen unterwegs sind, verringert sich die Zahl der Unfälle. Die Folge: „Wir brauchen weniger Personal bei den Versicherungen, weniger Personal in den Notaufnahmen und letztendlich gibt es auch weniger Autos, denn wir können uns ja eins rufen, wenn wir eins brauchen.“ Die Folge der technischen Revolutionen werde generell eine starke Rationalisierung sein, betonte Wieland. „Die Herausforderung für uns Hochschullehrer besteht darin, unseren Studierenden zu vermitteln, in welcher Welt wir eigentlich leben wollen. Wollen wir die Dominanz der Maschinen? Die Dominanz der Informationen – also eines Systems wie Google, das permanent Daten sammelt und auswertet? Oder wollen wir Menschen mit unseren sozialen Interaktionen die Welt gestalten?“

Seine Gedanken über die Rolle des Designs, fasste anschließend Prof. Gerhard Kampe zusammen. "Designer als Übersetzer von Nutzerbedürfnissen in sinnvolle Handlungsabläufe sind gerade in der digitalisierten Welt wichtiger denn je." Design müsse sich vor dem Hintergrund der Digitalisierung verändern und komplexere Nutzungsszenarien entwickeln. Das physische Produkt selbst stehe dabei gar nicht mehr im unmittelbaren Vordergrund. Persönlich stellte Kampe fest, dass die Digitalisierung auch unsere Kommunikation verändert hat. "Ich beobachte das oft in der Straßenbahn. Statt wahrzunehmen, was um uns herum passiert und unsere Mitmenschen anzusprechen, vertiefen wir uns in Tablets und Telefone.“

Neue Professoren und Professorinnen vorgestellt

Tradition beim Dies ist auch, die neuberufenen Kolleginnen und Kollegen einzuführen. Seit dem vergangenen Jahr sind acht Professor_Innen nach Coburg gekommen. Zu ihnen gehören:

Preise und Auszeichnungen

Im Rahmen des Dies wird regelmäßig der Preis für Exzellente Lehre vergeben. In diesem Jahr wurden außerdem Studierende für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Und: Prof. Dr. Eckardt Buchholz-Schuster stellte kurz die Zertifikatsträger Hochschullehre Bayern vor. Das Zertifikat erhalten Lehrende, wenn sie sich im Bereich Hochschuldidaktik in einem bestimmten Umfang weiterbilden. Vergeben wird es vom DiZ – Zentrum für Hochschuldidaktik.

Moderiert wurde der Dies Academicus von Lorenz Rank, Radio Mainwelle. Der Hochschulchor - Die Klangfänger und die Hochschul-Big Band sorgten für musikalische Unterhaltung.

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