Ausgezeichnete Produktentwicklungen - Coburger Produktdesignerinnen erfolgreich

Montag. 25. Februar 2008 (Dr. Margareta Bögelein)
Simone Winkler, Prof. Gerhard Kampe und Stephanie Hudde (v.l.) bei der Preisverleihung in Hannover
Simone Winkler, Prof. Gerhard Kampe und Stephanie Hudde (v.l.) bei der Preisverleihung in Hannover

Wie könnte man Multiple Sklerose-Patienten, die sich regelmäßig Interferon injizieren müssen, das Leben erleichtern? Dieser Frage widmete sich die Produktdesign-Studentin Simone Winkler in ihrer Diplomarbeit. Sie entwickelte in einer Produktstudie ein modulares System aus Injektionsgerät, Basisstation und Aufbewahrungssystem. Dass sie damit die Bedürfnisse der Menschen sicher erfasst und eine ansprechende Form gefunden hat, beweist der zweite Platz beim internationalen IF-Award Lebens(t)räume, der ihr letzte Woche auf der Messe Altenpflege + ProPflege 2008 in Hannover verliehen wurde. Auf dem dritten Platz landete Stephanie Hudde - ebenfalls Studentin im Studiengang Integriertes Produktdesign an der Hochschule Coburg. Sie entwickelte in einer Produktstudie in Kooperation mit der adidas Group Erlangen den Laufschuh „adiplus“ für weibliche Zielgruppen ab 50+.

IUVO – Ich helfe
IUVO – dieses lateinische Wort für „ich helfe“ ist der Projektname und auch die Leitidee der Entwicklung von Simone Winkler. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stand der Injektor, mit dem sich die Patienten das Medikament selbst spritzen. Hier kommt es auf Sicherheit und exakte Dosierung an. Dafür sorgt die elektronische Steuerung. Darüber hinaus unterstützen klar definierte und ansprechend gestaltete Funktions- und Bedienelemente den Patienten.

Das Modul „Basisstation“ versorgt den Injektor mit Energie. Die Basisstation kann aber noch mehr: Sie dient gleichzeitig als Kommunikationsportal zwischen dem Patienten und allen an der Therapie beteiligten Einrichtungen. Außerdem lässt sich der Therapieverlauf von Patienten ganz einfach per Touch-Screen dokumentieren und kontrollieren. Im Aufbewahrungssystem haben alle notwendigen Utensilien ihren Platz. Der MS-Patient kann sie so auch sicher transportieren. Er wird dadurch mobiler und seine Lebensqualität steigt.

Den Nutzer im Blick
Prof. Gerhard Kampe, der die Diplomarbeiten betreute, stellt fest: „Neben der hohen gestalterischen Qualität der Diplomarbeiten gehen die Arbeiten auch konzeptionell in die Tiefe. Beide Absolventinnen haben mit großer Empathie die tatsächlichen Bedürfnisse der Zielgruppen erforscht und analysiert. Die entwickelten Produktlösungen unterscheiden sich deutlich von konventionellen Produkten und bieten den Nutzern wirkliche Vorteile.“

Dies gilt auch für den Laufschuh „adiplus“ von Stephanie Hudde. Sie entwickelte über den reinen Laufschuh hinaus noch eine marktstrategische Konzeptstudie dafür, wie man die Zielgruppe 50 + von den Vorteilen des neuen Schuhs überzeugen könnte. Betreut wurden die Studentinnen in diesem Bereich von Thomas Langhanki, dem Lehrbeauftragten für BWL, Marketing und Marktforschung der Fakultät Design an der Hochschule Coburg.

Über ihre berufliche Zukunft brauchen sich die beiden Studentinnen keine Sorgen zu machen. Simone Winkler hat bereits Angebote renommierter Designbüros erhalten. Und Stephanie Hudde arbeitet jetzt im adidas-Designteam in Herzogenaurach.