Ausstellung zum Projekt „Straufhain“

Dienstag. 27. Februar 2018 (Anke Hempfling)
Die Studierenden mussten sich entscheiden: Entwickeln sie ein Konzept für eine neue Konstruktion als Landmarke? Oder nehmen sie sich gestalterisch zurück und stärken damit die Wirkung der Burgruine als Denkmal?

Für Studierende im 7. Semester Architektur ging es im vergangenen Wintersemester hoch hinaus. Sie entwarfen eine Aussichtsplattform für die Burgruine auf dem Straufhain, dem 449 Meter hohen Berg im südthüringischen Landkreis Hildburghausen.

Eine Auswahl der Entwürfe ist im Zweiländermuseum Rodachtal in Streufdorf zu sehen. Die Ausstellung wird am 01. März um 13 Uhr eröffnet. Prof. Roger Karbe betreut das Projekt: „Die Förderung von regionaler Architektur und Baukultur ist uns als Lehrende der Hochschule Coburg ein besonderes Anliegen“, sagt er. Bei dem Konzept für eine begehbare Aussichtsplattform mit angegliederter Informationsstätte als Witterungsschutz gab es einige Faktoren zu beachten. So ist die Burgruine denkmalgeschützt. In den Bestand darf nicht baulich eingegriffen werden. Auch das Gesamterscheinungsbild des landschaftsprägenden Straufhains als markanter Orientierungspunkt durfte nicht beeinträchtigt werden. Für die Planung war es deshalb erforderlich, eine ausgewogene Balance zwischen ökonomischen und gestalterischen Anforderungen zu finden. „Diese anspruchsvolle Aufgabe haben die Teilnehmer mit großer Motivation und Umsicht gemeistert und viele kreative Ideen geliefert. Für innovative konstruktive Lösungen in der Ruine, aber auch für einen möglichen zukünftigen Umgang mit dem Straufhain selbst als Denkmal der Geschichte“, so Professor Karbe.

Obwohl der Straufhain nahe an der berühmten Heldburg sowie bei Bad Rodach liegt und durch seine prägnante Kegelform ins Auge sticht, ist er im Coburger Land weitgehend unbekannt. Ebenfalls unbekannt ist die ursprünglich bedeutende Stellung der Burganlage als mittelalterliche Grenzbefestigung. Zerstört in den Bauernkriegen Anfang des 16. Jahrhunderts, blieb die Ruine ein Mahnmal gegen Krieg und Verwüstung.

Zum Straufhain:

Seit der Bronzezeit besiedelt, diente der Berg bereits den Germanen als Opferplatz für ihren Gott Strufa. Um 800 wurde eine erste hölzerne Wehrburg errichtet, die im 12. Jahrhundert ausgebaut und zur Blütezeit geführt wurde. Danach verlor die Burg Strauf an Bedeutung und wurde im Bauernkrieg 1525 zerstört. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Ruine saniert. Später lag die Burg im Sperrstreifen der ehemaligen Staatsgrenze der DDR. In dieser Zeit wurde sie völlig überwuchert und war nahe am Verfall. Die Mitglieder des Freundeskreis Straufhain e.V. bemühen sich seit 1990 um Sanierung, Erhalt und publizistische Darstellung der Ruine und ihrer Geschichte.

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