Blick hinter die Fassade

Freitag. 06. Juli 2018 (Madelaine Ruska)
Ein Mann steht auf einer Treppe und blickt in den Zwischenraum zweier Häuser in der Innenstadt.
Zum Vorschein bringen, worüber sonst geschwiegen wird - das wollen die Studentinnen mit ihrer Kunstperformance.
Anna Jansen erklärt einer Passantin die Aktion.

Drei Studentinnen des Integrierten Produktdesign waren mit einer Kunstperformance in der Coburger Innenstadt aktiv. Sie wollten auf das Thema Verfolgung und Flucht aufmerksam machen.

„Sie haben soeben einen Menschen gefischt! So willkürlich, wie Ihnen das vorkommen mag, scheint oftmals der Umgang mit Geflüchteten an den Grenzen.“ Die Worte auf dem kleinen Informationsflyer dringen unsanft ins Bewusstsein. Was Carola Kurz, Judith Langer und Anna Jansen an drei Stationen in der Coburger Innenstadt vorbereitet haben, stimmt nachdenklich. Und genau das wollten sie erreichen. Die drei Produktdesign-Studentinnen haben sich im vergangenen Semester mit dem Thema Verfolgung, Exil, Erinnerung auseinander gesetzt. Jetzt bringen sie es mit kreativen Aktionen auch der Öffentlichkeit näher. Unorte haben sie ihre Aktion genannt. „Unorte stehen für alles, was von der Gesellschaft bewusst ausgeblendet, nicht wahrgenommen und verleugnet wird, weil es schwierig zu ertragen ist. Trotzdem existieren sie“, erklären die Studentinnen.

Ihre Aktion ist Teil des Projektes „Beyond Forgetting 1938_2018 – Verfolgung, Exil, Erinnerung“. Prof. Gerhard Kampe aus dem Studiengang Integriertes Produktdesign hat es gemeinsam mit der Bath Spa University in England, der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin und der Experimentierplattform MakingCulture angestoßen. Studierende der beteiligten Hochschulen haben sich auf ganz unterschiedliche Weise mit Flucht, Verfolgung und Exil auseinander gesetzt. Sie möchten mit ihrer Arbeit Impulse für Politik und Gesellschaft geben und zum Überdenken bestehender Sichtweisen anregen. Am 27. und 28. Juli findet dazu ein Symposium in der Pakethalle am Güterbahnhof statt. Dort werden die Ergebnisse der Studierenden präsentiert.

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