Doppelt hält besser

Freitag. 08. Februar 2019 (Madelaine Ruska)
Laboringenieur Steffen Krajewski zeigt Studierenden den Motorprüfstand
Auch am Motorprüfstand müssen die Studierenden arbeiten. Laboringenieur Steffen Krajewski unterstützt sie.
Prof. Dr. Gnuschke im Gespräch mit Studierenden aus China und Mexiko
Auslandsbeauftragter Prof. Dr. Hartmut Gnuschke betreut die Studierenden, die ein Double Degree in der Automobiltechnologie machen.

Im Studiengang Automobiltechnologie der Hochschule Coburg sitzen regelmäßig auch Studierende aus China und Mexiko in den Vorlesungen. Sie machen hier einen Doppelabschluss.

An der Tongji-Universität in Shanghai ist Auslandserfahrung sozusagen Pflicht. Es gibt fast niemanden, der nicht ins Ausland geht, berichten Kangmeng Wang und Muning Xu. Die beiden Chinesen sind seit knapp vier Monaten in Coburg. Sie studieren hier Automobiltechnologie. Ihr Theoriesemester haben sie schon fast geschafft. Jetzt steht das Praxissemester an, danach die Abschlussarbeit. Am Ende werden sie zwei Abschlüsse in den Händen halten – einen von der Hochschule Coburg und einen von der Tongii-Universität.

Seit zehn Jahren gibt es das Double Degree im Studiengang Automobiltechnologie. Es wird über das Deutsche Hochschulkonsortium für Internationale Kooperationen (DHIK) organisiert. 28 deutsche und eine Schweizer Hochschulen sind darin zusammengeschlossen und kooperieren mit der Tongji-Universität in Shanghai und seit kurzem auch mit der Tec de Monterrey in Mexiko. So können sowohl ausländische Studierende in Deutschland ihren Abschluss machen, als auch deutsche Studierende im Ausland.

Für Kangmeng Wang und Muning Xu war die erste Zeit in Coburg schon eine kleine Herausforderung, erzählen die beiden. Vor allem die Sprache habe sie vor Hürden gestellt. Die Vorlesungen sind auf Deutsch, die anderen Studierenden sprechen Deutsch und auch die Prüfungen müssen sie auf Deutsch schreiben. Das braucht Zeit und Übung.

Auch Eduardo Cachón kennt das. Der Mexikaner macht ebenfalls seinen Doppelabschluss in Coburg. Am Motoren-Prüfstand arbeiten die drei Studierenden an einem gemeinsamen Projekt. Kangmeng hat sich um die Füllungssteuerung des Motors und die Auswertung der Zündzeitpunkte gekümmert, Muning übernahm das Motorprüfsystem und Eduardo die Software. „Für mich ist das eine wichtige Erfahrung. Ich finde es gut, mit Menschen aus anderen Kulturen zusammen zu arbeiten“, erzählt Eduardo.

Prof. Dr. Hartmut Gnuschke, Auslandsbeauftragter der Fakultät Maschinenbau und Automobiltechnik betreut die Studierenden: „Teilweise habe ich die chinesischen Studierenden bereits während meines Lehrauftrages an der Tongji Universität kennen gelernt; da kann ich zu Beginn ihres Studienaufenthaltes an der Hochschule Coburg anknüpfen. Ich erlebe immer wieder, dass die Austauschstudierenden hier eine positive Entwicklung durchlaufen. Sie müssen nicht nur die sprachliche Herausforderung überwinden, sie müssen es auch schaffen – das ist Teil des Konzepts – sich für einen Praktikumsplatz und eine Bachelorarbeit in der Industrie zu bewerben.“ Die Hochschule unterstützt dabei. „Viele bleiben sogar meistens noch in Deutschland, um ein Masterstudium anzuschließen“, erzählt Prof. Gnuschke.

Auch Studierende aus Coburg zieht es zum Doppelabschluss ins Ausland. Und das nicht nur in der Automobiltechnologie. In den Studiengängen Betriebswirtschaft (Bachelor und Master), Bauingenieurwesen (Bachleor), Engineering Physics (Bachelor) und Analytical Instruments, Measurement and Sensortechnology (Master) gibt es ebenfalls die Möglichkeit zum Double Degree – dort sind die Kooperationen aber direkt zwischen der Hochschule Coburg und der Partnerhochschule vereinbart.

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