Ein GeWinn für Senior*innen

Freitag. 10. November 2017 (Anke Hempfling)
In den Gruppen bekommen die Senior*innen nützliche Tipps, um ihren Alltag gesundheitsförderlicher zu gestalten.
Älteren Menschen fällt der Umgang mit neuen Medien im Zuge der Digitalisierung oft schwer. Das Gruppenprogramm macht sie auch digital fit.
Bei der 2. Sitzung des Wissenschaftlichen Beirats nahmen Expert*innen aus ganz Deutschland teil. Sie sind wissenschaftliche Mitarbeiter*innen und Professor*innen aus den Bereichen Gesundheitsförderung, Soziologie, der fachdidaktischen Lehr-Lernforschung und der Arbeit mit sozialen Medien.

Ganz schön fit! So lassen sich die Teilnehmer*innen des Gruppenprogramms „Das tut mir gut! Gemeinsam aktiv und gesund älter werden“ am besten beschreiben. Ein Jahr lang treffen sie sich in diesem Rahmen regelmäßig. Jetzt ist Halbzeit.

Mit der Rente muss nicht die Trägheit kommen. Das meint auch das Institut für angewandte Gesundheitswissenschaften der Hochschule Coburg. In Kooperation mit der Hochschule Magdeburg-Stendal und der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg wurde deshalb das Forschungsprojekt GeWinn (Gesund älter werden mit Wirkung) ins Leben gerufen. Das dreijährige Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt und läuft noch bis November 2018.

Gerade ältere Personen fragen sich häufig: Wie finde ich mich im Dschungel der Gesundheitsinformationen zurecht? Ziel ist es deshalb, Menschen ab 60 Jahren kompetent für die eigene Gesundheit zu machen und somit ihr Wohlbefinden und ihre Lebensqualität zu steigern. Im Programm „Das tut mir gut!“ werden dazu Themen wie gesunde Ernährung oder der Wechsel zwischen Entspannung und Bewegung in der Gruppe diskutiert. Aber auch digital sollen die Senior*innen fit werden: Der Umgang mit Tablet und Smartphone als wichtige Instrumente zur Informationsbeschaffung und Vernetzung steht darum ebenso auf dem Plan. Das Projekt selbst wird von der GeWinn-App begleitet. Das Besondere daran ist, dass das Programm in Zusammenarbeit von Expert*innen und Senior*innen entwickelt wurde und eine Peer-Moderation stattfindet. „Das bedeutet, die Gruppe wird nicht von Fachexperten geleitet, sondern einige der Teilnehmer wurden vorab selbst zu Gruppenleitern geschult“, erklärt Sandra Nold. Gemeinsam mit Alvia Killenberg betreut sie das Projekt unter Leitung von Prof. Dr. Holger Hassel seitens der Hochschule Coburg.

Gestartet ist das Gruppenprogramm im Februar 2017. Nach gut einem halben Jahr fand nun die zweite Sitzung des Wissenschaftlichen Beirats zu GeWinn statt. Dieser begutachtet einmal pro Jahr die aktuellen Entwicklungen und Ergebnisse der Forschungsprojekts und reichert diese mit der eigenen Expertise und Erfahrungen aus der Praxis an. Unter dem Motto „Nachhaltigkeit“ überlegte man diesmal, wie die Ziele auch über das Projektende hinaus langfristig in Gemeinden etabliert werden können. Die Kommunen sollen hierzu mit einem „Werkzeugkoffer“ ausgestattet werden. Dieser soll verschiedene Informationsmaterialien, wie ein Konzepthandbuch oder eine GeWinn-Landkarte mit Ansprechpartner*innen, beinhalten und als Wegweiser für zukünftige Gruppenleiter*innen dienen. An dieser zweiten Beiratssitzung nahmen fünf Expert*innen teil: Dr. Peter-Georg Albrecht von der Hochschule Magdeburg-Stendal, Prof. Dr. Veronika Hammer von der Hochschule Coburg, Nadine Konopik vom Frankfurter Forum für interdisziplinäre Alternsforschung, Prof. Dr. Steffen Schaal von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg sowie Prof. Dr. Christoph Schlieder von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.

Nächstes Jahr findet außerdem eine bundesweite Abschlusstagung zum Projekt GeWinn statt. Dort werden die Ergebnisse vorgestellt und der Weg für eine nachhaltige Umsetzung geebnet.