Eine Frage der Neuroethik

Montag. 18. September 2017 (Pressestelle)
Die vier Studierenden mit ihren Zertifikaten
Maria Dütsch, Christoph Zeh, Christina Röhrich und Natalie Fahsen Paetau (v.l.)

Welche Auswirkungen hat es, wenn Kinder Smartphones benutzen? Können Apps unsere Leistung im Sport beeinflussen? Wie sehr missbrauchen Studierende Medikamente, um bessere Noten zu erreichen? Mit Fragen an der Schnittstelle zwischen Ethik und Neurowissenschaft haben sich Studierende der Integrativen Gesundheitsförderung in den Semesterferien auseinandergesetzt – gemeinsam mit Wissenschaftlern der Georgetown Universität in Washington, D.C..

Acht Wochen haben Christina Röhrich (Master Gesundheitsförderung), Natalie Fahsen Paetau, Maria Dütsch und Christoph Zeh (Bachelor Integrative Gesundheitsförderung) in Washington verbracht. Unter Leitung von Prof. Dr. James Giordano, Direktor des Neuroethik Studien-Programms und Professor in Neurologie und Biochemie der Universität Georgetown, konnten sie eigene Forschungsprojekte im Rahmen ihrer Abschlussarbeiten verwirklichen. Ihre Ergebnisse präsentierten sie abschließend vor Wissenschaftlern der Universität.

Christina Röhrich sprach über den philosophischen Denkansatz der „Neuen Phänomenologie“ und dessen Potential für die Ethik von Medizin und Gesundheitsförderung (Zum Video). Natalie Fahsen Paetau widmete sich den möglichen Effekten von Smartphone-Nutzung auf die neurokognitive Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen (Zum Video). Maria Dütsch befasste sich mit dem Medikamentenmissbrauch von Studierenden zur Optimierung kognitiver Leistungsfähigkeit sowie den ethischen Fragen, die sich ergeben könnten, wenn Richtlinien zur Regulation eingeführt würden (Zum Video). Christoph Zeh beleuchtete verschiedene Virtual-Reality-Apps, die Verhalten und Leistungsfähigkeit im Sport beeinflussen und hinterfragte ihren Nutzen zur Gesundheitsförderung (Zum Video). Ende des Jahres sollen die Arbeiten in einem peer-reviewten internationalen Fachjournal publiziert werden.

Die Zusammenarbeit zwischen der Hochschule Coburg und der Georgetown University besteht seit mehreren Jahren. Dazu gehört u.a. gemeinsame Forschung im Bereich der Neuroethik, Gesundheitsförderung und integrativen Medizin. Prof. Dr. James Giordano lehrt außerdem zweimal im Jahr als Gastprofessor in Coburg. Studierende sollen bei der internationalen Kooperation auch in Zukunft noch stärker eingebunden werden. Sie können davon sowohl fachlich als auch persönlich profitieren. „Ich habe eine neue Denkweise gewonnen, die viel tiefer geht und sehr bereichernd ist. So kann ich ganz anders an Fragen und Probleme innerhalb meines Fachbereichs herangehen“, berichtet zum Beispiel Studentin Natalie Fahsen Paetau nach ihrem Aufenthalt in den USA.

Koordiniert werden der Austausch und die Zusammenarbeit auf Coburger Seite von Prof. Dr. Niko Kohls und Prof. Dr. Eberhard Nöfer. „Aus meiner Sicht ist es sehr wichtig, unseren herausragenden und motivierten Studierenden diese hochkarätige, internationale Forschungserfahrung im Bereich der Gesundheitsförderung zu ermöglichen. Besonders die neuroethische Perspektive ist hier zentral – auch deshalb sind wir so begeistert über unsere Partnerschaft mit dem Pellegrino Center for Clinical Bioethics“, sagt Prof. Dr. Kohls.

Für weitere Informationen zum Kooperations-Programm steht Prof. Dr. Niko Kohls als Ansprechpartner zur Verfügung: E-Mail: niko.kohls[at]hs-coburg.de.  

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