Gestaltung als Medizin

Donnerstag. 06. Juli 2017 (Franziska Koch)
Die Studierenden bei der Abschlusspräsentation mit Prof. Dr. Johannes Kraft (Klinikum Coburg, 1. R. v. l.), Prof. Dr. Pamela Heise und Prof. Rudolf Schricker.

In einem zweisemestrigen Coburger-Weg-Projekt beschäftigen sich seit dem Sommersemester 2017 Studierende mit der gesundheitsfördernden Wirkung von Innenarchitektur in medizinisch genutzten Räumen. Auftraggeber ist das Klinikum Coburg, welches die Ergebnisse der Studierenden in die Planung des etwaigen Neubaus mit einbeziehen will.

Wann ist Innenarchitektur gesundheitsfördernd? Seit Beginn des Sommersemesters 2017 widmen sich 19 Zweitsemester der Innenarchitektur und der Integrativen Gesundheitsförderung dieser Frage: Licht, Akustik, Farbe, verwendete Materialien und Olfaktorik – Veränderungen in diesen Bereichen unterstützen die gesundheitsfördernde Wirkung von Innen- und Außenräumen, lenken Patienten positiv ab und schaffen Wohlfühlbereiche im ansonsten so sterilen und manchmal auch beängstigenden Weiß eines Krankenhauses. Dabei ließen die Studierenden kaum einen Bereich unbedacht: Therapie,- Warte- und Personalräume, Transportwege, Kontemplationsbereiche und Außenanlagen, alles Bisherige im Klinikum Coburg wurde auf seine Wirkung analysiert und Verbesserungsvorschläge interdisziplinär erarbeitet. Das Klinikum Coburg lernten die Studierenden auf einer geführten Begehung durch ihren Auftraggeber, Prof. Dr. Johannes Kraft, kennen und erhielten auch Gelegenheit zu Gesprächen mit dem Klinikpersonal sowie Patienten.

Die gesammelten Projektergebnisse stellten sie in einem Handbuch zusammen und überreichten dieses an Prof. Kraft im Rahmen einer Abschlusspräsentation. „Wir sind stolz, dass wir das Projekt machen konnten. Zudem ist es das erste Mal, dass Innenarchitektur und Integrative Gesundheitsförderung zusammenarbeiten“, zieht die studentische Projektleiterin Romina Huhs (Integrative Gesundheitsförderung) ihr ganz persönliches Fazit. Die Lehrenden des Projekts, Prof. Rudolf Schricker und Prof. Dr. Pamela Heise, lobten die Studierenden für die bisher geleistete Arbeit. „Ein wirklich einmaliges Projekt“, so Rudolf Schricker, das zeige, dass neben Medizin und Technik auch Fragen der Einrichtung in der Neukonzeptionierung der Klinikräume bedacht werde müssen, damit Menschen schneller wieder gesund werden. Im Wintersemester 2017/18 werden die Themen Digitalisierung, Wirtschaftlichkeit und die Integration von Bürgern und Kunstschaffenden der Stadt Coburg in das Klinikareal stärker in den Fokus gerückt. Den Abschluss soll dann eine Handreichung zum Thema bilden, das Prof. Kraft der Klinikleitung vorstellt.