High-tec Maßarbeit des Instituts für Prototypen

Dienstag. 04. Juli 2017 (Dr. Margareta Bögelein)
Die historischen Glasscherben erwachen zum Leben. (Foto aus dem BR-Film)
Bodo Neubert bereitet die 3 D-Daten auf.
An der Portalfräse werden die Taschen in die Acrylglasplatte gefräst.

Die Glasscheiben sind mehr als 500 Jahre alt und zierten einst als Fenster den Würzburger Dom. Beim Bombenangriff der Alliierten am 16. März 1945 wurden der Dom und mit ihm die Fenster zerstört. Zurück blieben nur noch Trümmer und Scherben. Mit Unterstützung des Instituts für Prototypen- und Modelltechnik der Hochschule Coburg sind Teile der Fenster als historisches Glas-Puzzle jetzt wieder im Museum am Dom in Würzburg zu sehen.

Die Würzburger Glaswerkstatt Rothkegel hat sich auf die Restaurierung alter Glasfenster spezialisiert. Kürzlich bekam sie den Auftrag, bunte Glasscherben aus dem 16. Jahrhundert so zusammenzusetzen, dass das ursprüngliche Aussehen sichtbar wird und in einer Ausstellung des Würzburger Museums am Dom gezeigt werden kann.

In Zusammenarbeit mit der Universität Bamberg fertigte das Institut für Prototypen- und Modelltechnik IPM von Prof. Dr. Markus Stark zwei Trägerplatten aus Acrylglas, in die die Scheiben – ohne Kleber – passgenau eingelegt werden konnten. Mit Hilfe eines 3 D-Scanners lieferten Mitarbeiter der Universität Bamberg die Daten der einzufügenden Glasscherben. Bodo Neubert vom IPM bereitete die 3 D-Daten dann am Computer auf und sein Kollege Michael Schmitz ließ anschließend mit der Portalfräse die Taschen in die Acrylglasplatten fräsen.

Jetzt können die Besucher des Museums am Dom in Würzburg das Glas-Puzzle besichtigen und bekommen so einen Eindruck von der Schönheit der farbigen historischen Fenster.

Ein Film in der Mediathek des Bayerischen Fernsehens aus der Reihe „Zwischen Spessart und Karwendel“ gibt Einblicke in die Entstehung des historischen Glas-Puzzles.

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