Hochschule und Unternehmer im Dialog

Donnerstag. 29. Oktober 2009 (Dr. Margareta Bögelein)
Jürgen Otto, Vorsitzender der Geschäftsführung der Brose Fahrzeugtechnik GmbH & Co. KG stellte sein Unternehmen vor.
Jürgen Otto, Vorsitzender der Geschäftsführung der Brose Fahrzeugtechnik GmbH & Co. KG stellte sein Unternehmen vor.
Sie diskutierten über die Bedeutung der akademischen Ausbildung für die Region (v.li.): Alexander Mäder, Nina Kanzog, Prof. Dr. Michael Pötzl, Franz Brosch und Jürgen Otto.
Sie diskutierten über die Bedeutung der akademischen Ausbildung für die Region (v.li.): Alexander Mäder, Nina Kanzog, Prof. Dr. Michael Pötzl, Franz Brosch und Jürgen Otto.

Kommunikative, international orientierte Absolventen gefragt

„Welche Anforderungen haben Unternehmen an ihren akademischen Nachwuchs?“ Diese Frage richtete der Präsident der Hochschule Coburg, Prof. Dr. Michael Pötzl, an den Vorsitzenden der Geschäftsführung der Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG, Coburg. Anlass war die gestrige Veranstaltung „Hochschule und Unternehmer im Dialog“.

„Die Praxis braucht kommunikative Mitarbeiter, die international unterwegs sind“, so lautete die Antwort von Jürgen Otto. Außerdem seien gerade in den technischen Berufsfeldern handwerkliche Fertigkeiten gefragt. Und ein gesunder Pragmatismus mit Bodenhaftung helfe, Probleme zu erkennen und gangbare Lösungen zu erarbeiten. Dies gelte sowohl für technische als auch für ökonomische Fragestellungen. Brose sei deshalb dazu übergegangen, alle neuen Mitarbeiter für zwei Tage in die Montagehalle zu schicken. So könne auch eine neue Wertschätzung für die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen gewonnen werden. Darüber hinaus bekommen die Nachwuchsführungskräfte frühzeitig Verantwortung übertragen.

Für die Studierendenvertreter auf dem Podium, Alexander Mäder und Nina Kanzog, stellte sich daher die Frage, welche Hilfestellungen die jungen Leute dafür bekommen. „Sie werden direkt in die Projektarbeit eingebunden und wir stellen ihnen einen Paten an die Seite“, so Otto. Ansonsten dürften sie auch Fehler machen. Allerdings sollte jeder Fehler möglichst nur einmal gemacht werden.

Franz Brosch, Geschäftsführer der oberfränkischen Arbeitgeberverbände, hob hervor, wie wichtig eine gute Bildung für den Standort Oberfranken sei. Denn: „Je höher die Bildung, desto größer die Wertschöpfung der Arbeitnehmer, stellte Brosch fest. Gerade bei der Akademiker- und Ingenieursquote habe Oberfranken – im Vergleich zu anderen deutschen Regionen – Nachholbedarf. Zudem würden die oberfränkischen Betriebe zwei Drittel weniger in Forschung und Entwicklung investieren als der deutschlandweite Durchschnitt.

Dass dies nicht für die Brose Fahrzeugtechnik gilt, konnte Jürgen Otto bei der Vorstellung seines Unternehmens eindrücklich unter Beweis stellen. Sein Unternehmen wendet jährlich 240 Mio. EUR für Forschung und Entwicklung auf und jeder achte Mitarbeiter sei in diesem Bereich beschäftigt. Außerdem sei man ständig auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, um die Kreativität der Mitarbeiter zu nutzen und anzuregen. Dazu gehören Ideenwerkstätten, in denen die Mitarbeiter mit neuen Materialien „basteln dürfen“. Und in der so genannten Car Clinic stellt Brose seinen Automobilkunden neue Produktideen vor. Einige der auf diese Weise getesteten neuen Produkte konnten auf der diesjährigen Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt vorgestellt werden und führten zu einer Steigerung der Besucher am Brose-Messestand um 20 Prozent.

Die Veranstaltung „Hochschule und Unternehmer im Dialog“ fand als Kooperation der Hochschule Coburg mit dem vbw Oberfranken in diesem Jahr zum sechsten Mal statt. Die Besucherresonanz zeigte, dass sich eine Wiederholung auch im nächsten Jahr lohnt.

 

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