„LEDs wird es überall geben“

Donnerstag. 20. Dezember 2018 (Madelaine Ruska)
Ein Weihnachtsbaum mit roten und grüßen LEDs
Eine Weihnachtsbeleuchtung ohne LEDs - kaum vorstellbar.
Sven Höfling
Prof. Dr. Sven Höfling, Absolvent der Technischen Physik und ausgezeichnet mit dem Walter-Schottky-Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.

In den 1990er-Jahren haben die Leuchtdioden (LED) ihren Siegeszug begonnen. 45 Mrd. US-Dollar sollen im Jahr 2022 weltweit damit umgesetzt werden. Prof. Dr. Sven Höfling, Experte für Lasertechnologie und LEDs, hat in Coburg Technische Physik studiert. Heute ist er Professor der St. Andrews Universität (Schottland) und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Wir haben mit ihm über das Erfolgsgeheimnis der LEDs gesprochen.

Prof. Höfling, in der Weihnachtszeit ist es ja abenteuerlich, was man so in den Häusern blinken sieht, oder?

Deutschland ist da noch eher rückschrittlich. Wenn man nach St. Petersburg oder Shanghai fliegt, hängt alles mit LEDs voll. Hier habe ich international wirklich einen Unterschied bemerkt.

Bauen Sie Ihre Weihnachtsbeleuchtung eigentlich selber?

Dafür hab ich leider keine Zeit. Aber ich hätte wirklich noch Laser und LEDs von damals zuhause.

Wie hat der Siegeszug der LEDs begonnen?

Rote und grüne LEDs gab es schon vor 40 Jahren. In Radios zum Beispiel. Die wurden früher ja sogar rausgelötet, ausgebaut und wiederverwendet. Aber so richtig angefangen hat der Siegeszug durch die Entwicklung der blauen Leuchtdiode. Das war in den 1990iger Jahren. Mit der blauen Diode konnte man zum ersten Mal auch weißes Licht erzeugen.

Warum war das so besonders?

Das Licht der blauen LED hat die meiste Energie. Mit ihr kann man Licht mit weniger Energie erzeugen. Denn es ist einfacher, Energie zu reduzieren als hinzufügen zu müssen. Möglich wurde die Entwicklung der blauen LED durch neue Halbleitertechnologien. Als ich zum ersten Mal eine blaue LED der Firma Nichia gesehen habe, war ich total geflasht von der Technologie. Da wollte ich einfach wissen, was dahintersteckt. Damals war schnell klar, dass LEDs enormes Potential haben.

Was ist der Vorteil von LEDs?

Das Licht ist nicht nur unglaublich stark, es ist auch sehr energieeffizient. Die Dioden werden nicht so heiß. Man spricht wirklich von kaltem Licht. Dadurch kann man LEDs überall einsetzen. Angefangen beim Handy-Display bis zum Autoscheinwerfer.

Wie schätzen Sie die Entwicklung der LEDs ein?

LEDs wird es einfach überall geben. Wenn Sie heute ein Nachtbild von Deutschland sehen, ist da noch sehr viel gelbliches Licht – das sind Natriumdampflampen. Das wird sich nach und nach ändern. LEDs werden an diese Stelle treten. Die Entwicklung konzentriert sich eigentlich nur noch darauf, die Leuchtdioden noch effizienter zu gestalten und die Farbeindrücke zu optimieren.

Zur Person

Prof. Dr. Sven Höfling ist Professor der St. Andrews Universität in Schottland und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Er hat Physikalische Technik an der Hochschule Coburg studiert und sein Studium 2002 mit seiner Diplomarbeit über GaN-basierenden LEDs, durchgeführt am Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik in Freiburg, abgeschlossen. Anschließend promovierte er an der Universität Würzburg. Für seine Arbeiten zum elektrisch getriebenen Polaritonlaser zeichnete die Deutsche Physikalische Gesellschaft ihn im Jahr 2014 mit dem Walter-Schottky-Preis aus.

Höfling gestaltete in diesem Jahr die Weihnachtsvorlesung der Fakultät Angewandte Naturwissenschaften und brachte hierfür zahlreiche Anschauungsobjekte vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik mit. Mit verschiedenen Professoren der Hochschule Coburg besprach er außerdem eine Intensivierung der strategischen Zusammenarbeit. 

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