Studieninhalte

Die Klinische Sozialarbeit hat sich seit dem Jahre 2000 in Deutschland als Fachsozialarbeit profiliert. Die Hochschule Coburg hat in diesem Prozess eine führende Rolle inne. Ungefähr ein Drittel der sozialpädagogischen bzw. sozialarbeiterischen Arbeitsplätze erfordern von den Fachkräften vertiefte sozialarbeiterische Beratungs-, Begleitungs-, Betreuungs- und soziale Therapiekompetenz. Gemäß Prognosen werden gesundheitsbezogene Aufgaben in den nächsten Jahren rasch expandieren und professionelle Dienstleistungen sich differenzieren.

Klinische Sozialarbeit ("klinisch" bedeutet beratend-behandelnd und ist nicht zu beschränken auf Soziale Arbeit im Krankenhaus!) erbringt komplexe beratende und soziotherapeutische Tätigkeiten in ambulanten, teilstationären oder stationären Settings. Ihr Ziel ist die psychosoziale bzw. soziotherapeutische Hilfe durch individuelle Förderung und soziale Integration für psychisch und gesundheitlich gefährdete und (chronisch) erkrankte Menschen in allen Lebensaltern.

Die Studieninhalte im Vertiefungsbereich Klinische Sozialarbeit:

  • Bedingungs- und Änderungswissen für die Arbeit mit belasteten, psychisch oder/und chronisch kranken und behinderten Menschen in ihrer Lebenswelt, insbesondere mit schwer erreichbaren Personen oder Familien ("hard to reach")
  • Methodische Kompetenzen im Sinne des Erkennens und Lösens komplexer gesundheitsrelevanter psycho-sozialer Probleme mittels wissenschaftlich fundierter psychosozialer Diagnostik-, Beratungs- und Therapieverfahren
  • Klinische Evaluations- und Qualitätssicherungsmethoden, auch geeignet zur Anwendung in praxisorientierter Forschung
  • Kommunikationskompetenz und Selbstreflexion im Kontext komplexer Praxisbedingungen und persönlicher Ressourcen, Fähigkeiten und Grenzen
  • Ethische Reflexion und vertiefte rechtliche Kenntnisse

Arbeitsfelder

Klinisch-sozialarbeiterische Aufgabenstellungen finden wir in einer Vielzahl sozialarbeiterischer Arbeitsfelder:

  • Beratungsstellen (z.B. Erziehungs-, Partner- und Familienberatung)
  • Fach-, Akut- und Reha-Krankenhäuser
  • Allgemeine Soziale Dienste, Jugendämter
  • Freie Träger der Familien-, Kinder- und Jugendhilfe, Schulsozialarbeit
  • Vor- und Kernfelder der Psychiatrie (stationär, teilstationär und ambulant; therapeutische Wohn- und Übergangseinrichtungen)
  • Einrichtungen der Resozialisierung
  • Ambulante und stationäre Suchtberatung bzw. Suchttherapie
  • Eigene Praxen (z.B. ambulante Soziotherapie, Beratung)