Die Rolle der Hochschule Coburg in Coburg

Die Hochschule Coburg trägt als Bildungs- und Forschungseinrichtung wesentlich zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung Coburgs bei. Mit mehr als 5.500 Studierenden, 1.500 Erstsemestern, ca. 1.000 Absolvent*innen, 123 Professorinnen und Professoren sowie 350 Beschäftigten im wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Bereich ist sie ein wichtiger Anziehungspunkt für junge Menschen und ein attraktiver Arbeitgeber. Der Hochschule liegt viel darin, sich baulich und inhaltlich weiterzuentwickeln. Diese zukunftsträchtigen Ideen lassen sich jedoch nur im engen Schulterschluss mit der Stadt und den Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft realisieren. Mit unseren Wahlprüfsteinen zur Kommunalwahl 2020 möchten wir auf die Belange der Hochschule aufmerksam machen und um Unterstützung werben.

Verbindung zwischen Hochschulstandorten und Innenstadt

Die Hochschule hat in Coburg mittlerweile mehrere Standorte: den Campus Friedrich Streib, den Campus Design, Büroetagen am Sonntagsanger und das Hochschulprojekt CREAPOLIS in der ehe-maligen Schlachthofvilla am alten Güterbahnhof. Die Verbindungen zwischen diesen Standorten und der Innenstadt sind sowohl zu Fuß als auch mit dem Fahrrad nicht attraktiv, sowohl tagsüber, aber vor allem in der Nacht. Die Wege sind zum großen Teil schlecht beleuchtet, führen an vielbefahrenen, lauten Straßen entlang und der Durchgang durch den Bahnhof zur Innenstadt ist nach ein Uhr nachts geschlossen

  • Wie können aus Ihrer Sicht die Standorte untereinander und zur Innenstadt für Fußgänger und Radfahrer attraktiver gestaltet werden?
  • Gibt es Überlegungen im Hinblick auf eine vernetzte Mobilität der verschiedenen Verkehrsmittel?

Antwort Bündnis 90/Die Grünen: OB-Kandidatin Ina Sinterhauf

Im Sinne eines zukunftsfähigen Verkehrskonzeptes ist die Anbindung der Hochschulstandorte untereinander und an die Innenstadt mit ÖPNV, Rad- und Fußwegen zu bevorzugen. Eine Ausweitung der ÖPNV-Angebote im Sinne häufigerer Fahrzeiten und einer Ausweitung der Fahrzeiten in die Abendstunden ist generell ein Ziel Grüner Kommunalpolitik. Zur Verbindung der Hochschulstandorte untereinander ist darüber hinaus eine Shuttle-Linie denkbar, die zu den Vorlesungszeiten in enger Taktung zwischen den bald drei Standorten verkehrt. Hier wird zunächst der Bedarf zu erheben sein: Wie oft und zu welchen Zeiten verkehren Studierende zwischen den Standorten? Das Radwegenetz in Coburg muss allgemein ausgebaut werden, um die Sicherheit von Radfahrer*innen zu erhöhen. Der Fahrweg entlang der B4 ist außerdem besonders gefährlich, und Radfahrer*innen geraten hier in Konflikt mit Fußgänger*innen. Eine Einschränkung der Parkmöglichkeiten entlang der B4 ist denkbar, eine Verbreiterung der Bürgersteige darüber hinaus wird jedoch kaum möglich sein, weshalb eine Wegeführung entlang des Sonntagangers günstiger wäre. Der Sonntagsanger könnte mittelfristig z.B. eine Fahrradstraße werden. Die Querung der B4 zwischen Hochschule und Innenstadt ist verbesserungsbedürftig, hauptsächliche Barriere ist aktuell die Bahnhofsunterführung, die nachts geschlossen wird. Hier muss versucht werden, mit der Deutschen Bahn eine Lösung zu finden, wie die Durchwegung ohne Schließzeiten möglich ist.

Als Stadt in einer ländlich geprägten Region wird Coburg auf absehbare Zeit motorisierten Verkehr aus dem Landkreis haben. Innerhalb des Stadtgebietes werden wir sehr viel schneller unabhängig vom Auto werden. Schon allein deshalb brauchen wir Konzepte vernetzter Mobilität, um Menschen aus dem Landkreis zu ermöglichen, nach Coburg zu kommen, dort aber ohne Auto unterwegs zu sein. Die ÖPNV-Anbindungen in den Landkreis gilt es zu verbessern, an den Stadträndern werden wir über Park & Ride-Parkplätze nachdenken. An Bahnhalten und am ZOB können Leihfahrräder die Weiterfahrt im Stadtgebiet ermöglichen, etc. Wenn wir die Schubladen aktueller Mobilitätsplanungen verlassen, lassen sich vielfältige Lösungen finden. Beispiele anderer Kommunen ähnlicher Größe sowie die Erfahrungen mit den Modellregionen für Autonomes Fahren, an denen die Hochschule aktuell beteiligt ist, sollten wir aufgreifen.

Antwort der Coburger Liste: OB-Kandidatin Martina Benzel-Weyh

Beim „Walk & Talk“ wurde deutlich, dass der Fußweg klar beleuchtet und stetig „in Schuss“ gehalten werden muss. Auch die Fahrradwege zum Campus „Friedrich Streib“, Campus „Design“ und zum (späteren) Campus „Schlachthof/Güterbahnhof“ gehören ausgebaut und gesichert. Die Öffnung des Bahnhofdurchgangs muss möglich sein, die Frage der Gleissicherheit muss natürlich vorher geklärt werden.

In meiner Unterhaltung mit einem Studierenden zeigte sich dieser recht zufrieden mit der Bustaktung am Tag. In den Abendzeiten ist unbedingt eine Ausweitung des Busverkehrs nötig. Auch die Möglichkeit, Fahrräder im Bus mitzunehmen (Vernetzung der Verkehrsmittel), sollte gegeben sein.

Wenn die Notwendigkeit der Verbindung der beiden Campi besteht, kann da eine Buslinie eingerichtet werden.

Antwort der CSU: OB-Kandidat Christian Meyer

Die verkehrlich schwierige Situation wird leider durch die vierspurige Stadtautobahn bestimmt. Eine erste Verbesserung der akuten Situation kann durch die durchgehende Öffnung des Fußgängerdurchgangs unter dem Bahnhof erreicht werden. Dafür setzt sich die CSU aktuell ein und es werden bereits Verhandlungen mit der Bahn geführt. Der vom Stadtrat bereits beschlossene Ausbau der Gabelsbergerstraße wird noch in diesem Jahr beginnen. Dieser stellt eine weitere wesentliche Verbesserung für die Anbindung des Campus dar. Grundsätzlich ist für eine bessere Beleuchtung der Verbindungswege zu sorgen.

Im Zuge des geforderten neuen Verkehrskonzeptes für die Stadt Coburg, ist unbedingt ein sinnvolles Radwegenetz zwischen den Standorten einzuplanen. Fahrradstationen ähnlich dem derzeitigen Projekt Fahrradscheune im Steinweg sollten dabei an allen Standorten integriert werden, um so Elektromobilität attraktiv zu gestalten. Weiterhin sollte somit Anreize für den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad gegeben werden, was bei den kurzen Wegen in Coburg problemlos möglich ist.

Antwort der Jungen Coburger

Bislang konnten wir die 15-minütige Busanbindung erreichen, daran gilt es festzuhalten und zu optimieren. Schlecht beleuchtete Wege müssen erhellt werden, das Fahrradwegenetz in Coburg ist grundsätzlich in einer Neustruktur der Verkehrswege zeitnah zu verbessern. Wir stehen zu unserem Konzept eines lückenlosen Itz-Radweges entlang der Itz. Den Durchgang des Bahnhofes zur Innenstadt wollen wir rund um die Uhr. Deshalb stehen wir als Junge Coburger bereits mit der Deutschen Bahn AG in Kontakt und beantragen dies im Stadtrat. Auch für Autofahrer konnten wir mit dem Antrag auf Aufhebung des Absoluten Halteverbots in der Sonneberger Straße die Situation zumindest etwas entschärfen.

Diese Thematik muss dringend angegangen werden, damit der ÖPNV aufgrund kurzer Umsteigezeiten attraktiver wird.

Antwort der ÖDP: OB-Kandidat Michael Partes

Beim generell von mir forcierten Ausbau der Rad- und Fußwege in der Stadt sind sicherlich die Verbindungswege zur Hochschule mit höchster Priorität an den Anfang zu stellen. Die vernetzte Mobilität ist ein Thema, dem ich mich in meinem „Parteiprogramm“ ausführlich gewidmet habe.

Antwort PRO Coburg: OB-Kandidat Thomas Apfel

Der Walk & Talk von den beiden Standorten der Hochschule hat noch einmal anschaulich verdeutlicht, dass die Anbindung der Hochschule an die Innenstadt aber auch die Verbindung zwischen den verschiedenen Hochschulstandorten dringend verbessert werden muss. Eine rasche Verbesserung kann durch die Installation zeitgemäßer und funktionalerer LED-Straßenlaternen bewirkt werden. Hinsichtlich der Verkehrssicherheit muss über eine Ampelanlage auf der Frankenbrücke und der Uferstraße als Minimallösung nachgedacht werden, bevor innerhalb einer gemeinsamen AG zwischen Hochschule und Stadt bessere Lösungen erarbeitet werden können. Der von uns angestrebte Ausbau des Radwegenetzes beinhaltet zudem Maßnahmen, die auch die Wege von der Hochschule in die Stadt betreffen. Durch die Einrichtung einer Ringbuslinie würden der Campus Friedrich-Streib, der Campus Design und auch Creapolis miteinander verbunden. Hierzu liegt ein konkretes Konzept vor, das wir auch schon der SÜC vorgestellt haben.

Durch die Errichtung eines LoRa-Netzes durch die SÜC ergeben sich für Coburg beste Voraussetzungen, um Pilotprojekte im Rahmen des Themas „Vernetzte Mobilität“ zu starten und die Chancen der Digitalisierung auch für die Verbesserung der Verkehrssituation zu nutzen. Diese Chancen gilt es wahrzunehmen. Von einer Kooperation mit der Hochschule und deren Bereitschaft, hier eine Laborfunktion zu erfüllen, kann Coburg nur profitieren.

Antwort der SPD: OB-Kandidat Dominik Sauerteig

Die Situation in Coburg mit räumlich voneinander getrennten Standorten der Hochschule Coburg lässt sich durch die Stadt Coburg kaum beeinflussen. Fakt ist, dass sowohl die Stadtautobahn, als auch die bestehenden Bahngleise für eine dauerhafte Notwendigkeit der Querung dieser Hauptverkehrsadern Coburgs bei der Verbindung der Hochschulstandorte untereinander (teilweise) oder zur Innenstadt sorgen. Diese Querung kann oberirdisch oder unterirdisch geschehen. Weitere oberirdische Möglichkeiten über die bisher bestehenden hinaus sind kurzfristig eher nicht umzusetzen. Klar ist aber auch: Coburg wünscht sich eine stärkere Präsenz auch der Studierenden in der Innenstadt. Von zentraler Bedeutung ist daher sicher zunächst einmal mit der Deutschen Bahn eine Lösung zu verhandeln, die eine 24/7-Passierbarkeit der Bahnhofsunterführung ermöglicht. Auch muss die darüber hinaus bestehende Unterführung in der Callenberger Straße und die Zuwegung dorthin weiter aufgewertet (z.B. bei Beleuchtung und Wintertauglichkeit) werden. Was den Fahrradverkehr betrifft, so ist insbesondere die Situation entlang der B4 auch unter Gefahrengesichtspunkten sicher alles andere als ideal. Hier bietet es sich an den Fahrradverkehr gezielter durch den Sonntagsanger zu leiten, zumal auf dem alten Schlachthof- /Güterbahnhofsareal auch mit dem Price-Albert-Campus ein sicher auch mit dem Fahrrad häufig angesteuerter neuer Hotspot für junge Menschen in Coburg entstehen soll. Als SPD setzen wir auf eine gezielte Verbesserung der Fahrradfreundlichkeit unabhängig von Wahlen. Durch einen Antrag der SPD-Stadtratsfraktion aus dem Jahr 2018 soll Coburg die Kriterien und Vorgaben für eine fahrradfreundliche Kommune kontinuierlich entwickeln und umsetzen. Hiervon erhoffe ich mir auch Verbesserungen für die Situation der Hochschule.

In der Tat ist die Vernetzung und Verzahnung der verschiedenen Verkehrsmittel ein wichtiger Baustein bei der Gestaltung der innerstädtischen Mobilität und auch Teilaspekt unseres unter www.stadtderchancen.co abrufbaren Wahlprogramms. Durch die Einrichtung von Mobilitätspunkten an denen bequem und nahtlos zwischen Rad, den eigenen zwei Beinen, dem Auto und dem ÖPNV gewechselt werden kann und an denen auch abschließbare Schließfächer neben Infrastruktur für die E-Mobilität vorgehalten werden, können wir hier vieles einfacher gestalten. Auch sollten wir bspw. gemeinsam mit unserem städtischen Energieversorger an der Schaffung eines ökologischen Carsharing-Angebots feilen. Das Denken darf hier aber nicht an der Stadtgrenze aufhören. Gerade vor dem Hintergrund einer großen Anzahl Studierender auch aus dem Landkreis ist es nicht nur notwendig die innerstädtische Mobilität zu vernetzen und zu verzahnen, sondern vielmehr auch gemeinsame Überlegungen mit den angrenzenden Landkreisen anzustellen. Dies gilt aber auch weit über einen Bezug zur Hochschule hinaus. Mit 24.000 einpendelnden und 7.000 auspendelnden Berufstätigen (derzeit zumeist wohl mit dem PKW) und der Rolle Coburg als Oberzentrum der Region bestehen hier große Gestaltungsmöglichkeiten für die Zukunft, wenngleich Veränderungen bei der Verkehrsinfrastruktur unweigerlich Zeit, Geld und Nerven kosten. Dies wird also eine Langfristaufgabe zumal insbesondere beim schienengebundenen Verkehr die Einflussmöglichkeiten der Kommunalpolitik doch eher begrenzt sind. Hier gilt es hartnäckig zu bleiben.

Neues MINT-Quartier am Campus Friedrich Streib

In den letzten Jahren ist der Anteil der Studierenden in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) überproportional gestiegen. In den kommenden Jahren sollen die alten Gebäude am Campus Friedrich Streib, in denen die drei technischen Fakultäten beheimatet sind, sukzessiv abgerissen und neu gebaut werden. An ihrer Stelle soll ein zukunftsorientiertes MINT-Quartier entstehen. Geplant sind Gebäude und Räumlichkeiten die Interaktion, Transparenz und Kreativität fördern und neue Lehr- und Lernmethoden möglich machen. Damit wir diese Pläne realisieren können, ist zum einen eine Änderung des Bebauungsplans erforderlich. Zum anderen brauchen wir für die Abriss- und Bauzeit Interimsflächen.

  • Wie stehen Sie zu dem von der Hochschule geplanten Bauprojekt „MINT-Quartier“ und den damit verbundenen Herausforderungen?
  • Welche Möglichkeiten sehen Sie, die Hochschule bei der Bereitstellung von Interimsflächen zu unterstützen? Und wie gelingt es Stadt und Hochschule gemeinsam, den Freistaat Bayern von der Notwendigkeit der damit verbundenen Investitionen zu überzeugen?

Antwort Bündnis 90/Die Grünen: OB-Kandidatin Ina Sinterhauf

Bei der baulichen Planung Lehr- und Lernformen der Zukunft mitzudenken, ist für die Entwicklung der Hochschule wichtig und notwendig, gerade weil bauliche Veränderungen nicht schnell vorgenommen werden können. Digitalisierung und veränderte Mediennutzung erfordern eine Anpassung in der „Software“ der Hochschule (der Lehre) und daher auch in der Hardware (den Gebäuden). Die größte Herausforderung sehe ich darin, während der Bauzeit geeignete Interimsflächen bzw. -bauten zu finden, in denen ebenso gute Lehre möglich ist, wie sie aktuell stattfindet. Die Hochschule ist ein wichtiger Standortfaktor für die Stadt Coburg, daher sehe ich es als kommunale Aufgabe, hier an Lösungen mitzuarbeiten.

Dass die Hochschule für die Dauer der Bauarbeiten für das neue MINT-Quartier geeignete Interimsflächen benötigt, ist offensichtlich. Diese Sicht wird auch der Freistaat Bayern einnehmen.
Da die Bauarbeiten mehrere Jahre dauern und mindestens eine Studienkohorte vollständig betreffen werden, muss die Interimslösung entsprechend tauglich und attraktiv sein, um den Studienstandort nicht zu beschädigen. Soweit möglich ist außerdem auf räumliche Nähe bzw. räumlichen Zusammenhang der Interimsbauten zu achten. Eine funktionsfähige Lösung werden Stadt und Hochschule gemeinsam dem Freistaat Bayern plausibel präsentieren und somit von der Notwendigkeit der Investitionen überzeugen können.

Antwort der Coburger Liste: OB-Kandidatin Martina Benzel-Weyh

Ich freue mich sehr, dass gerade der MINT-Bereich in der Hochschule Coburg boomt. Nach einem gemeinsamen Gespräch wird es sicher möglich sein, dass sich die Stadt Coburg bei der Suche nach Interimsflächen einschaltet und diese auch – wenn vorhanden – mit zur Verfügung stellt. Die Finanzierung wird die Stadt Coburg dabei sicher nicht alleine tragen können. Hinsichtlich der Änderung des Bebauungsplanes muss genau hingesehen werden, inwieweit sich dieser Plan ändern soll, der Stadtrat wird schließlich darüber entscheiden.

Ein Schulterschluss von Stadt und Hochschule gegenüber dem Freistaat zeigt, dass wir die Entwicklung gemeinsam gehen wollen. Die Beliebtheit, Nachfrage und das Angebot der Hochschule wachsen, diesen Trend gilt es zu unterstützen.

Antwort der CSU: OB-Kandidat Christian Meyer

Ein neues Mint-Quartier stellt eine Stärkung unseres Wirtschaftraumes dar und ist aus meiner Sicht unverzichtbar und ein wichtiger Schritt für die Entwicklung des Hochschulstandorts Coburg.

Die Stadt Coburg verfügt in der unmittelbaren Umgebung leider nur über begrenzte Flächen angrenzend zur Medau-Schule. In Absprache mit der Medau-Schule (Zuwegung) könnte hier aber eine temporäre Ausweichfläche geschaffen werden. Entscheidend wird es sein, geschlossen mit dem Wahlkreisabgeordneten Martin Mittag, dem Landrat Sebastian Straubel in München für die Hochschule und dieses Projekt einzutreten. Die CSU ist als Partei auf allen Ebenen in Bayern verankert. Die hierdurch gegebenen Kontakte können müssen auch für Coburg genutzt werden.
Die Hochschule Coburg ist für mich einer der wichtigsten Bausteine der Stadtentwicklung und für die Zukunft der Stadt. Sie stärkt und sichert die wirtschaftliche Prosperität sowie die Zukunftsfähigkeit des Standortes und der gesamten umliegenden Region – auch deshalb lohnt es sich hierfür zu kämpfen.

Antwort der Jungen Coburger

Die Kommunalpolitik muss verlässlicher Partner der Hochschule als wichtige Bildungseinrichtung unserer Stadt sein – deshalb stehen wir für eine konstruktive Zusammenarbeit, die einer positiven Entwicklung unserer Hochschule Coburg dient, jederzeit offen gegenüber.

Hier ist die Verwaltung gefragt, geeignete Flächen zu finden. Bildung ist ein absolut wichtiges Gut, gerne unterstützen wir, wo wir können.

Antwort der ÖDP: OB-Kandidat Michael Partes

Es ist zunächst einmal äußerst erfreulich festzustellen, dass an der Hochschule ein wachsender Bedarf für MINT-Studierende besteht. Einer Bebauungsplanänderung stehe ich positiv gegenüber, allerdings sollte vor Abriss auch die Frage einer nachhaltigen Sanierung nicht unbeantwortet bleiben. Hier muss der Freistaat als Hochschul-Bauherr selbst überzeugendes Vorbild sein und nicht die Priorität der Sanierung vor Neubau immer nur bei privaten Bauherren fordern.

Soweit die Stadt über Flächen und Räumlichkeiten verfügt, kann ich mir eine Unterstützung sehr gut vorstellen. Ich hoffe jedoch sehr, dass die Hochschule bei der Terminierung aus unserem Interims-Theater lernen wird und die Frage nach Interimsflächen frühzeitig beantwortet, dass sie auch definitiv termingerecht geschaffen werden können.

Antwort PRO Coburg: OB-Kandidat Thomas Apfel

Gerade im Bereich der MINT-Studiengänge haben wir hierzulande Nachholbedarf. Ein moderner, zukunftsweisender MINT-Campus ist ein unschätzbarer Standortvorteil für unsere Stadt. Dem Ausbau und Umbau des Campus stehe ich daher durchweg positiv gegenüber und werde die Hochschule auch hinsichtlich einer Änderung des Bebauungsplans tatkräftig unterstützen.

Für die Bereitstellung von Interimsflächen, gilt es zunächst, den konkreten Bedarf zu analysieren, um diesen dann mit dem Portfolio passender städtischer Immobilien abzugleichen. Selbstverständlich unterstützen wir auch gerne bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten im Rahmen unserer Möglichkeiten. Gegebenenfalls kann man mittelfristig auch Wünsche der Hochschule in die Planung zukünftiger städtischer Bauprojekte mit einfließen lassen. Eine Modernisierung der Hochschule und die damit verbundenen Weiterentwicklung und Vertiefung des Hochschulangebots ist nicht alleine im Interesse der Stadt und der Hochschule. Auch die heimische Wirtschaft, Verbände und die gesamte Region profitieren davon. Ähnlich wie bei meinem Vorschlag für eine zukünftige Finanzierung des Coburger Landestheaters, gilt es hier, das kommunale Kirchturmdenken hinten anzustellen und eine politische Allianz zu schmieden, die über die Stadt- und Landkreisgrenzen hinausgeht, um sich für den Wunsch nach einem Neu- und Ausbau der Hochschule bei der Staatsregierung vermehrt Gehör zu verschaffen. Hier wäre beispielsweise auch konkret die Landkreise Kronach und Lichtenfels mit einzubinden.

Antwort der SPD: OB-Kandidat Dominik Sauerteig

Die Stadt Coburg profitiert nachhaltig von einer weiteren Attraktivitätssteigerung „ihrer“ Hochschule. Bereits im Nachgang zum „Walk and Talk“ im Februar habe ich auf Anfrage des Coburger Tageblatts ausgeführt, dass ich mich sehr über die ambitionierten Pläne der Hochschulleitung freue und dieser Ansatz, der das Morgen und Übermorgen der Lehre und der damit einhergehenden baulichen Veränderungen in den Blick nimmt, meine volle Unterstützung hat.

Das bedeutet konkret, dass zukunftsgewandte Erweiterungsmöglichkeiten, wenn es nach mir geht, nicht an der Stadt scheitern werden. Geeignete städtische Interimsflächen in ausreichender Größe und räumlicher Nähe sind mir auf den ersten Blick nicht ersichtlich. Ich bin mir aber sicher, dass Stadt, Hochschule und Freistaat hier kreative Wege finden werden, die einer nachhaltigen Weiterentwicklung der Hochschule nicht im Weg stehen werden. Als Oberbürgermeister werde ich mich hier aktiv an der Lösungsfindung beteiligen und gemeinsam mit der Hochschule gerne Überzeugungsarbeit in München leisten.

Prinz Albert Campus am Güterbahnhof

Das Schlachthof- und Güterbahnhofareal kann zu einem kreativen Innovationshub in der Stadt werden. 2019 wurde die Vision eines „Prinz Albert Campus“ als Transfer- und Kulturterminal entworfen. Eingebettet in das Band für Wissenschaft, Wirtschaft, Natur und Kultur sollen sich dort u.a. innovationsgetriebene Joint Research Centers zu Themen wie 5G-Anwendungen für KMU, Human Enhancement, Mikromobilität und Sozialer Robotik ansiedeln.

  • Wie stehen Sie zu der Vision eines „Prinz Albert Campus“ am Güterbahnhof?
  • Welche Schritte sind aus Ihrer Sicht erforderlich, damit die Vision umgesetzt werden kann?

Antwort Bündnis 90/Die Grünen: OB-Kandidatin Ina Sinterhauf

Zu Punkt 1: Die inhaltliche Entwicklung der Hochschule in Richtung moderner Technologien bildet sich auf diese Weise baulich ab. Das Gelände kann zu einem Kristallisationspunkt von Forschung und Technologietransfer werden und wichtige Impulse setzen. Das Gelände am Güterbahnhof ist ein wichtiges innerstädtisches Entwicklungsgebiet, das neben der Bereitstellung von Flächen weitere Funktionen hat. Die Anbindung der dort entstehenden Bauten an die Stadt, auch verkehrstechnisch, vor allem aber inhaltlich, halte ich für zentral wichtig. Um die Zukunftsorientierung des Campus zu unterstreichen, befürworte ich eine entsprechende Namensgebung und gern die Benennung nach einer Frau.

Zu Punkt 2: Die Vision braucht zunächst eine Konkretisierung von Seiten der Hochschule. Für das Gelände am Güterbahnhof muss dann ein Bebauungsplan aufgestellt werden, der diese Vision in baulichen Rahmenbedingungen fasst.

Antwort der Coburger Liste: OB-Kandidatin Martina Benzel-Weyh

Zu Punkt 1: Ich befürworte die Idee eines Campus am Schlachthof/Güterbahnhof. Ich würde allerdings auch begrüßen, wenn sich auf dem Güterbahnhof-/Schlachthofgelände z. B. noch weitere Handwerksbetriebe ansiedelten. Sicher kann es da auch Synergien mit der Hochschule geben.

Zu Punkt 2: Regelmäßige gemeinsame Planungs- und Strategiegespräche von Stadtspitze und Hochschule sind nötig, natürlich sind auch die entsprechenden Stellen des Freistaates mit einzubeziehen. Nur wenn ein transparenter Austausch gegeben ist, kann gemeinsam an einem Strang gezogen werden.

Antwort der CSU: OB-Kandidat Christian Meyer

Zu Punkt 1: Das Band der Wissenschaft und Kultur auf dem Güterbahnhofsgelände bietet Coburg eine einmalige Entwicklungsperspektive. Dieses Vorhaben wird seit Jahren von der CSU-Fraktion im Stadtrat gefördert. Der nördliche Teil des Schlachthof- und Güterbahnhofsgeländes soll sich zu einem innenstadtnahen Transfer- und Kulturterminal entwickeln und so eine Schnittstelle zur Stadt bilden. Eingebettet in das Band für Wissenschaft, Wirtschaft, Natur und Kultur soll das gesamte Areal ein pulsierendes und kreatives Viertel werden. Der Güterbahnhof steht für mich für Kreativität und Mut zum Neuen und muss deshalb auch innovativ gedacht und geplant werden. Wichtig ist daher, dass eine ganzheitliche Planung des gesamten Coburger Südens entwickelt und in einem öffentlichen, transparenten Verfahren beschlossen wird.

Zu Punkt 2: Die Planung und deren Umsetzung für das Güterbahnhofsgelände sind bereits in vollem Gange und das Gebiet wir jetzt abschnittsweise entwickelt. Bestandteil des Konzeptes sind u.a. Gebäude die für Start-Ups und Institute geeignet sind. Das ehemalige Kühlhaus des Schlachthofes soll ebenfalls zeitnah umgebaut und dann u.a. von CREAPOLIS genutzt werden.

Antwort der Jungen Coburger

Zu Punkt 1: Der Prinz-Albert-Campus ermöglicht die dringend notwendigen Expansionsflächen für die Hochschule und ist eine sehr gute Idee, die Hochschule noch näher mit der Stadt und der Stadtgesellschaft zu verzahnen.

Zu Punkt 2: Klare und eitnahe Definition der Wünsche und AnforderungenDie Vision braucht zunächst eine Konkretisierung von Seiten der Hochschule. Für das Gelände am Güterbahnhof muss dann ein Bebauungsplan aufgestellt werden, der diese Vision in baulichen Rahmenbedingungen fasst.

Antwort der ÖDP: OB-Kandidat Michael Partes

Zu Punkt 1: Sehr positiv, weil ich dadurch eine echte Möglichkeit sehe, die Hochschule nachhaltig näher an die Stadt zu rücken.

Zu Punkt 2: Realistische und klare Formulierungen der Bedürfnisse und Wünsche der Hochschule in Abstimmung mit dem Freistaat, der ja sicherlich der Bauherr sein wird.

Antwort PRO Coburg: OB-Kandidat Thomas Apfel

Zu Punkt 1: Selbstverständlich muss Coburgs letztes stadtnahes Entwicklungsgebiet auch für die Hochschule Erweiterungsmöglichkeiten bereithalten. Der Rahmenplan zur Entwicklung des Geländes am ehemaligen Güterbahnhof / Schlachthof beinhaltet bereits konkrete Projekte für eine Erweiterung der Hochschule. Neue Entwicklungsansätze und Impulse und hier vor allem die Vision eines dritten Hochschul-Campus werde ich nach Kräften unterstützen.

Zu Punkt 2: Die Ansiedlung eines neuen Hochschul-Campus als Teil des von mir favorisierten Bands für Wissenschaft, Wirtschaft, Natur und Kultur, ist für mich ein gesetztes Ziel in den nächsten 6 Jahren. Deshalb gilt es so schnell wie möglich einen Dialog mit allen möglichen Partnern anzustoßen und ein tragfähiges Konzept zu entwickeln, das die Finanzierung und die Auswahl der besten Betriebsform genauso im Blick hat, wie die anstehenden städtischen Aufgaben, beispielsweise im Bereich des Bebauungsplans. Wir können und wollen es uns als Stadt nicht leisten, die zukünftigen Chancen, die die Hochschule bietet ungenutzt zu lassen.Die Planung und deren Umsetzung für das Güterbahnhofsgelände sind bereits in vollem Gange und das Gebiet wir jetzt abschnittsweise entwickelt. Bestandteil des Konzeptes sind u.a. Gebäude die für Start-Ups und Institute geeignet sind. Das ehemalige Kühlhaus des Schlachthofes soll ebenfalls zeitnah umgebaut und dann u.a. von CREAPOLIS genutzt werden.

Antwort der SPD: OB-Kandidat Dominik Sauerteig

Zu Punkt 1: Die Vision eines solchen Campus unter Einbindung der Hochschule Coburg als einen Baustein bei der Entwicklung des alten Schlachthof- und Güterbahnhofareals zum lebendigen Begegnungsort finde ich zukunftsweisend. Sie findet daher auch weiterhin meine Unterstützung, wobei ich mir auch eine starke Einbindung des Handwerks erhoffe.

Zu Punkt 2: Die Vision muss zwingend unter Beteiligung aller Akteure konkretisiert werden - auch um Kooperationspartner aus der Wirtschaft zu finden. Anschließend müssen die nach dem Baugesetzbuch erforderlichen Schritte eingeleitet werden, wobei ich mir noch nicht sicher bin, ob in einem Kreativquartier zwingend alles durch einen Bebauungsplan durchreglementiert werden muss. Wichtig ist aus meiner Sicht dabei, dass hier kein steriler und isolierter Campus entsteht, sondern dass dieser eingebunden ist in ein Gesamtkonzept, welches Aufenthaltsqualität und lebendige Grünflächen im neuen Quartier auf dem Schlachthof- und Güterbahnhofsgelände ebenso berücksichtigt wie die Freizeitgestaltung am Abend. Mit der Errichtung des Globes und der Sanierung Alten Pakethalle am anderen „Ende“ des Areals haben wir als Stadtpolitik hier erste Weichenstellungen bereits vorgenommen.

Coburg im Wettbewerb um Studierende und kluge Köpfe

Die Hochschule Coburg steht bayern- und deutschlandweit im Wettbewerb um nationale und internationale Studierende. Und wir müssen attraktiv sein, um kluge und innovative Köpfe als Professorinnen und Professoren sowie Doktorandinnen und Doktoranden nach Coburg zu holen und hier zu halten. Dazu gehören attraktive Wohn- und Lebensbedingungen, günstige Verkehrsverbindungen in der Metropolregion Nürnberg und darüber hinaus sowie ein hoher Freizeitwert. Vieles davon ist bereits vorhanden, wird aber über Coburg hinaus zu wenig wahrgenommen.

  • Wie können das studentische Wohnen und Leben in Coburg weiter gefördert werden?
  • Was ist erforderlich, um die Vorzüge Coburgs und der Region schlagkräftig zu kommunizieren?

Antwort Bündnis 90/Die Grünen: OB-Kandidatin Ina Sinterhauf

Zu Punkt 1: Die räumliche Lage der Hochschule abseits der Innenstadt und die Anbindung mit Auto und Bahn führt dazu, dass Studierende, die ihren Wohnsitz nicht in Coburg haben, wenig am Stadtleben teilnehmen. Veranstaltungen und Anreize in Form von Gutscheinheften, etc. sorgen punktuell für Kontakte, sind aber nicht nachhaltig. Der geplante Hochschulstandort am Güterbahnhofsgelände bringt Studierende räumlich näher an die Innenstadt, führt aber auch nicht zu einer Vernetzung. Aus meiner Sicht brauchen Studierende echte Gründe zum Aufenthalt in der Innenstadt, z.B. einen Hochschulstandort. Im unteren Steinweg besteht mit den vorhandenen Leerständen durchaus Potenzial in Form von Werkstätten, Arbeitsräumen, o.ä. Hier können von Hochschule und Stadt Coburg gemeinsam Ideen entwickelt und umgesetzt werden. Studentisches Wohnen kann durch den Bau von Studierenden-Wohnheimen unterstützt werden. Diese sind aus meiner Sicht notwendig, um die Konkurrenz um kleine bezahlbare Wohnungen zwischen Studierenden und Menschen mit geringem Einkommen zu verringern.

Zu Punkt 2: In der Außendarstellung setzt Coburg stark auf seine Historie. Diese ist eine funktionierende Marke im Bereich des Tourismus, insbesondere mit dem Thronjubiläum im vergangenen Jahr konnte hier viel erreicht werden. Um junge Menschen, Familien und Fachkräfte anzuziehen, muss jedoch stärker die Zukunftsfähigkeit in den Fokus rücken. Und Coburg muss sich zukunftsfähig aufstellen, z.B. mit einem entschlossenen Einstieg in den Weg zur Klimaneutralität. Dies wird sich in Innovationen in den Unternehmen zeigen, in einem gesünderen Leben ohne schlechtes Gewissen, in mehr Lebensqualität.

Antwort der Coburger Liste: OB-Kandidatin Martina Benzel-Weyh

Zu Punkt 1: Weitere Wohnheime für Studierende können gemeinsam mit dem Studentenwerk Oberfranken entwickelt werden. Noch viel besser finde ich allerdings die Idee, eher Wohnprojekte zu initiieren, wo junge Menschen gemeinsam unter einem Dach wohnen – egal ob Studierende*r, Auszubildende*r, Handwerksgeselle*in oder Berufseinsteiger*in. Die Wohnbau kann da sicher etwas tun und bei der Umsetzung Vorreiter sein – das „Junge Wohnen“ in der Heiligkreuzstraße nimmt ja schon konkretere Formen an.

Junge Kultur darf nicht eingeschränkt werden, Räume für Kreativität müssen gegeben sein.

Ein Einstieg in den VGN-Bereich der Metropolregion Nürnberg wäre zusätzlich zu überdenken.

Zu Punkt 2: Hier bedarf es sicher mehr Werbung – Coburg muss in seinen Kampagnen die Hochschule mit ganz nach vorne stellen. Gemeinsam gestaltetes Werbematerial kann da vielleicht auch helfen.

Antwort der CSU: OB-Kandidat Christian Meyer

Zu Punkt 1: Mit dem Sanierungsgebiet Steinwegvorstadt / Nördliche Innenstadt haben wir eine riesen Chance ein pulsierendes Quartier mit Leben zu schaffen. Der Steinweg als Kneipenmeile ist bereits ein Anziehungspunkt für junge Menschen. Im Rahmen der umfassenden Entwicklung des Gebiets soll dies noch ausgebaut werden und somit die Innenstadt als lebenswerter, belebter Wohnstandort noch attraktiver gemacht werden. Das Projekt „Junges Leben in Coburg“ zielt genau auf diese Entwicklung ab. Begonnen werden soll mit einem Impulsprojekt in der Heiligkreuzstraße 24 / 26, das eigentlich etwas außerhalb des offiziellen Sanierungsgebietes liegt. Ich beschäftige mich seit Jahren mit der Schwarmstadt-Studie des Instituts empirica. Wenn Coburg Schwarmstadt werden will müssen wir vor allem „Bottom up“ die Interessen der jungen Generation berücksichtigen und sie auch mal „machen lassen“. Die entscheidende Erkenntnis ist dabei für mich, dass die Entscheider oft garnicht mehr wissen was junge Menschen wollen. Wir müssen deshalb immer wieder die Zielgruppe zu Wort kommen lassen und sie mitgestalten zu lassen, denn Trends sind nicht diktierbar. Die Wohnbau Stadt Coburg setzt dies in vielen Projekten bereits um – beispielswiese mit einem P-Seminar mit dem Coburger Gymnasium Alexandrinum zum Thema Stadtentwicklung, dem „Pop-Up Hostel“ für Studenten aus Manchester in der Heiligkreuzstraße oder der von uns mitbegleiteten Bachelor-Arbeit zum Thema „Junges Wohnen“ im Fachbereich Architektur.

Zu Punkt 2: Coburg muss sich ein Alleinstellungsmerkmal erarbeiten und dies nach außen präsentieren. Dafür müssen auch innovative und neue Wege genutzt werden, um Aufmerksamkeit zu erregen. Es gibt aber auch bei den Einfachen Dingen noch verbesserungspotenzial – wie beispielsweise ein Veranstaltungsportal, dass auch Veranstaltungen für junge Menschen umfasst. Wichtig ist auch dafür aus meiner Sicht eine gute Vernetzung aller Akteure und eine übergreifende Zusammenarbeit – denn ein nach außen hin attraktiver Standort nützt unserer ganzen Stadt, Hochschule und Tourismus genauso wie den Unternehmen bei der Anwerbung von Fachkräften.

Antwort der Jungen Coburger

Zu Punkt 1: Mit unserer Idee einer Schwarmstadt! Coburg muss für Fachkräfte attraktiver werden! Wir benötigen eine enge Verzahnung mit der Hochschule – und ganz wichtig: junges, günstiges Leben in modernen Lebensformen!

Zu Punkt 2: Ein Miteinander, bei dem alle an einem Strang ziehen. Wir stehen gerne bereit.

Antwort der ÖDP: OB-Kandidat Michael Partes

Zu Punkt 1: Nach meiner Einschätzung war die Stadt Coburg bisher für das Studentenwerk kein gern gesehener Partner. Das sollte sich unbedingt ändern. Kneipenleben im Steinweg alleine wird das Problem sicherlich nicht lösen.

Zu Punkt 2: Werbung nicht nur als Tourismusstadt, sondern vor allen Dingen als sehr attraktiver Hochschul- und Wirtschaftsstandort.

Antwort PRO Coburg: OB-Kandidat Thomas Apfel

Zu Punkt 1: Die kommunalen Möglichkeiten, Coburgs Attraktivität als Hochschulstandort weiter auszubauen, gründen sich auf zwei Säulen. Zum einen müssen wir vermehrt geeigneten Wohnraum schaffen. Mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft haben wir hier einen starken und motivierten Partner, der bereits erste Projekte in dieser Richtung angestoßen hat. Zum anderen müssen wie aber auch zeitgemäße, für studentische Belange ausgerichtete Infrastruktur fördern und schaffen.
Freizeit und Mobilität sind hier die beiden herausragenden Handlungsfelder. Als Oberbürgermeister von PRO Coburg werde ich alle Hebel in Bewegung setzen, um ein flächendeckendes W-LAN Netz im Stadtgebiet zu installieren, die Verkehrsinfrastruktur vor allem im Bereich der Radwege aber auch den ÖPNV schnell und nachhaltig zu verbessern. Erste Konzepte hierfür liegen bereits vor (z.B. Ringbuslinie zur besseren Anbindung der Hochschulstandorte). Zudem gilt es, einen dringend benötigten Nahversorger in der Innenstadt anzusiedeln. Um ein lokales Car-Sharing-Angebot in Coburg zu installieren, sind wir bereits im Gespräch mit möglichen Anbietern. Um „junges Wohnen, Leben und Arbeiten“ in Coburg zielgerichtet anbieten zu können, müssen die Bedürfnisse und Wünsche der Zielgruppe ermittelt werden. Hier setze ich auf einen Dialog mit den jungen Menschen, den ich schnellstmöglich und kontinuierlich führen werde.

Zu Punkt 2: Bisher bewerben viele unterschiedliche Akteure mit vielen Einzelmaßnahmen und unterschiedlichen Zielrichtungen die Vorteile der „Marke Coburg“. Die Anstrengungen von Coburg Marketing, der Hochschule, der IHK, den Wirtschaftsförderungen und auch den Landkreis besser zu koordinieren, zu fördern und ein Gesamtkonzept, das sich sinnvoll ergänzt und das gemeinsame Ziel voranbringt, zu entwickeln, ist eine Herkulesaufgabe, die ich aber sehr gerne als eines meiner ersten Ziele angehen werde. Auch hier gilt eindeutig: Gemeinsam können wir mehr erreichen. Kommunikation und Marketing wird bei mir Chefsache. Mit einer entsprechenden Stabsstelle im Rathaus, werde ich dafür die Grundlage schaffen. Ein zeitgemäßer Aus- und Umbau der Online-Präsenzen und die Hebung zweifellos vorhandener Synergieeffekte stehen hier konkret als erste Ziele auf der Agenda.

Antwort der SPD: OB-Kandidat Dominik Sauerteig

Zu Punkt 1: Von entscheidender Bedeutung für mich ist, dass wir weiteren bezahlbaren und attraktiven Wohnraum für junge Menschen und Familien auch in der Innenstadt anbieten können und dort Aufenthaltsqualität bspw. durch einen begrünten Lohgraben und Gemüsemarkt schaffen. Wir sind hier anders als andere Städte in der glücklichen Lage mit unserer eigenen städtischen Wohnbau gestalten zu können und werden die Steinwegvorstadt zu einem lebendigen Quartier der Generationen ausbauen. Dabei darf aber nicht aus den Augen verloren werden, dass in den Coburger Betrieben die Anzahl der Mitarbeiter Ü55 doppelt so hoch ist wie die Anzahl der Mitarbeiter U25. Wir dürfen uns deshalb nicht nur auf die Verbesserung des studentischen Wohnens und Lebens in Coburg konzentrieren, sondern müssen auch diejenigen im Blick behalten, die einen Berufsweg fernab der Hochschule wählen.Nach meiner Einschätzung war die Stadt Coburg bisher für das Studentenwerk kein gern gesehener Partner. Das sollte sich unbedingt ändern. Kneipenleben im Steinweg alleine wird das Problem sicherlich nicht lösen.

Zu Punkt 2: Wichtig ist hier insbesondere über die Vorzüge zu sprechen und nicht immer das Haar in der Suppe zu suchen. Mit 33 Jahren, einer akademischen Ausbildung und Stationen auf dem beruflichen Lebensweg in Bayreuth, Bamberg, München und Würzburg kann ich durchaus vergleichend beurteilen, dass Coburg und die Region sich hier nicht zu verstecken braucht was Lebensqualität und berufliche Chancen betrifft. Durch die Neubaustrecke der Bahn und weitere Zugverbindungen auf der Neubaustrecke ist man regelmäßig am Tag in etwas mehr als 30 Minuten in Erfurt oder 2 Stunden in München und Berlin. Diesen neuen Standortvorteil müssen wir ebenso deutlicher vermarkten wie die Selbstverständlichkeiten für uns „Einheimischen“: Landestheater, guter ÖPNV, Samba-Festival, HUK-Open-Air-Sommer, kurze Wege in die Natur, gastronomische und kulturelle Vielfalt in der Region, breit aufgestellte Sportlandschaft …

Innovationsdreieck Coburg – Kronach – Lichtenfels

Die Hochschule Coburg sieht sich als Hochschule der Region im Innovationsdreieck Coburg – Kronach – Lichtenfels. Unser Ziel ist es, die Entwicklungspotenziale der Städte des Dreiecks zu nutzen und so die Region zu stärken. Davon versprechen wir uns eine stärkere Wahrnehmung der Region in Bayern und deutschlandweit.

  • Wie stehen Sie zu dieser Vision der Hochschule?
  • Welche Möglichkeiten der Zusammenarbeit ergeben sich daraus aus Ihrer Sicht für Coburg, Kronach und Lichtenfels?
  • Wie können die Städte mit dem Öffentlichen Personennahverkehr so vernetzt werden, dass sie den Bedürfnissen der Studierenden und Lehrenden entsprechen?

Antwort Bündnis 90/Die Grünen: OB-Kandidatin Ina Sinterhauf

Zu Punkt 1: Es ist sinnvoll, die Kräfte in der Region zu bündeln und nicht in beständiger Konkurrenz mit den Nachbarstädten zu stehen, gerade weil diese allein nicht schlagkräftig genug sind. Versteht man die Region als Innovationsdreieck, braucht es aber ein gutes Konzept: Wo gibt es Ressourcen und notwendige Standortfaktoren? Welche Standortfaktoren gilt es zu schaffen? etc. Um ein Innovationsdreieck entstehen zu lassen, braucht es die Abstimmung der Kommunen untereinander und eine gemeinsame Strategie.

Zu Punkt 2: s. oben.

Zu Punkt 3: Der Ausbau der ÖPNV-Angebote ist ein erklärtes Ziel Grüner Politik, welches aber von den Kommunen allein nicht bewältigt werden kann. Z.B. sind Zugverbindungen ein wichtiger Baustein der Mobilität. Die Kommunen können jedoch die Anbindung des kommunalen ÖPNV an die Zughalte sinnvoll gestalten.

Antwort der Coburger Liste: OB-Kandidatin Martina Benzel-Weyh

Zu Punkt 1: Natürlich möchte ich erst einmal, dass es mit der Hochschule in Coburg weiter aufwärts geht. Allerdings muss man in unserer Zeit den Blick in die Region öffnen, über den Tellerrand der Stadtgrenze hinausschauen und regional zusammenarbeiten. Hierbei ist eine Ausgewogenheit wichtig und das Loslassen von Individualinteressen. Entscheidungen diesbezüglich müssen nach Sinnhaftigkeit, besten Entwicklungschancen, Langfristigkeit und Potentialen hin getroffen werden.

Zu Punkt 2: Jede Region kann hier hinsichtlich ihrer Schwerpunkte und Möglichkeiten punkten. Miteinander ins Gespräch kommen wäre hier der erste Schritt.

Zu Punkt 3: Tja, da sind sehr viele „Player“ beteiligt, sie alle unter einen Hut zu bekommen, ist sicher nicht einfach. Aber um beginnen zu können, muss eine gewisse Kommunikationsbereitschaft da sein und der Wille zur Zusammenarbeit. Dann können Treffen stattfinden, in denen man Wege finden kann, den ÖPNV so zu vernetzen, dass er den Bedürfnissen aller gerecht werden kann.

Antwort der CSU: OB-Kandidat Christian Meyer

Zu Punkt 1: Dieses sogenannte Innovationsdreieck ist bereits im Aufbau und ebenfalls keine Vision mehr. Die CSU unterstützt diese Bestrebungen ausdrücklich.

Zu Punkt 2: Der Freistaat Bayern ist für die Finanzierung der Hochschulen zuständig und bestimmt auch das Lehrangebot. Die beteiligten Kommunen können aber die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. Hier muss aus meiner Sicht die interkommunale Zusammenarbeit weiter ausgebaut werden, damit gemeinsam für die Region geworben wird und ganzheitlich Verbesserungen angestrebt werden können.

Zu Punkt 3: Die Stadt Coburg hat leider nur begrenzten Einfluss auf den überregionalen ÖPNV. In unserem direkten Einflussbereich, also beim Stadtbusverkehr, wird das Semesterticket bereits unterstützt. Studentinnen und Studenten können das Semesterticket aktuell bis nach Bamberg nutzen - das ist bereits deutlich weiter als zum Beispiel Bamberger Studenten mit ihrem Semesterticket. Für das Innovationsdreieck sollte aber selbstverständlich noch die Strecke nach Kronach eingebunden werden. Dies geht nur in einer konzertierten Aktion zwischen den beteiligten Kommunen, dem Studentenwerk Oberfranken und den betreffenden ÖPNV-Unternehmen. Auch hier stehe ich für eine Stärkung der Vernetzung und der Zusammenarbeit. Durch ein attraktives Semesterticket wird die Hochschule für Studierende attraktiver und damit auch Coburg und die Region.

Antwort der Jungen Coburger

Zu Punkt 1: Wir unterstützen grundsätzlich sämtliche Aktivitäten, die zur Attraktivitätssteigerung der Hochschule und der Region beitragen.

Zu Punkt 2: Kooperationen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, was ein wichtiger Faktor für die Weiterentwicklung der gesamten Region sein kann.

Zu Punkt 3: Durch eine intelligente Vernetzung der verschiedenen Verkehrsträger.

Antwort der ÖDP: OB-Kandidat Michael Partes

Zu Punkt 1: Hier ist zu klären, wieweit wir als Oberzentrum uns zusätzlich in diese Dreieckslandschaft einbringen können und ob die anderen beiden Partnerstädte dazu bereit sind.

Zu Punkt 2: Hier sollten angestrebt werden, dass jeder seine Stärken weiter ausbaut und nicht beim anderen kanibalisiert.

Zu Punkt 3: Eine ordentliche ÖPNV-Vernetzung dürfte ein Kernthema eines erfolgreichen  Zusammenwachsens sein.

Antwort PRO Coburg: OB-Kandidat Thomas Apfel

Zu Punkt 1: Die Bedeutung einzelner Kommunen im Wettbewerb um die Ansiedlung von Wirtschaftsunternehmen und Bildungseinrichtungen und den damit verbundenen Entwicklungschancen nimmt zusehends ab. Aus dem Wettbewerb der Städte um die bestmöglichen Zukunftschancen, ist schon lange ein Wettbewerb der Regionen geworden. Mein Credo ist auch hier: Nur gemeinsam - als starke Region (die wir ohne Zweifel sind) - kann es uns gelingen, zukünftig in diesem Wettbewerb zu bestehen. Schon aus diesem Grund, ist eine verstärkte Kooperation mit den Landkreisen und Städten in unserer Nachbarschaft mein wichtigstes Ziel und der Grundpfeiler meiner kommunalpolitischen Pläne. Die Vision der Hochschule entspricht damit genau meinem Entwicklungsansatz.

Zu Punkt 2: Mit einer gemeinsamen Stimme zu sprechen, eröffnet nicht nur im Bereich der Bildung gänzlich neue Möglichkeiten für alle Beteiligten. Vorausgesetzt alle Beteiligte stellen Besitzstandswahrung und Kirchturmdenken hinten an, kann die Region insbesondere auf den Gebieten Wirtschaftsförderung, Mobilität, Marketing und Tourismus erfolgreicher sein weil man enger zusammenarbeitet.

Zu Punkt 3: Gute ÖPNV-Anbindungen existieren bereits von Coburg nach Lichtenfels und von Lichtenfels nach Kronach. Zwischen Coburg und Kronach kann die Fahrtzeit mit dem ÖPNV aktuell mehr als das Doppelte der Zeit einer Autofahrt in Anspruch nehmen (Auto: 35 Minuten – ÖPNV bis zu knapp 1,5 Stunden). Hier muss das Angebt dem Bedarf entsprechend weiterentwickelt werden. Eine durchgehende Expressbusverbindung mit der Möglichkeit der Fahrradmitnahme wäre die Idealvorstellung. Vorteilhaft wäre überdies - sofern noch nicht geschehen - ein Beitritt aller beteiligten Landkreise in den VGN oder die Schaffung eines vergleichbaren Verbunds mit dem Ziel einer deutlichen Kostenersparnis bei regelmäßiger Nutzung.

Antwort der SPD: OB-Kandidat Dominik Sauerteig

Zu Punkt 1: Aus Sicht der Hochschule macht es auch vor dem Hintergrund, dass eine Vielzahl der Studierenden auch aus den Landkreisen Kronach und Lichtenfels kommt unbedingt Sinn sich als Hochschule der Region zu sehen und entsprechend zu agieren, auch um die jungen Menschen aus den von der Abwanderung junger Menschen besonders betroffenen Regionen in Oberfranken vor Ort zu halten. Ich finde den überlokalen Ansatz daher gut, wenngleich ich kein Fan von räumlicher Zersplitterung und der Schaffung von Kleinsthochschulteilstandorten im Überfluss bin.

Zu Punkt 2: Die Flächen für Unternehmensneuansiedlungen oder -erweiterungen im Stadtgebiet Coburgs sind endlich. Ich verfolge daher das Ziel das Kirchturmdenken bei Unternehmensansiedlungen zu beenden. Im Wettbewerb der Regionen werden wir nur gemeinsam mit den angrenzenden Landkreisen bestehen können. Das bedarf eine enge Abstimmung und das Ablegen überkommener Eitelkeiten. Jeder Unternehmenserhalt oder -ausbau oder jede Unternehmensneuansiedlung im Landkreis Coburg oder um südwestlichen Teil des Landkreises Kronach oder im nördlichen Teil des Landkreises Lichtenfels ist aufgrund der Rolle Coburgs als Oberzentrum der Region auch für die Stadt Coburg gut. Und gerade bei Unternehmensneugründungen oder dem Finden neuer Betätigungsfelder kann die Hochschule Coburg einen Beitrag von großer Relevanz leisten.

Zu Punkt 3: Durch einen Betritt zum VGN können hier sicher Verbesserungen erreicht werden. Dieser ist daher voranzutreiben. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir als Stadt Coburg mit Ausnahme der Vergabe des innerstädtischen Busverkehrs keine weiteren direkten Einflussmöglichkeiten im ÖPNV haben. Durch eine enge Abstimmung mit den benachbarten Kreisen kann dieses „Zuständigkeitsproblem“ jedoch abgemildert werden. Kaum Einfluss haben wir auch auf die Planungen der Deutschen Bahn. Hier gilt es aber stetig Steuerungsmöglichkeiten bei der Vernetzung und Verzahnung von Bahn und Busverkehr im Auge zu behalten und von Zeit zu Zeit bestehende Optionen zu überprüfen. Etwaig erforderliche Feinjustierungen werden wir stets zügig angehen.