Die Rolle der Hochschule Coburg in Lichtenfels

Die Hochschule Coburg trägt als Bildungs- und Forschungseinrichtung wesentlich zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung der gesamten westoberfränkischen Region bei. Sie setzt durch die Vielfalt ihrer Lehr-, Forschungs- und Transferaktivitäten Impulse für die Zukunft und definiert wissenschaftsbasierte Lösungsansätze für die großen gesellschaftlichen Herausforderungen.
Seit geraumer Zeit ist die Hochschule Coburg in Lichtenfels in die Pläne für die Entwicklung eines „Forschungs- und Anwendungszentrum für digitale Zukunftstechnologien FADZ“ involviert. Dieses ganzheitlich gedachte Forschungs- und Transferprojekt, das auch Aus- und Weiterbildungsangebote umfasst, soll der Region neue Impulse geben. Die geplanten Angebote der Hochschule Coburg im Zusammenhang mit dem FADZ lassen sich nur im engen Schulterschluss mit der Stadtpolitik, der Wirtschaft und der Gesellschaft realisieren. Mit unseren Wahlprüfsteinen zur Kommunalwahl 2020 möchten wir auf die Belange der Hochschule aufmerksam machen und um Unterstützung werben.

Forschungs- und Anwendungszentrum für digitale Zukunftstechnologien - FADZ

Das Forschungs- und Anwendungszentrum FADZ entspringt der historisch gewachsenen Zusammenarbeit zwischen der Hochschule Coburg, der Stadt und dem Landkreis Lichtenfels sowie dem Lichtenfelser Unternehmer und Gründer Frank Carsten Herzog, der selbst Alumnus der Hochschule ist. Das Zentrum will die Anlaufstelle für die additive Fertigung und angrenzende Themenfelder wie Bioprinting, Leichtbau, Green Technologies and Design in der gesamten Region werden. Die Hochschule Coburg strebt in diesem Zusammenhang u.a. an, in Lichtenfels mittelfristig einen Masterstudiengang „Additive Fertigung und Leichtbau“ einzurichten.

  • Wie beurteilen Sie die Bedeutung des Projekts für Lichtenfels?
  • Wie könnte Lichtenfels die Hochschule Coburg bei der Umsetzung ihrer Pläne unterstützen?

Antwort der AfD

Zu Punkt 1: Bei einer klassischen Portofolioanalyse würde man das Forschungs- und Anwendungszentrum FADZ als „Star" einordnen, der das Potential hat, sich in der Zukunft als eine "Cash Cow" der „Produkte und Stärken" der Stadt Lichtenfels darzustellen. Im Augenblick steht der Erfolg noch in den Sternen und es liegt an den Protagonisten in den einzelnen Feldern, diesen Entwicklungsbereich zum Erfolg zu führen. „Stars“ sind leider mit dem Nachteil verbunden, dass sie viel Geld und Energie benötigen und Ihr Erfolg oder Misserfolg sich erst in der Zukunft manifestieren wird. Die Stadt hat es zusammen mit Ihnen als Hochschule in der Hand, das FADZ zu einem Inkubator von Innovation und Fortschritt in der Region zu entwickeln. Wie auch beim ICE sind hier die Schienen gelegt, aber man darf bei der Umsetzung nicht zu lax vorgehen und muss immer mit den verantwortlichen Stakeholdern im Gespräch bleiben, damit man nicht plötzlich vor einem geschlossenen Bahnsteig steht, an dem der Zug einfach vorbeifährt und eine andere Region die Lorbeeren erntet.

Zu Punkt 2: Mit der Gründung des Fördervereines, dessen Vorstand sich aus bekannten, regionalen Größen der Politik und Wirtschaft rekrutiert, wurde hier schon der erste Schritt getan. Es geht
darum Gelder auch von Bund und Land einzuwerben, denn alleine kann die Stadt und der Landkreis Lichtenfels die notwendige finanzielle Unterstützung nicht leisten. Geht es bei der Politik um Fördergelder, so geht es bei den Wirtschaftsvertretern im Vorstand um den Transfer von praktischen Fragen z.B. wie man Probleme von Leichtbau-Anwendungen für die Praxis in der Lehre und Forschung lösen kann. Als Partner sehen wir hier im Vorstand u.a. Frau Raab und gratulieren den Planern für die gelungene Zusammenstellung des Vorstandes. Für die Stadt und den Landkreis Lichtenfels ist es nun die Aufgabe vorausschauend Projekte anzustoßen, die den Studienstandort Lichtenfels im ersten Schritt für Studenten attraktiv machen. Hierzu gehört unter anderem eine Analyse des Wohnungsmarktes und die zeitnahe Schließung vorhandener Lücken. Auch der Bereich der Kindergartenplätze für Studentinnen sollte hier nicht vergessen werden. Sehr wichtig ist auch die deutlich bessere Vernetzung mit öffentlichen Verkehrsmitteln zwischen den Städten Coburg/Lichtenfels/Kronach. Diese Analyse und Lösung von Vernetzungsproblemen muss in aller
erster Linie einhergehen mit dem Abbau immer noch vorhandener Ressentiments, die in der Vergangenheit, aber auch der Gegenwart die Verwertung vorhandener Potentiale zum Wohle aller
verhindert/behindert haben.

Antwort der CSU: Bürgermeister-Kandidat Uwe Held

Zu Punkt 1 und 2: Dieses Projekt ist von großer Bedeutung für die ganze Region und stärkt damit auch den Wirtschaftsstandort Lichtenfels nachhaltig. Der Grundstein wurde im Frühjahr 2019 durch den Erwerb des historischen Gebäudes der Kirschbaummühle in der Coburger Straße durch die Stadt Lichtenfels gelegt und durch die Bund-Länder-Städtebauförderung finanziell gefördert. Durch die aufwendige Sanierung des Gebäudes wird das FADZZentrum, also das Forschungs- und Anwendungszentrum für digitale Zukunftstechnologie, als zentrale Anlaufstelle etabliert werden. Auch für die Hochschule, die von Anfang an die Unterstützung und die Räumlichkeiten vor Ort sicher hatte. Das Besondere ist, dass sich hier viele verschiedene Akteure vor Ort, über Landkreis-, Branchen- und Parteigrenzen hinweg, zusammengeschlossen haben, um gemeinsam Handwerk, Industrie und Ausbildung zu stärken und zukunftsfest zu machen. Forschung und Digitalisierung muss vor Ort gelebt werden und greifbar sein – das setzen wir mit dem FADZ um. So wird den ansässigen kleinen und mittleren Betrieben der Zugang zur digitalen Fertigungstechnologie ermöglicht. Und hier zeigt sich auch das Potenzial für die Hochschule und ihre Pläne: Denn vor Ort können die wissenschaftlichen Studiengänge mit der Praxis, das heißt den regionalen Unternehmen, unmittelbar verbunden werden. Das ist ein Gewinn für die Studierenden, die Hochschule und die Unternehmen. Denn indem wir die Praxis stärken und zukunftsfest machen, schaffen wir für die Hochschule starke und verlässliche Partner für eine praxisnahe Ausbildung, was wiederum die Attraktivität der Hochschule sehr stärkt. Darüber hinaus fanden auch auf Initiative der Landtags- und Bundestagsabgeordneten der CSU, Emmi Zeulner, Jürgen Baumgärtner und Martin Mittag, bereits Gespräche zwischen dem Staatsminister für Wissenschaft und Kultus, Bernd Sibler (MdL), statt, um die Weichen für eine zukünftige Finanzierung des Masterstudiengangs an der Hochschule aus dem Landeshaushalt finanziell zu unterstützen. Die CSU steht auf allen politischen Ebenen ganz klar als verlässlicher Partner hinter dem FADZ und der Hochschule.

Antwort der SPD: Bürgermeister-Kandidat Andreas Hügerich

Zu Punkt 1: Ich sehe im FADZ für den Bildungsstandort Lichtenfels ein Projekt von sehr großer Bedeutung. Die Zusammenarbeit mit den Grund-, Mittel- und Förderschulen sowie den beiden Gymnasien, Realschulen und der Berufsschule im Landkreis Lichtenfels wird für alle Seiten einen Vorteil bringen, so dass wir bei den digitalen Technologien unsere Schülerinnen und Schüler mit dem neuesten Wissen ausstatten können. Gleichzeitig wird auch die heimische Wirtschaft von gut ausgebildeten jungen Leuten sowie von Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten im FADZ, die von den Auszubildenden und Fachkräften gleichermaßen genutzt werden, profitieren.Das Projekt ist für Lichtenfels und seine Ortsteile ein Gewinn und als eine sehr positive Entwicklung zu sehen.

Zu Punkt 2: Die Stadt Lichtenfels hat das Gebäude, in dem das FADZ beheimatet sein soll, die ehemalige Kirschbaummühle in Lichtenfels bereits erworben. Das Gebäude liegt im Zentrum der Stadt und soll mit Hilfe eines Architekturwettbewerbs neu und attraktiv gestaltet und umgebaut werden. Darüber hinaus unterstützen wir als Stadt den Förderverein des FADZ, welcher die Netzwerkbildung vor Ort übernehmen soll. Weiterhin werde ich gemeinsam mit dem Landkreis Lichtenfels daran arbeiten, ein Trägerkonzept für den Betrieb des FADZ zu erarbeiten, mit dem Ziel, auch in künftigen Haushalten der Stadt Lichtenfels Mittel für den Betrieb des FADZ bereitzustellen.Schaffung der passenden Räumlichkeiten der Hochschule und entsprechenden Parkmöglichkeiten.

Antwort der Wählervereinigung Leuchsental Jura

Zu Punkt 1: Das Projekt ist für Lichtenfels und seine Ortsteile ein Gewinn und als eine sehr positive Entwicklung zu sehen.

Zu Punkt 2: Schaffung der passenden Räumlichkeiten der Hochschule und entsprechenden Parkmöglichkeiten.

Hochschul- und Innovationsstandort Lichtenfels

Um junge Menschen für den Standort Lichtenfels zu begeistern, braucht es nicht nur attraktive Forschungs- und Studienangebote, sondern auch die passende Infrastruktur in der Stadt. Und auch die Professorinnen und Professoren brauchen ein interessantes Arbeits- und Wohnumfeld. Außerdem muss es gelingen, Menschen aus der Region, aber auch darüber hinaus auf das Besondere des Standorts Lichtenfels und der Region aufmerksam zu machen.

  • Wie können das studentische Wohnen und Leben in Lichtenfels gefördert werden?
  • Welche Anstrengungen können unternommen werden, um für den Studien- und Forschungs-standort Lichtenfels und die Region zu werben?

Antwort der AfD

Zu Punkt 1: Wie bereits unter Punkt 1.b bemerkt sind die kommunalen Protagonisten aufgefordert vorausschauend Problemgebiete zu analysieren und für diese Konzepte vorzustellen. Ein erster Schritt ist die Analyse in welcher Situation sich der Wohnungsmarkt in Lichtenfels befindet und wo Engpässe bestehen. Hinsichtlich der gehobenen Ansprüche von Lehrkräften finden sich sicherlich im hochwertigen Wohnumfeld von Lichtenfels und in den vielen Neubaugebieten Lösungsansätze. Die speziellen Anforderungen der Studenten sind hier, ob der Menge und des Umfanges aufwändiger zu lösen. Bezahlbarer Wohnraum ist knapp und ob sich hier bei der Entwicklung des Bahnhofsgeländes in Lichtenfels ein ausreichendes und bezahlbares Wohnungsangebot entwickelt ist beim augenblicklichen Verfahrensstand für uns als AfD noch nicht zu beantworten. Wichtig ist es von Seiten der Stadt immer wieder in den Ämtern und Behörden die Sensibilität für die Herausforderungen der FADZ in den Betrachtungshorizont der Mitarbeiter zu rücken. Studentisches Leben besteht allerdings nicht nur aus vier Wänden, sondern findet sich auch im Freizeit- und Aktionsangebot der jeweiligen Stadt. Die Infrastruktur des Angebotes geht einher mit der Nachfrage und wird gestützt durch verfügbare Flächen. Wenn Lichtenfels über eines verfügt, dann sind dies verfügbare Flächen in der Innenstadt. Hier scheint es für uns angebracht, das die städtischen Ämter in Zusammenarbeit mit den Studenten und Studentenvertretungen diese Areale mit Ideen und letztlich mit Leben und Angeboten füllen. Wir möchten uns hier nicht festlegen, sondern eine enge Zusammenarbeit und einen Dialog anregen.

Zu Punkt 2: Welche Unterstützung und Erfahrungen können sie von Seiten der Hochschule anbieten, um für den Studien- und Forschungsstandort Lichtenfels und die Region zu werben? Hinsichtlich der Werbung wäre es wünschenswert, das die Stadt Lichtenfels z.B. im Rahmen von Projekt-, Bachelor-, oder Masterarbeiten auf die Forschung und das Wissen der Hochschule Coburg, Ihrer Studenten und Professoren zurückgreifen könnte. Grundsätzliche Wege der Werbung hinsichtlich der touristischen Vermarktung hat die Stadt schon, aber als Hochschulstadt betritt man hier vollkommenes Neuland. Die Forschung und Lehre hat sich in den letzten Jahrzehnten durch den Einzug digitaler Medien deutlich verändert, hier könnte es durchaus interessant sein, sich als Projekt für eine studentische Evaluierung eines erfolgreichen Marketingkonzeptes für einen Studien- und Forschungsstandort anzubieten.

Antwort der CSU: Bürgermeister-Kandidat Uwe Held

Zu Punkt 1: In Bayern haben wir eine sehr gute Förderung für Wohnraum für Studenten. So wird sowohl der Neubau, die Erweiterung eines bestehenden Gebäudes als auch der Erwerb eines Gebäudes, das dann zu Studentenwohnraum umgebaut wird, gefördert. Bedingung für letzteres ist, dass das Gebäude mindestens 35 Jahre alt sein muss oder aber erhebliche Mängel hat. Für jeden Wohnplatz, der für einen Studenten bereitgestellt wird, gewährt der Freistaat Bayern ein Darlehen in Höhe von bis zu 32.000 Euro. Die Darlehenssumme, die zurückgezahlt werden muss, verringert sich mit jedem Jahr, in dem ein Student den Wohnplatz nutzt, um 4%. Das bedeutet, dass wenn ein Wohnplatz für 25 Jahre von Studenten bewohnt wird, das Darlehen wie ein direkter Zuschuss wirkt und dann nichts mehr zurückgezahlt werden muss. Somit wird auch ein Anreiz gesetzt, dass die Wohnplätze für Studenten frei gehalten werden.
Neben diesem klassischen Förderungsmodell, muss es das Ziel sein, eine Art „Studenten-Senioren-Netzwerk“ zu etablieren. Bei einem solchen könnten z.B. ältere Menschen, die Wohnraum verfügbar haben, diesen vergünstigt an Studenten vermieten, die dafür im Gegenzug Hilfeleistungen, wie z.B. Einkaufen, anbieten. Es ist deshalb interessant für Senioren, weil die Mietverhältnisse immer auf die Zeit des Studiums befristet sind. Natürlich muss es das Ziel sein, diese Angebote auch für Auszubildende im Handwerk, der Industrie und dem Handel zur Verfügung zu stellen.

Zu Punkt 2: Zunächst müssen wir alle Anstrengungen, die wir bereits jetzt unternehmen, um unsere Region und den ländlichen Raum allgemein attraktiv zu halten und gestalten, weiter verfolgen. Dabei geht es vor allem auch um den Erhalt und den Ausbau von Infrastruktur, einen funktionierenden ÖPNV, eine gute medizinische Versorgung, bezahlbaren Wohnraum und natürlich auch ein spannendes kulturelles Angebot. Was wir bereits jetzt schon bieten können, sind tolle Traditions- und Familienunternehmen, von denen viele zu den Hidden Champions zählen und die den Namen „Champion“ auch zu Recht tragen. Dazu kommen neue innovative Unternehmen wie Concept Laser von General Electric. Diese Unternehmen sind nicht nur fantastische Partner für die praktische Ausbildung im Rahmen der Studiengänge an der Hochschule, sondern gleichzeitig auch attraktive Arbeitgeber für die Zeit nach dem Studium. Doch wir wissen alle, neben dem Beruf, muss auch das Umfeld im Privaten stimmen und auch hier kann unsere Region voll überzeugen: Wir leben im Gottesgarten am Obermain – Studieren, wo andere Urlaub machen! Und gleichzeitig bleibt die Region dennoch, gerade was das Preis-Leistungsverhältnis bei den Lebenshaltungskosten angeht, sehr günstig. Das alles sind Argumente, die für sich sprechen und die sich auch unter den Studierenden und jungen Berufsanfänger schnell verbreiten werden. Wichtig ist es, dass wir als Region und Hochschulstandort auf Studienmessen vertreten sind, zielgerichtete Social MediaArbeit auf Studentenplattformen leisten und durch eine öffentliche Präsenz in den überregionalen Medien die Standortvorteile hervorheben. Die Hochschule Coburg befindet sich derzeit im Markenbildungsprozess und dabei muss der Standort Lichtenfels, sowie das Innovationsdreieck Coburg-Kronach-Lichtenfels, gleich mitgedacht werden. Unser Ziel muss es sein, bundesweit bedeutende innovative Forschungsprojekte in die Region zu holen. Ein tolles Beispiel ist hier das durch Bundesmittel geförderte Projekt des autonomen, d.h. selbstfahrenden, Busses unter der Leitung der heimischen Firma Valeo im Landkreis Kronach. Durch solche Projekte wird die Region als Studien- und Forschungsstandort automatisch sowohl für Studierende, als auch für Unternehmer interessanter.

Antwort der SPD: Bürgermeister-Kandidat Andreas Hügerich

Zu Punkt 1: Um das studentische Wohnen und Leben in Lichtenfels zu fördern, werde ich mich dafür einsetzten, bei Neubauprojekten auch an Studenten und Professoren zu denken, so dass diese in Lichtenfels gut und gerne leben können und für sich passenden Wohnraum finden. An Freizeitaktivitäten haben wir in Lichtenfels bereits einiges zu bieten. Mitten im Gottesgarten am Obermain, sind Freizeitaktivitäten in der freien Natur jederzeit als Ausgleich zum Alltag möglich. Wir haben vielfältige Einkaufsmöglichkeiten und unsere Lichtenfelser Altstadt lädt mit ihren Cafés und Gastronomie zum Verweilen ein. Darüber hinaus ist ein wichtiger Baustein für mich, dass in Lichtenfels öffentliche Veranstaltungen angeboten werden. Mit dem Open-Air-Kino-Sommer, dem
Lichtenfelser Weinfest oder der größten Veranstaltung, dem Lichtenfelser Korbmarkt, aber auch mit der Lichtenfelser Stadtalm sowie der Märcheneisenbahn während des Weihnachtsmarktes, ist auf dem Lichtenfelser Marktplatz das ganze Jahr über für alle Altersgruppen etwas geboten. Freunde klassischer Musik und Kulturliebhaber kommen im Lichtenfelser Stadtschloss, der ehemaligen Synagoge oder unserer Stadthalle auf ihre Kosten.

Zu Punkt 2: Im Jahr 2020 hat sich die Stadt Lichtenfels mit der Vision 2030 auf den Weg gemacht, herausragende Schwerpunkte in der Stadtentwicklung für die kommenden Jahre zu erarbeiten. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern wurden Themenbereiche wie eine herausragende kommunale Bildung oder die Stärkung der Marke Lichtenfels als Wirtschaftsstandort nach dem Motto „Arbeiten wo andere Urlaub machen“ vereinbart und Ziele formuliert. Diese Vision von einem lebendigen Lichtenfels möchte ich bis 2030 und darüber hinaus gemeinsam mit der Bevölkerung weiter vorantreiben. Die Lichtenfelserinnen und Lichtenfelser sind die besten Werbebotschafter für unser Lichtenfels, die man sich vorstellen kann. Ebenso möchte ich den Unternehmen Flächen für Betriebserweiterungen anbieten und auch neuen Unternehmen die Chance geben, sich in Lichtenfels anzusiedeln. Auch sie sollen Botschafter für unsere Stadt sein und ihre innovativen Ideen am Standort Lichtenfels weiterentwickeln, wobei das FADZ eine besondere Rolle spielen wird.

Antwort der Wählervereinigung Leuchsental Jura

Zu Punkt 1:

  • Schaffung von günstigem Wohnraum für Stundenten und Professoren (altes Kreiskrankenhaus)
  • Erfassung des verfügbaren freien Wohnraums auf den Ortsteilen

Zu Punkt 2:

Internetauftritt und Bewerbung der Standorts Lichtenfels z.B.:

  • günstig Wohnen und Studieren im Gottesgarten und der Genussregion Oberfranken
  • Studieren und später Arbeiten am gleichen Ort möglich

Innovationsdreieck Coburg – Kronach – Lichtenfels

Die Hochschule Coburg sieht sich als Hochschule der Region im Innovationsdreieck Coburg – Kronach – Lichtenfels. Unser Ziel ist es, die Entwicklungspotenziale der Städte des Dreiecks zu nutzen und so die Region zu stärken. Davon versprechen wir uns eine stärkere Wahrnehmung der Region in Bayern und deutschlandweit.

  • Wie stehen Sie zu dieser Vision der Hochschule?
  • Welche Möglichkeiten der Zusammenarbeit ergeben sich daraus aus Ihrer Sicht für Coburg, Kronach und Lichtenfels?
  • Wie können die Städte mit dem Öffentlichen Personennahverkehr so vernetzt werden, dass sie den Bedürfnissen der Studierenden und Lehrenden entsprechen?

Antwort der AfD

Zu Punkt 1: Diese Vision können wir ausdrücklich nur begrüßen und wir möchten auf unsere Ausführungen unter Punkt 1a. und 2b. verweisen.

Zu Punkt 2: Sie, als Hochschule schaffen eine Klammer in einer Region die zusammengehört, aber leider nicht immer zusammensteht. Die bereits erwähnten Ressentiments zwischen den
einzelnen Städten finden sich wieder in unterschiedlichen Verkehrs- und Tourismuskooperationen. Hier besteht die Chance sich neu kennenzulernen und hoffentlich ergeben sich darauf Hochzeiten aus den "verfeindeten Familien“ die letztlich die Region als Ganzes stärken können.

Zu Punkt 3: Darauf können wir Ihnen am heutigen Tage und aufgrund unserer fehlenden kommunalen Erfahrung keine Antwort geben. Wir bitten uns dies nachzusehen. Sinnvolle Konzepte/Vorschläge bedürfen einer tiefen Analyse, Kenntnis und letztlich einer zündenden Idee auf der Grundlage von Grenzen, die überwindbar sind oder auch nicht. Wir stehen vor der Herausforderung, dass unsere Region in verschiedene Verkehrsverbünde eingegliedert ist. Inwieweit dies änderbar oder anders lösbar ist, können wir heute und hier nicht beantworten.

Antwort der CSU: Bürgermeister-Kandidat Uwe Held

Zu Punkt 1 und 2: Die Vision, das Entwicklungspotenzial der drei Landkreise zu nutzen und die Region zu stärken, indem man auch landkreisübergreifende Cluster bildet, ist ein politisches Ziel, das wir schon seit langem verfolgen und umsetzen. Die Vision unterstützen wir somit vollumfänglich und arbeiten an verschiedensten Projekten als CSU zusammen. Ein Beispiel ist hier die Umsetzung der B173, die sich über die Landkreise erstreckt. Das Innovationsdreieck Coburg-Kronach-Lichtenfels bietet eine tolle Möglichkeit, die individuellen Stärken dieser drei Städte effizient sowie effektiv zu bündeln und somit die Attraktivität unseres ländlichen Raumes auch innerhalb Bayerns zu steigern. Dabei gilt es, eine ausgewogene Balance zwischen Verwurzelung und Weltoffenheit zu finden, was die Hochschule ohnehin bereits als eine ihrer Visionen erfolgreich lebt.
Wir sind von unserer Region überzeugt und selbstverständlich ist es unser gemeinsames Ziel, im Innovationsdreieck Coburg-Kronach-Lichtenfels Synergien für alle zu nutzen. Und die Grundlagen dafür sind vorhanden, denn zahlreiche bekannte Unternehmen, wie beispielsweise HABA, BAUR, Dr. Schneider und General Electric sind bei uns ansässig. Mit der Hochschule als Kooperationspartner können wir auf alten Strukturen aufbauen, neue Strukturen schaffen und so sowohl den Hochschulstandort mit einer praxisnahen Ausbildung als auch zugleich die Region zukunftsfest machen. Denn dort, wo Ausbildung stattfindet, herrscht weniger Fachkräftemangel.
Ganz konkret zeigen die Unternehmen, dass sich auch im ländlichen Raum, jenseits der Ballungsräume, attraktives Arbeiten und Leben sehr gut vereinbaren lässt. Diese bestehenden Ressourcen gilt es zu nutzen, indem man Netzwerke zwischen den Städten, der Hochschule und den Unternehmen knüpft, um auf der einen Seite den Studierenden zu ermöglichen, ganz unmittelbar die Theorie in die Praxis umzusetzen. Auf der anderen Seite können sich hieraus auch für die Unternehmen vor Ort Vorteile ergeben. So können zum Beispiel Synergien auch bei der Bereitstellung und gemeinsamer Nutzung von technischer Ausstattung oder Maschinen entstehen. Das ist vor allem für kleinere Unternehmen interessant, um Kosten einzusparen und trotzdem eine attraktive Aus-, Fort- und Weiterbildung für ihre Mitarbeiter zu bieten. Darüber hinaus können mit dem Innovationsdreieck die Städte über die Landkreisgrenzen hinaus ihre Zusammenarbeit intensivieren und auch in anderen Bereichen, wie z.B. den ÖPNV, Kooperationen schließen.

Zu Punkt 3: Entscheidend wird sein, eine schnelle Verbindung zwischen den drei Hochschulstandorte - über Landkreisgrenzen hinweg - zu schaffen. Beispielsweise durch

  • Einführung einer Schnellbuslinie von Campus zu Campus
  • Einrichtung einer Mitfahrbörse (auf den Websites der jeweiligen Hochschulen/Entwicklung einer App)
  • Fahrradverleih/(E-)Rollerverleih
  • Sammeltaxi/Fifty-fifty Taxi
  • Vergünstigte Studientickets für den ÖPNV (Kronach-Lichtenfels-Coburg)
  • Vergünstigung der Bahntickets („Bahncard Student“

Antwort der SPD: Bürgermeister-Kandidat Andreas Hügerich

Zu Punkt 1: In der Zusammenarbeit zwischen Coburg, Kronach und Lichtenfels sehe ich persönliche eine sehr gute Chance unsere Region gemeinsam weiterzuentwickeln. Deshalb ist für mich dieses Innovationsdreieck ein wichtiger Schritt, den ich gerne unterstütze.

Zu Punkt 2: Möglichkeiten ergeben sich aus meiner Sicht für alle Beteiligten einige. Beginnend mit der Möglichkeit, gemeinsamen Veranstaltungen zu gestalten, die Nutzung einer gemeinsamen Infrastruktur oder gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. So kann letzten Endes das FADZ in Lichtenfels zum Vorreiter bei digitalen Zukunftstechnologien werden und auch die Coburger und Kronacher Initiativen und Institutionen werden davon profitieren. Ebenso ist durch das gemeinsame Wirken meines Erachtens die Akzeptanz und Anerkennung in der Bevölkerungen für ihre Einrichtungen vor Ort ein Vorteil des Innovationsdreiecks.

Zu Punkt 3: Die Verkehrswege zwischen Coburg und Lichtenfels sind sowohl im Schienen- als auch im Straßenverkehr bereits sehr gut ausgebaut. Zwischen Kronach und Lichtenfels bestehen durch die Bahn sehr gute Verbindungen. Einer Verbesserung der Verkehrssituation auf der Straße zeichnet sich mittelfristig mit dem Ausbau der B173 ab. Durch den Beitritt der Städte und Landkreise Coburg und Kronach zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) könnte noch eine Verbesserung im Bahnverkehr stattfinden, so dass auch der Pendelverkehr erleichtert werden kann. In Lichtenfels gibt es einen Stadtlinienverkehr, der sehr gut ausgebaut ist. Außerdem wird gerade in einer Projektgruppe an einem Mobilitätskonzept gearbeitet, das gemeinsam mit der Hochschule Coburg auch eine Mobilitäts-App umfassen soll, die die Benutzung und Koordinierung der Angebote für den Fahrgast erleichtern soll.

Antwort der Wählervereinigung Leuchsental Jura

Zu Punkt 1: Sehr positiv, da neue Personen auf die Städte aufmerksam gemacht werden und die Entwicklung der Städte, sowohl wirtschaftlich, als auch kulturell, aufgewertet wird.

Zu Punkt 2:

  • gemeinsame Planungen der drei Städte möglich
  • Durch die gemeinsame Interaktion der Städte wird die Bindung gestärkt und das gemeinsame Verhältnis positiv beeinflusst.

Zu Punkt 3:

  • Durch abgestimmte Zug-/ Busverbindungen (Flixbus)
  • Bildung von Fahrgemeinschaften