Ein Messestand wird zur "Landschaft"

Donnerstag. 26. September 2019 (Corinna Tübel)
Eine Anordnung gefalteter Pyramiden stellt den neuen Messestand der Fakultät Design der Hochschule Coburg vor.
Der Entwurf des Messestands der Coburger Studentin Anna Gindele bekommt einen Preis. Modell: Anna Gindele

Mit ihrem selbst entworfenen Messestand der Fakultät Design ist die Studentin Anna Gindele auf die Shortlist zum Hochschulpreis „Moderner Aus- und Leichtbau“ gewählt worden. Ihr Projekt vereint intelligente Funktionalität mit Ästhetik.

Begonnen hat alles mit einem Semesterentwurf vor rund eineinhalb Jahren im Sommersemester 2018: Die Studentin Anna Gindele entwarf wie vierzehn andere ihrer Kommiliton*innen aus dem Bachelor-Studiengang Innenarchitektur einen Messestand für die Fakultät Design bei der imm Cologne 2020. Er sollte so gestaltet werden, dass die dort möglichen realen Begegnungen für einen nachhaltigen Eindruck bei den Besucher*innen sorgen. Das Konzept der Studentin: ungewöhnlich. Trotz der Materialvorgabe „Gipskartonplatten“, die beim Fertigen traditionell eher rechteckige Objekte nahelegt, entschied sie sich dafür, dreieckige Formen zuzuschneiden und für ihr Modell zu verwenden.

Wege und Freiräume

Entwicklung und Entfaltung sind der Studentin persönlich wichtig, erklärt Anna Gindele in ihrer Semesterarbeit. Diese Haltung spürt man aber auch in ihrem fachlichen Denken. So entstanden unter dem Motto „Hospitality“, Gastlichkeit, viele einzelne, „gefaltete“ Pyramiden, die in Gruppen angeordnet Wege, aber auch Freiräume durch die zukünftige Präsentationsfläche bieten. Durch Metallständerunterkonstruktionen bekamen die Modelle Halt. Funktionell und natürlich scheint die Devise: Wand, Boden und die roh belassenen Platten gehen ungekünstelt ineinander über. „Es ist eine Landschaft, die so entsteht. Mit vielen kleinen Objekten“, beschreibt es Prof. Mark Phillips, Studiengangsleiter des Bachelor-Studiengangs Innenarchitektur und Prodekan der Fakultät Design, der das Ursprungsprojekt betreute. Objekte, das sind beispielsweise eingelassene Regalbretter in ver­schiedenen Höhen. Sie werden zu Präsentationsflächen für Modelle oder Sitzgelegenheiten. An die Pyramiden selbst können Plakate oder Layouts gepinnt werden.

Realisierung und Preisverleihung

Anschließend wählten der Fakultätsrat und der Dekan aus der Fakultät Design diesen Entwurf als den Besten aus: Er soll für den Messestand der Fakultät Design bei der imm Cologne in Köln 2020 realisiert werden. Unabhängig davon reichte Anna Gindele ihr Konzept beim Hochschulwettbewerb Moderner Aus- und Leichtbau der gleichnamigen Hochschulinitiative ein. Diese wird von verschiedenen großen Verbänden der Baubranche getragen. Sie widmen sich gemeinsam der Förderung des Aus-, Trocken- und Leichtbaus und möchten Lehre und Praxis näher zusammenbringen.

Unter 53 Wettbewerbsbeiträgen aus 23 Hochschulen hat die fachlich breit aufgestellte Jury zehn Beiträge auf die Shortlist 2019 gewählt – darunter das Projekt der Coburger Studentin.

Prof. Mark Phillips ist stolz auf die Studentin Anna Gindele und das Engagement der Fakultät Design: „Experimentelle Projekte sind das Kernstück angewandter Forschung“, betont der Studiengangsleiter. Der Lerneffekt für die Studierenden sei Ziel der angewandte Lehre. „Aber es ist genauso wichtig, dass die Projekte realisiert werden. Das alles ist oft sehr anspruchsvoll, aber Erfolge wie der von Anna Gindele bestätigen unsere Arbeit auf hohem und konkurrenzfähigem Niveau.“

Im November werden auf dem Hochschultag an der Bauhaus-Universität in Weimar alle Beiträge vorgestellt und prämiert. Dies ist verbunden mit der Veröffentlichung des Beitrags im Wettbewerbskatalog sowie in verschiedenen baurelevanten Medien.

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