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5. März '26

(Andreas T. Wolf)

An der Hochschule Coburg wird nicht nur gelehrt, sondern auch geforscht. Dazu braucht es aber manchmal die Unterstützung der Bevölkerung. Doktorandin Annika Hiller von der Fakultät Angewandte Naturwissenschaften und Gesundheit sucht im Zuge ihrer Tandem-Promotion nach Probandinnen, die in einer Versuchsreihe zur Gesundheit mitwirken – und damit am Ende allen Frauen helfen. 

Die Entwicklung vieler Medikamente stützt sich bis heute überwiegend auf Studien mit männlichen Probanden, sodass geschlechtsspezifische Unterschiede in Wirkung und Nebenwirkungen häufig unberücksichtigt bleiben. Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin und mehrere Universitäten fordern daher, frauenspezifische Aspekte künftig stärker in der medizinischen Forschung zu berücksichtigen.

Trotz wachsender Aufmerksamkeit bleibt die Frauengesundheit ein bislang unterrepräsentiertes Forschungsfeld, sagt Prof. Dr. Karin Meißner. Sie ist an der Hochschule Coburg unter anderem als Gleichstellungsbeauftragte für Frauen in Wissenschaft und Kunst tätig: „Aktuelle Förderinitiativen des Bundes sowie der zunehmende Druck wissenschaftlicher Fachgesellschaften zeigen deutlich, dass das Bewusstsein für diese strukturellen Defizite steigt, und damit auch die Verantwortung, bestehende Forschungslücken gezielt zu schließen.“

Förderprogramme der Bundesministerien für Gesundheit, sowie für Forschung, Technologie und Raumfahrt setzen hierfür wichtige Impulse. Entscheidend ist nun, dass sich ausreichend Freiwillige finden, die sich an Studien zu frauenspezifischen Themen beteiligen.

Studien zu Brustkrebs und Periodenschmerzen

Zwei ihrer Studien führt die Doktorandin Annika Hiller von der Fakultät Angewandte Naturwissenschaften und Gesundheit als Tandem-Promovendin im Rahmen des Projekts IMPETUS durch. Das Projekt wird im Rahmen der Bund-Länder-Initiative FH-Personal gefördert – mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, des Bundesministeriums für Technologie und Raumfahrt sowie der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK). Hiller promoviert „im Tandem“ an der Hochschule Coburg und ist zugleich in der Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde an der Sozialstiftung Bamberg in die Forschungsabteilung eingebunden.

Inhaltlich beschäftigt sie sich im Rahmen ihrer Promotion mit Frauengesundheit, insbesondere mit dem Einfluss von Stress auf körperliches und psychisches Wohlbefinden: „Aktuell betreue ich zwei Studien. Die erste untersucht eine Yoga-Intervention bei Frauen mit einer Erstdiagnose eines nicht-metastasierenden Brustkrebses nach abgeschlossener Akuttherapie. Ziel ist es zu erforschen, ob mithilfe von Yoga Beschwerden wie Schlafstörungen, Angst, innere Unruhe und Fatigue bekämpft werden können“, erklärt die 27-jährige. In einer zweiten Studie befasse sie sich mit Periodenschmerzen. Dabei wird untersucht, ob die Einnahme von Probiotika menstruationsbedingte Beschwerden lindern kann und welchen Einfluss sie auf das allgemeine Wohlbefinden haben.

„Beide Studien sind Teil meiner Promotion und greifen zentrale Aspekte der Frauengesundheit auf. Mich interessiert besonders, wie komplementäre und alltagsnahe Maßnahmen Frauen in belastenden Lebensphasen unterstützen können. Frauengesundheit ist in der Forschung noch immer unterrepräsentiert, und genau hier möchte ich einen Beitrag leisten.“

Wer mitmacht, kann etwas bewegen

Doch die Suche gestaltet sich als schwierig, denn für die Yoga-Studie werden Frauen mit einer Erstdiagnose eines nicht-metastasierenden Brustkrebses nach abgeschlossener Akuttherapie gesucht, die bisher keine regelmäßige Yoga- oder Entspannungspraxis ausüben. Derzeit fehlen der Doktorandin noch 15 Teilnehmerinnen. Dabei könnten diese vom Mitmachen profitieren, denn Probandinnen bekommen einen kostenfreien Yoga-Kurs – entweder online oder vor Ort in Rödental bei Coburg. Auch für die Studie zu Periodenschmerzen werden noch 100 Frauen im Alter von 18 bis 30 Jahren gesucht. Ein Teil der Teilnehmerinnen erhält kostenfrei Probiotika und kann so bequem von zu Hause aus mitwirken.

Annika Hiller ist – wie viele Wissenschaftlerinnen – auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen: „Gerade Themen wie Brustkrebs-Nachsorge oder Periodenschmerzen betreffen viele Frauen, sind jedoch wissenschaftlich noch nicht ausreichend erforscht. Jede einzelne Teilnahme hilft, die Datenlage zu verbessern und langfristig neue, niedrigschwellige Unterstützungsangebote zu entwickeln. Ich freue mich sehr über jede Frau, die bereit ist, die Forschung auf diesem Weg zu unterstützen.“

Teilnahme an der Studie

Am 28. Mai 2026 wird der Internationale Tag der Frauengesundheit gefeiert. Frauen können in der Forschung helfen und einen echten Unterschied zu machen. Teilnahmemöglichkeiten und Kontakt: 09561 317 8097 oder annika.hiller@hs-coburg.de

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