Architektur-Studierende gestalten ihr Arbeitsumfeld selbst

Montag. 23. September 2019 (Corinna Tübel)
Hochschule Campus Design Architekturfoto Innenraum
Durch einen freitragenden „Tisch“ wurden zusätzliche Raumreserven erschlossen. Foto: Sebastian Kolm, Grub am Forst
Campus Design Hochschule Coburg Studioarbeitsplätze Blick nach draußen
Der Raum ist von außen zugänglich und durch die Verglasung hell und lichtdurchflutet. Foto: Sebastian Kolm, Grub am Forst

Platzmangel sorgte am Campus Design der Hochschule Coburg für frische Ideen. Der dort beheimatete Studiengang Architektur freut sich über wachsende Studierendenzahlen. Bei den für die Studierenden wichtigen Studioarbeitsplätzen stieß die Hochschule aber an ihre räumlichen Grenzen. Prof. Dr. Rainer Hirth, Professor für Entwerfen und Konstruieren im Studiengang Architektur, und sein Team machten sich daher auf die Suche nach Raumreserven. Fündig wurden sie im eigenen Gebäude: Ein überhoher Raum, der neue Raumressourcen bietet und von den Studierenden erschlossen werden kann.

Der erste Schritt dahin war ein Kurzentwurf, ein Stegreif, als Ideensammlung, an dem alle Architektur-Studierenden teilnehmen konnten. Dann folgte die Bearbeitung dieses „DesignBuild Projects“. 14 Studierende arbeiteten gemeinsam an der Entwicklung und Realisierung der Idee. Für das finale Konzept erstellten sie anschließend den Bauantrag und nahmen die Verhandlungen mit den entsprechenden Behörden auf.

Die angehenden Architekt*innen mussten die Konstruktion so auslegen, dass sie nicht in die vorhandene tragende Struktur des Gebäudes eingreift und gegebenenfalls auch wieder vollständig entfernt werden kann. Die Lösung bot die Gestaltung als freitragender „Tisch“, der mit nur wenigen Schrauben gegen seitliche Bewegungen an den Wänden fixiert ist. Minimalistisch erscheint der ganze Raum: Die unverputzten Wände mit ihrem rauen Charme verschmelzen ausgezeichnet mit den simplen Holz- und Glaselementen des neuen Plateaus.  

Die Brandschutzanforderungen der Stahl-Holz-Konstruktion wurden bei den hölzernen Balken und Stützen durch einen Nachweis mit „Abbrand“ erfüllt. Die Stahlträger wurden nach Eurocode „heiß bemessen“ und kommen ohne weitere Maßnahmen aus. Prof. Dietmar Kirsch, der ebenfalls im Studiengang Architektur lehrt, stellte die statischen Berechnungen und den Brandschutznachweis auf. Handwerksbetriebe aus dem Umkreis übernahmen die schweren und diffizilen Facharbeiten wie Stahlbau, Zimmerer- und Elektroarbeiten. Viele Montagearbeiten führten die Studierenden selbst aus. Etwa die Erstellung der gläsernen Trennwand aus ESG-VSG Glas und den Einbau der gläsernen Brüstungen.

In einem weiteren Prozess schufen sie ein vertikales Objekt als „Tischtrenner“. Hinter diesem großformatigen Modellbau werden Pappen gelagert und Strom sowie Licht zu Verfügung gestellt. Jetzt können die Architektur-Studierenden auf ihrem Campus 36 moderne Studioarbeitsplätze in luftiger Höhe nutzen. In Eigeninitiative ganzheitlich geplant und professionell umgesetzt.

Finanziert wurde das Projekt durch die großzügige Unterstützung der Stiftung Bayerisches Baugewerbe.

An dem Projekt waren beteiligt:

Projektleitung:
Prof. Dr. Rainer Hirth, Architekt BDA
Stellvertretende Projektleitung, Werkpläne: BA Arch. Anders Macht

Tragwerksplanung und Brandschutznachweise:
Prof. Dietmar Kirsch, IB Kirsch Beratender Ingenieur

Brandschutzkonzept:
Dipl. Ing Gerhard Schmidt, Weidenberg

Prüfsachverständiger Brandschutz:
Rassek und Partner, Würzburg

Studierende im Wahlfach „Bauko M=1:1“
Maximilian Allstadt, Benjamin Amme, Benjamin Eichhorn, Rene Franz, Mena Ghaly, Marius Gruss, Robin Hanna, Franziska Haupt, Yannick Herzmanski, Anika Jeger, Melanie Karl, Anna Kürzdörfer, Britney Lewis, Peter Parchent, Aaron Petz,

Beteiligte Unternehmen:
Holzbau: Ernst Seiler, Untersiemau
Stahlbau: Fa. Kern, Großheirath
Treppe: Fa. Krummholz, Coburg
Elektroarbeiten: Fa. Metz, Römhild

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