Coburger Forscher für CO2-Emissionshandel

Donnerstag. 26. September 2019 (Pressestelle)
Martin Zapf, Hochschule Coburg
Martin Zapf beschäftigt sich u.a. mit der Frage einer wirksamen CO2-Bepreisung.

Der weltweite Handel mit CO2-Zertifikaten ist am besten geeignet, die globalen Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren, und so die Temperaturziele des Pariser Übereinkommens effektiv und sicher einzuhalten. Zu dieser Schlussfolgerung kommen Martin Zapf und Prof. Dr. Christian Weindl von der Hochschule Coburg gemeinsam mit Hermann Pengg von AUDI in dem Artikel "How to Comply with the Paris Agreement Temperature Goal: Global Carbon Pricing According to Carbon Budgets", der kürzlich online bei www.mdpi.com erschienen ist.

Die derzeitigen Bemühungen zur Bekämpfung des Klimawandels sind nicht gut koordiniert und haben nicht zur gewünschten Reduzierung der globalen Treibhausgas-Emissionen geführt, das stellen Martin Zapf und seine Co-Autoren in dem Artikel fest. „Die Herausforderungen des Klimawandels können nur durch eine globale Zusammenarbeit gelöst werden. Überlegungen, die auf individuelle Verpflichtungen abzielen, werden scheitern“, erklärt Martin Zapf, der an der Hochschule Coburg promoviert.

Wirksam ist seiner Meinung nach nur ein globales Emissionshandelssystem. Im Gegensatz zu anderen politischen Instrumenten wie einer CO2-Steuer oder internationalen CO2-Mindestpreisen geschieht die Steuerung beim Handel mit Emissionszertifikaten darüber, dass global Höchstmengen für den CO2-Aussstoß festgelegt werden. Zur Festlegung des CO2- Budgets können aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen dem kumulierten CO2-Ausstoß und der Erderwärmung herangezogen werden.

Globaler Emissionshandel

Die Grundidee eines globalen Emissionshandelssystems ist es, das weltweite jährliche Emissionsniveau durch Zertifikate zu begrenzen. Nur wer die Zertifikate erwirbt, ist zur Emission von Treibhausgasen im entsprechenden Umfang berechtigt. Sind bei einem Unternehmen die Kosten zur Vermeidung von CO2-Emissionen geringer als der Preis der Zertifikate, werden die Unternehmen entsprechende Technologien umsetzen. Die Anzahl der jährlich versteigerten Zertifikate wird weltweit im Laufe der Zeit entsprechend einem vordefinierten Pfad reduziert. Dadurch lässt sich die Menge des CO2-Ausstoßes sukzessive reduzieren. Durch die vorgeschlagene Ausgestaltung des Emissionshandels kann eine kosteneffiziente Reduktion sichergestellt und die Einhaltung der Temperaturziele des Pariser Übereinkommens gewährleistet werden.

Koalition der Willigen

Um das vorgeschlagene globale Instrument einzuführen, schlagen Martin Zapf und seine Mitautoren eine Koalition der Willigen vor. Darüber hinaus könnten die Einnahmen aus dem Zertifikatshandel dazu genutzt werden, beispielsweise für Entwicklungsländer Anreize zu schaffen, sich am globalen Emissionshandel zu beteiligen. Eine direkte Rückzahlung der Einnahmen einer CO2-Bepreisung an die Haushalte über eine pauschale Klimadividende halten Martin Zapf und seine Kollegen für nicht zielführend. Denn die Schäden des Klimawandels treffen vor allem künftige Generationen. Und die in den einzelnen Ländern auftretenden Kosten korrelieren nicht mit den von ihnen verursachten Treibhausgas-Emissionen.

 „Die Einführung eines weltweit einheitlichen Instruments zur CO2-Bepreisung sollte so bald wie möglich Gegenstand der Klimaschutzpolitik und insbesondere der UN-Klimakonferenzen werden. Denn selbst wenn die national festgelegten Beiträge nach dem Pariser Übereinkommen (Nationally Determined Contributions, NDC) eingehalten werden, kann das 1,5 °C Ziel nach heutigem Wissensstand nicht mehr erreicht werden. Deshalb ist ein globales Emissionshandelssystem deutlich vor 2030 anzustreben;“ lautet das Fazit von Martin Zapf.

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