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12. Oktober '22

Freiheit ist Thema einer außergewöhnlichen Theaterproduktion, bei der Landestheater und Hochschule Coburg zusammenarbeiten. Premiere von „Versprochenes reich“ ist am Donnerstag in der Alten Kühlhalle.

 

Ein aufblasbares Kleidungsstück, das auf den Brustkorb drückt. Je mehr Luft darin ist, umso schwerer fällt das Atmen. Beengend, beklemmend – und eigentlich geht es um Freiheit. „Wo hört Freiheit auf? Wo fängt sie an?“, fragt Prof. Natalie Weinmann. Die Professorin für Produktdesign hat mit ihren Studierenden und mit Theatermacherin Lilian Prent im Sommer viel über dieses Thema diskutiert. Im Rahmen des Kooperationsprojektes „Who the Freedom“ entstand das Theaterstück „Versprochenes reich“, das am Donnerstag um 20 Uhr Premiere in der Alten Kühlhalle hat.

 

Das Publikum ist Teil der Inszenierung

 

Etwa ein Dutzend Studierende des vierten und sechsten Semesters des Studiengangs Integriertes Produktdesign haben in dem Projekt nicht nur Requisiten entwickelt, sondern auch Lichtobjekte, neuartige Bühnenbildkonzepte, Kostüme und interaktive Artefakte, die das Publikum miteinbeziehen. „Im Produktdesign werden oft hochwertige Unikate erstellt, aber in diesem Projekt ging es um etwas anderes“, erklärt Weinmann. „Wenn beispielsweise das Kostüm, das eine Studentin entwickelt hat, Druck auf die Brust des Schauspielers ausübt, verändert das sein Spiel.“ Ein anderer Student nutzt ein Vakuumiergerät – ähnlich wie beim Vakuumieren von Fleisch. Nur dass hier die Schauspielerinnen und Schauspieler durch eine Folie fixiert werden. „Das macht auch etwas mit denen, die zuschauen, mit dem Publikum.“

 

Die Teilnehmenden haben sich auf ganz eigene Weise mit dem Stück und individuellen Aspekten der Freiheit auseinandergesetzt. Kulisse, Text und Inszenierung entstanden parallel und beeinflussten sich gegenseitig. „Das ist etwas, das wir uns im Produktdesign oft wünschen: Dass wir nicht ans Ende gestellt werden, wenn ein Produkt technisch schon fast fertig ist und wir es dann ,schön‘ machen sollen.“ In diesem Fall wob Autorin und Regisseurin Prent die Ideen der Studierenden von Anfang an in die Inszenierung ein. Der Perspektivwechsel war nicht nur für die Beteiligten spannend, sondern bietet im Ergebnis den Zuschauerinnen und Zuschauern einen überraschendes Theatererlebnis – zum ersten Mal bei der Premiere am Donnerstag in der Alten Kühlhalle.

 

Die Unterstützer

 

Die Entwicklung der Studierendenprojekte sowie viele Workshops und eine Ausstellung an den Designtagen fanden mit Unterstützung der Weingarth Stiftung und des Coburger Designforum Oberfranken in der Mohrenstraße statt. „Zukunft. Coburg. Digital“ hat die Studierenden teilweise mit technischem Equipment unterstützt.

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