Die Gesellschaft im Blick

Mittwoch. 15. Januar 2020 (Franziska Koch)
Modell der Projektgruppe Bergwichtel
Studentische Entwürfe für die Montessori-Kindertagesstätte Bergwichtel: Gerrit Nöhmer, Dr. Tijana Vojnovic Calic und Prof. Mario Tvrtkovic (v. l.). Foto: Frank Wunderatsch
Studierende sitzen auf einer Hantelbank
Sport bewegt etwas in der Gesellschaft: Alexander Scheller (o.r.) mit seinen Kommiliton*innen Jan Seiler, Kilian Heller, Judith Eberlein und Anna Stelzel.
Drei Studentinnen aus dem Projekt nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen.
Julia Roll, Melissa Jung und Barbara Popp (v. l.) beschäftigten sich mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen.

43 Projekte, zehn Studiengänge, regionale und überregionale Kooperationspartner: Studierende der Hochschule Coburg stellten ihre Ergebnisse aus zwei Semestern Projektarbeit öffentlich vor. Ein kleiner Rundgang.

Der Schlusspunkt hinter zwei Semestern intensiver Arbeit ist gesetzt. Bereits zum siebten Mal in Folge bildete die Säulenhalle der Hochschule Coburg die Bühne für die studentische Abschlusspräsentation „Projekt & Praxis“. 43 interdisziplinäre Projektgruppen präsentierten hier die Ergebnisse ihrer Arbeit, jede mit einer eigenen Aufgabenstellung und zu einem großen Teil mit externen Partnern aus Wirtschaft und Soziales.

Studierende aus zehn Studiengängen der Fakultäten Design, Soziale Arbeit und Gesundheit, Wirtschaftswissenschaften sowie Angewandte Naturwissenschaften waren daran beteiligt. Und auch in diesem Jahr ließen sich wieder rund 400 Teilnehmende und externe Besucher*innen von einem bunten Themenstrauß inspirieren, etwa von Architekturentwürfen für das Kinderhaus Bergwichtel der Medauschule, einer generationenübergreifenden Lesewoche oder einer Begegnungsstätte für Jung und Alt. Organisiert wurde die Veranstaltung von Mitarbeiter*innen des Projekts „Der Coburger Weg“.  „Die Projekte, die hier stattfinden, sind so vielfältig, es ist unglaublich, was Studierende in zwei Semestern auf die Beine stellen. Sie sammeln dabei nicht nur für sich selbst und ihr Studium wertvolle Erfahrungen, sie bereichern mit ihren Aktionen und Erkenntnissen auch die Gesellschaft“, so die wissenschaftliche Koordinatorin Silke Heling.

Wie das gehen kann, zeigt das Projekt „Sport bewegt“ von Alexander Scheller und seinen Kommiliton*innen der Integrativen Gesundheitsförderung und der Sozialen Arbeit. Gemeinsam mit ihren Lehrenden Dr. Susanne Bott und Prof. Dr. Wulf Bott beschäftigten sie sich unter anderem mit der Planung und Durchführung kleiner Vorhaben, die Sport mit gesellschaftlicher Teilhabe und gesunder Lebensweise verbindet. Da kam ihnen die Idee, Spenden für die Tanzgruppe der Offenen Hilfen Coburg zu akquirieren und mit öffentlichem Bankdrücken während der Veranstaltung weitere Aufmerksamkeit auf die Initiative zu lenken. Jeder, der Lust hatte, durfte die Langhantel mit verschiedenen Gewichten stemmen. Alexander Scheller schaffte vor Publikum 22 Züge und drückte insgesamt beachtliche 1120 Kilo. Die Tanzgruppe darf sich nun über eine Spende von 280 Euro freuen und so mancher Besucher nach diesem Nachmittag über einen gestählten Bizeps. Unterstützung erhielten die Studierenden dabei von ihren Projektpartnern, dem Diakonischen Werk Coburg e. V und dem Sportland Coburg sowie von der Löwen-Apotheke Coburg, THERAmed, der Versicherungskammer Bayern und Jumpers Fitness, welche die Spendengelder bereitstellten.

Ganz anders am Stand von Isabel Gutierrez Diaz und ihren Mitstudierenden. Im Projekt „Digital und analog“ unter Leitung von Prof. Dr. Julius Heinicke und Kathrin Lohbeck stellten sie sich der Frage nach dem Publikum der Kunst von morgen. In enger Zusammenarbeit mit ihren Coburger Projektpartnern, dem Naturkunde-Museum, den Kunstsammlungen der Veste sowie dem Landestheater, erarbeiteten die Studierenden der Betriebswirtschaft und der Sozialen Arbeit selbständig Konzepte für eine breitere kulturelle Teilhabe. Den Besucher*innen von „Projekt & Praxis“ präsentierten sie Plakatvorschläge für eine höhere Präsenz der Kulturinstitutionen in der Stadt Coburg. Isabel Gutierrez Diaz Fazit: „Es war ein sehr interessantes Projekt, wir hatten sogar einen Workshop im Theater, der richtig klasse war. Ich habe dadurch selbst wieder Lust bekommen, öfters ein Theater zu besuchen.“

Bei gleich vier Projekten stand ein Thema besonders im Fokus: Nachhaltigkeit. „YOUGO4SDGs“ befasste sich mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen. Eine Teilgruppe behandelte das SDG 3, Gesundheit und Wohlergehen. Julia Roll, Melissa Jung, Barbara Popp und drei weitere Studierende führten ein Interview mit einer Altenpflegerin, erstellten Plakate und Flyer zum Thema und informierten in der Coburger Realschule II Schülerinnen und Schüler über Pflegeberufe. Betreut hat sie dabei Prof. Dr. Milena Valeva. Bei „Jetzt zu mehr Nachhaltigkeit“, einem Projekt von Prof. Dr. Elke Schwinger und Prof. Dr. Julia Prieß-Buchheit, organisierten Studierende aus drei Studiengängen einen Kleidertauschmarkt für die Coburger Nacht der Nachhaltigkeit und recherchierten wissenschaftlich zu Lebensmittelverschwendung, um die Ergebnisse anschließend Coburger Schüler*innen vorzustellen. Doch warum ist Nachhaltigkeit so ein brandaktuelles Thema? Für Moritz Scharfenberg, Projektteilnehmer und Student der Sozialen Arbeit, ganz klar: „Es kann eben auch ein Ideal sein, danach zu streben, mit dem zufrieden zu sein, was man hat.“

Alle 43 Projekte des Jahrgangs 2019/20 sind ausführlich dargestellt in der Publikation „Interdisziplinär studieren – Lösungsansätze für die Praxis“. Zur Online-Version "Interdisziplinär studieren - Lösungsansätze für die Praxis". Gedruckte Exemplare sind bei Franziska Koch (franziska.koch[at]hs-coburg.de) erhältlich.

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