17. Februar '26
(Pressestelle)
Mit ihrem Integrierten Klimaschutzkonzept zeigt die Hochschule Coburg, wo im Hochschulalltag Emissionen entstehen – und welche Maßnahmen sie bis 2040 zur Klimaneutralität bringen sollen.
In Laboren, Seminarräumen und Werkstätten, auf dem Weg zu Arbeit und Studium und auch immer dann, wenn irgendetwas Neues für den Betrieb an der Hochschule angeschafft wird, hinterlässt das Spuren im CO2-Konto der Hochschule. Sie legt nun einen umfassenden strategischen Rahmen vor, um ihre Treibhausgasemissionen systematisch zu reduzieren und bis 2040 annähernd klimaneutral zu werden. Das Klimaschutzkonzept verfolgt das Ziel, die Emissionen entlang aller relevanten Bereiche – von Gebäudebetrieb und Energieversorgung über Mobilität bis hin zu Beschaffung und Ressourcenmanagement – messbar zu senken und nahezu Netto-Null-Emissionen zu erreichen.“ Das Projekt wurde im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert.
Das integrierte Klimaschutzkonzept verbindet wissenschaftliche Analyse, konkrete Maßnahmen und langfristige Zielsetzungen zu einem ganzheitlichen Transformationsprozess. Neben einer detaillierten Energie- und Treibhausgasbilanz umfasst es eine Potenzialanalyse, Szenarienentwicklung, priorisierte Handlungsfelder sowie einen Maßnahmenkatalog für kurz-, mittel- und langfristige Schritte hin zur Klimaneutralität.
„Als Bildungs- und Forschungseinrichtung sieht sich die Hochschule Coburg in einer besonderen Verantwortung, aktiv zur Bewältigung der Klimakrise beizutragen. Mit dem Klimaschutzkonzept schaffen wir eine fundierte Grundlage für nachhaltiges Handeln in allen Bereichen der Hochschule“, erklärt Prof. Mario Tvrtkovic von der Fakultät Design und Bauen.
Zwischen Technik und Alltag: konkrete Maßnahmen
Der Maßnahmenkatalog ist praxisnah angelegt. So soll beispielsweise ein umfassendes Energiemanagementsystem an der Hochschule etabliert werden, welches ermöglicht Energieverbräuche überhaupt erst sichtbar zu machen, um diese anschließend gezielt zu senken. In Hörsälen, Büros und Kaffeeküchen wird eine flächendeckende Mülltrennung vorgeschlagen, ergänzt durch Konzepte zur Abfallvermeidung und zur stärkeren Nutzung von Mehrwegsystemen. Auch Reparaturfähigkeit und Lebensdauer von Geräten könnten künftig eine größere Rolle spielen – mit dem Ziel, weniger neu anzuschaffen und Ressourcen länger zu nutzen.
Ausgangspunkt für den Maßnahmenkatalog war ein mehrmonatiger Prozess gemeinsam mit Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden. In Workshops und Dialogformaten wurden zahlreiche Vorschläge erarbeitet. Nach der Zusammenführung und Bereinigung blieben etwa 130 Einzelmaßnahmen übrig. Das Klimaschutzteam rund um Projektleiter Prof. Mario Tvrtkovic, Klimaschutzmanager und Energiemanagementfachkraft Rafael Vogt und Change-Management-Studentin Birgit Knauer ergänzte, bewerte und priorisierte die Vorschläge sowohl nach ihrer finanziellen Umsetzbarkeit als auch nach ihrer Wirkung auf die Treibhausgasbilanz. In das finale Klimaschutzkonzept aufgenommen wurden 49 Maßnahmen. Im Klimaschutzteam engagieren sich Vizepräsident Prof. Dr. Felix Weispfenning, die Leitung der Abteilung Technik und Bauen, Susanna Buchwald und Sandro Krempel sowie (bis vor Kurzem) Nicole Schmöe, außerdem dem Leiter des Referats Nachhaltigkeit Stefan Schwuchow.
Datengrundlage und langfristige Szenarien
Das Klimaschutzkonzept versteht sich als strategischer Orientierungsrahmen, welcher den Beschluss des Senats aus 2024, die Klimaneutralität schnellstmöglich jedoch spätestens bis 2040 zu erreichen, aus der Nachhaltigkeitsstrategie der Hochschule konkretisiert. Die formulierten Maßnahmen sind Empfehlungen und Entwicklungsziele und bilden einen wirksamen Pfad zum Erreichen der Ziele. Ihre zeitliche Umsetzung hängt von finanziellen, personellen und organisatorischen Rahmenbedingungen ab und soll regelmäßig überprüft und weiterentwickelt werden. Der Maßnahmenkatalog ist entsprechend als dynamisches Arbeitsdokument und Leitplanke angelegt und bindet im Sinne des Whole-Institution-Approachs der Nachhaltigkeitsstrategie alle Handlungsfelder der Hochschule ein.
Einen besonderen Schwerpunkt setzt das Konzept im Bereich Energie. Gebäude und Fuhrpark zählen zu den größten Emissionsquellen der Hochschule und gelten zugleich als gut steuerbar. Effizienzmaßnahmen, Energiemanagement und Einsparungen sollen nicht nur Emissionen senken, sondern auch die Abhängigkeit von Energiepreisschwankungen reduzieren. Vorgaben aus dem Energieeffizienzgesetz, etwa zur jährlichen Senkung des Endenergieverbrauchs, fließen dabei ebenso ein wie wirtschaftliche Aspekte.
Grundlage des Klimaschutzkonzepts ist eine Treibhausgasbilanz nach internationalen Standards. Sie erfasst direkte Emissionen ebenso wie indirekte Effekte etwa durch eingekaufte Energie oder den Pendelverkehr. Aus diesen Daten wurden Szenarien entwickelt, die bis in die kommenden Jahrzehnte reichen und mögliche Entwicklungen sichtbar machen. Dabei rückt das Konzept auch die Rolle der Hochschule als regionale Akteurin in den Blick: Forschung, Lehre und Transfer sollen dazu beitragen, nachhaltige Lösungen gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern aus Stadt und Region zu entwickeln.




