Schamottenburg trotzt Thermomix

Freitag. 26. April 2019 (Madelaine Ruska)
Die Studenten stehen um ihr Modellhaus herum. Auf dem Dach sitzt eine Studentin.
Haben sich mit ihrer Schamottenburg durchgesetzt: Lea Hartmann thronend über v.l. Christoph Klamert, Lorenz Diethelm, Harvey Bustamante Gonzalez, Sven Bergmann und Maximilian Dehm.
Eins der Modelle aufgenommen mit einer Wärmebildkamera.
Wie viel Energie die Modelle nach draußen abgeben, zeigt die Wärmebildkamera.

Studierende der Hochschule Coburg haben vier Modellhäuser gebaut, die nur mit einer Glühbirne geheizt werden. Vier Monate mussten sie sich bei Wind und Wetter bewähren. Das Modell mit der besten Energiebilanz gewinnt. Jetzt stehen die Sieger fest.

Für die Siegerehrung ist Prof. Friedemann Zeitler extra aus Südtirol angereist. Eigentlich ist der Professor für energieeffizientes Gebäudedesign gerade nicht in Coburg. Er arbeitet für ein paar Monate am EURAC Forschungszentrum in Bozen. Das Projekt liegt ihm aber so am Herzen, dass er den Weg gerne auf sich nahm.

Einen Energieeffizienz-Wettbewerb unter Studierenden hatte Zeitler im Winter ausgerufen. Die Aufgabe: Ein ein Kubikmeter großes Gebäude - Fenster inklusive - bauen, das den Wettereinflüssen von außen trotzt und sie effizient nutzen kann. Als einzige Wärmequelle dient eine Glühbirne.

22 Studierende haben mitgemacht – überwiegend aus den Studiengängen Architektur und Bauingenieurwesen. In vier Teams haben sie im vergangenen Winter Modellhäuser gebaut und am Coburger Schlachthof aufgestellt. Sensoren überwachten Temperatur und Energieverbrauch und sammelten die Daten, die am Schluss zur Bewertung wichtig waren.

„Wir haben viel gelernt und ich verspreche Ihnen, wir machen das wieder“, sagte Zeitler bei der Präsentation der Ergebnisse am Schlachthof bei CREAPOLIS.

Als im Winter die ersten Messergebnisse vorlagen, war erstmal gar nicht so klar, welche Strategie die beste sein würde. Die Bauwerke „Schamottenburg“ und „Thermomix“ setzten sich aber damals schon etwas von der Konkurrenz ab. Die einen bauten auf professionelle Ständerbauweise und Dämmung, die anderen auf eine geschickte Aufteilung des Innenraums, um mögliche Energieverluste durch das Fenster zu verhindern.

Sieben Kriterien hat Prof. Friedemann Zeitler für die Bewertung festgelegt. Punkte gab es für einen geringen Energiebedarf, eine ausgeglichene Temperatur im Modell, das richtige Innenvolumen sowie das Einhalten der Vorgaben und ein stimmiges Konzept.

Mit 21 Punkten setzte sich am Ende tatsächlich der Favorit durch. Die „Schamottenburg“- erbaut von fünf Bauingenieur-Studenten mit Meister- oder Gesellenbrief und der Architekturstudentin Lea Hartmann. In fast allen Kategorien war die „Schamottenburg“ auf dem ersten oder zweiten Platz. Auch wenn es am Schluss etwas Punktabzug gab. „Sie haben der bereitgestellten Lichtkuppel nicht getraut“, schmunzelt Zeitler. Die war zwar im Dach des Gebäudes integriert, darunter aber eine Betondecke mit minimaler Aussparung gezogen. Sonnenlicht drang damit genau so wenig ins Innere des Modells wie Wärme von Innen entweichen konnte. Freuen konnten sich die sechs Studierenden am Schluss über ein Jahresabo der Zeitschriften structure und detail. Außerdem hat die Firma Lamilux, die auch die Lichtkuppeln gesponsert hat, alle 22 Studierenden zur Firmenbesichtigung eingeladen.

Prof. Friedemann Zeitler bedankte sich am Schluss auch bei den Projekten CREAPOLIS und Coburger Weg. Beide machten den Energieeffizienz-Wettbewerb erst möglich. Der Coburger Weg durch seinen Innovationsfonds – einen Topf aus dem Ideen von Lehrenden und Studierenden gefördert werden. CREAPOLIS durch Unterstützung bei Organisation, Bau und allem, was rund ums Projekt nötig war.  

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