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11. März '26

(Pressestelle)

Ein wichtiger Schritt für mehr Barrierefreiheit im Bauwesen ist gelungen: An der Hochschule Coburg wird eine neue Stiftungsprofessur für barrierefreies Bauen geschaffen, die bereits zum Wintersemester 2026/2027 starten soll. Möglich ist dies, da neben der Finanzierung durch die Oberfrankenstiftung und die Rainer Markgraf Stiftung eine entscheidende Finanzierungslücke mit Unterstützung des Vorsitzenden des Ausschusses für Wohnen, Bau und Verkehr im Bayerischen Landtag, Jürgen Baumgärtner MdL, sowie des zuständigen Landtagsabgeordneten Martin Mittag durch die Bereitstellung von 200.000 Euro aus der Fraktionsinitiative des bayerischen Staatshaushalts für 2026 geschlossen werden konnte. MdB Emmi Zeulner spricht von einem „Meilenstein für mehr Inklusion und Innovation“.

„Damit wird die Realisierung des im Freistaat Bayern bislang einzigartigen Vorhabens maßgeblich ermöglicht. Dafür haben wir die letzten Monate hart gekämpft,“ sagt die Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner. Die Stiftungsprofessur wird damit durch die Fraktionsreserve sowie von der Oberfrankenstiftung und der Rainer Markgraf Stiftung finanziert. Die Idee für dieses Projekt wurde von der Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner gemeinsam mit dem Forum Menschen mit Behinderung in der CSU und dessen Vorsitzenden Benedikt Lika sowie der Behindertenbeauftragten der Stadt Baunach, Sabine Saam, entwickelt. Für Emmi Zeulner steht fest: „Barrierefreiheit ist kein Luxus – kein ‚nice-to-have‘ – sondern ein Grundrecht. Sie ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe und erhöht die Lebensqualität für alle.“

Barrierefreiheit: Ein Thema, das uns alle betrifft

„Mit der neuen Stiftungsprofessur, für die sich die Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner in wirklich beeindruckender Weise initiativ eingesetzt hat, entsteht in Oberfranken ein wichtiger Impuls für inklusives und barrierefreies Bauen. Die Hochschule Coburg will damit Forschung, Lehre und Praxis stärker miteinander vernetzen“, erklärt Prof. Dr. Stefan Gast, Präsident der Hochschule Coburg. Gast betont dabei die Bedeutung der Unterstützung aus Politik und Stiftungen: „Es ist ein starkes Zeichen, dass diese Professur gemeinsam ermöglicht wird durch die Rainer Markgraf Stiftung, die Oberfrankenstiftung und Mittel aus der Fraktionsreserve des Bayerischen Landtags, die die Landtagsabgeordneten Martin Mittag und Jürgen Baumgärtner organisiert haben. Es zeigt, dass Wissenschaft, Politik und Gesellschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen, um wichtige Zukunftsfragen in unserer Region voranzubringen.“

Prof. Dr. Egbert Keßler, Dekan der Fakultät Design und Bauen ergänzt: „Unser Gebäudebestand ist überwiegend nicht barrierefrei und durch den demografischen Wandel nimmt der Bedarf an barrierefreien und inklusiven Gebäuden in den kommenden Jahrzehnten deutlich zu. Wir brauchen eine gebaute Umwelt, die Begegnung und Teilhabe für alle ermöglicht – im Neubau genauso wie im Bestand. Wir sensibilisieren unsere Studierenden und vermitteln das nötige Wissen, damit sie beim Planen von Gebäuden, Wohnungen und öffentlichen Räumen darauf achten, dass diese Orte für möglichst viele Menschen zugänglich sind und genutzt werden können.“

Bisher werden die Bedürfnisse der Betroffenen oftmals nur unzureichend berücksichtigt. Sabine Saam als Behindertenbeauftrage der Stadt Baunach erklärt: „Die vorhandenen Baunormen sind oftmals weit entfernt von den tatsächlichen Bedürfnissen von Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Die Studierenden sollen früh lernen, abseits von etablierten – aber manchmal unnötigen – DIN-Normen zu planen. Nur dann ist Barrierefreiheit bedürfnisorientiert.“

 

Das orangefarbene Anführungszeichensymbol mit geschwungenen Linien und Punkten auf weißem Hintergrund     Ob Menschen außen vor sind oder am Alltag teilnehmen können, entscheidet sich oft schon an ganz einfachen Dingen: einer Stufe am Eingang, einer schwer verständlichen Orientierung, einem zu engen Raum“, sagt Prof. Dr. Stefan Gast, Präsident der Hochschule Coburg. „Jeder Mensch sollte sich selbstverständlich in seiner Umgebung bewegen können – unabhängig von Alter, körperlichen Voraussetzungen oder Einschränkungen. Beim barrierefreien Bauen geht es deshalb nicht nur um Normen oder Technik, sondern um Würde, Selbstständigkeit und Lebensqualität.

Hochschulpräsident Prof. Dr. Stefan Gast

 

Die Stiftungsprofessur soll die Studierenden für Barrierefreiheit sensibilisieren, sowie Forschung in Zukunftsfeldern wie Digitalisierung und dem Einsatz von KI in der Bauplanung voranbringen. Ein besonderer Schwerpunkt soll dabei auf praxisnahen Lösungen liegen – insbesondere für den Gebäudebestand. Keßler betont: „Die neue Professur verankert dieses zentrale Zukunftsthema in der Lehre und Forschung unserer Fakultät Design + Bauen. Dabei verbindet barrierefreies und inklusives Bauen viele Disziplinen der Hochschule – von Architektur und Bauingenieurwesen bis zu den Gesundheitswissenschaften und der Sozialen Arbeit. Gerade die interdisziplinäre Zusammenarbeit eröffnet neue Ideen und Lösungen.“

Ein wichtiges Ziel ist außerdem, barrierefreies Bauen kosteneffizienter zu gestalten. „Aktuell ist barrierefreies Bauen leider noch mit hohen Mehrkosten verbunden. Unser Ziel ist es, durch bessere Planung, innovative Technologien und effizientere Prozesse diese Kosten zu reduzieren – ohne dabei Kompromisse bei der Qualität einzugehen“, erklärt MdB Emmi Zeulner. Auch Gisela Raab, Geschäftsführerin von Raab-Bau und Mitglied im Hochschulrat, unterstützt das Vorhaben: „Mir ist wichtig, dass barrierefreies Bauen bezahlbar bleibt. Es reichen oft schon 50 Prozent der Maßnahmen, um den Menschen mit Handicap ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.“

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