2. März '26
(Pressestelle)
Die Hochschule Coburg und das Institut für Psycho-Soziale Gesundheit (IPSG) haben ihre langjährige Zusammenarbeit mit einer offiziellen Kooperationsvereinbarung bekräftigt und strukturell neu ausgerichtet. Ziel ist es, den Wissens- und Erfahrungstransfer zwischen Hochschule und regionaler Praxis im Bereich Klinischer Sozialarbeit weiter zu intensivieren und dauerhaft zu verankern.
Im Zentrum der Kooperation steht der Ausbau gemeinsamer Forschungsaktivitäten. Aktuell wird beispielsweise ein Forschungsvorhaben vorbereitet, das sich mit sozialdiagnostischen Zugängen in der Arbeit mit Familien, Kindern und Jugendlichen befasst. Geplant ist dabei die Entwicklung einer Handreichung für Fachkräfte und Studierende. Sie soll Methoden der psychosozialen Diagnostik so aufbereiten, dass sie dialogisch eingesetzt werden können – so dass gemeinsam mit Familien und Kindern ein Verständnis der eigenen Belastungen und Ressourcen wachsen kann, aus dem passgenaue Hilfsangebote abgeleitet werden können.
Das IPSG als An-Institut der Hochschule Coburg
Das IPSG wurde 1993 als hochschulnahe wissenschaftliche Einrichtung für Klinische Sozialarbeit gegründet; 1995 wurde der Status als An-Institut nach dem Bayerischen Hochschulgesetz verliehen. Die Kooperationsvereinbarung wurde jetzt im Beisein von Vertreterinnen und Vertretern beider Institutionen unterzeichnet: Hochschulpräsident Prof. Dr. Stefan Gast, der Vizepräsident für Forschung und Digitale Transformation Prof. Dr. Martin Synold, Dr. Michael Geiger (Referat Forschungsstrategie und -qualitätsmanagement), Prof. Dr. Claudia Lohrenscheit (Dekanin der Fakultät Soziale Arbeit), Prof. Dr. Christine Kröger und Prof. Dr. Christopher Romanowski-Kirchner (beide Fakultät Soziale Arbeit), sowie vom IPSG Carola Gollub (Geschäftsführung) und Linda Peschel-Bauer (Heilpädagogische Therapeutische Ambulanz).
Die Zusammenarbeit zwischen dem IPSG und der Fakultät Soziale Arbeit der Hochschule Coburg umfasst Lehre, Forschung und Weiterbildung. Mitarbeitende des IPSG sind regelmäßig in praxisbezogene Lehrformate eingebunden – sowohl im Bachelorstudiengang Soziale Arbeit als auch im konsekutiven Master Soziale Arbeit im Schwerpunktbereich Klinische Sozialarbeit sowie im berufsbegleitenden Weiterbildungsmaster Klinische Sozialarbeit, der in Kooperation mit der Alice Salomon Hochschule Berlin durchgeführt wird.
Forschung, die bei Familien ankommt
Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt auf Units zur Selbsterfahrung, Selbstreflexion und Supervision, die auch in den Räumen des IPSG stattfinden. Exkursionen ergänzen das Angebot. „Im vergangenen Sommersemester war ich mit einer Studierendengruppe aus dem Bachelor (Vertiefungsmodul Klinische Sozialarbeit) in der Heilpädagogisch-Therapeutischen Ambulanz des IPSG und wir konnten uns ein ganz konkretes Bild der sozialtherapeutischen Arbeit mit Familien und Kindern machen“, berichtet Prof. Dr. Christine Kröger, die auch den berufsbegleitenden Weiterbildungsmaster Soziale Arbeit: Klinische Sozialarbeit an der Hochschule leitet.
Die Studierenden profitierten in vielfältiger Hinsicht: Jährlich absolvieren zum Beispiel einige Bachelorstudierende ihr Praxissemester am IPSG. Sie arbeiten in unterschiedlichen Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe, etwa in Stütz- und Förderklassen, der Heilpädagogisch-Therapeutischen Ambulanz oder einer vollstationären Wohngruppe. Auch die Möglichkeit zur Selbsterfahrung am IPSG werde von den Studierenden sehr geschätzt und als ganz besonderer Lernhorizont eingeordnet. „In didaktischer Hinsicht ist es wichtig, dass Studierende bei Lernformaten, die mit einem hohen Maß an Selbstöffnung und intensiver Auseinandersetzung mit sich selbst verbunden sind, Erfahrungsräume außerhalb der Hochschule in engem Bezug zu spezifischer sozialklinischer Praxis haben“, sagt Kröger.
Die wissenschaftlich fundierte Arbeitsweise des IPSG – unter anderem mit etablierten diagnostischen Erhebungsverfahren zu Beginn und am Ende von Hilfemaßnahmen – bietet insgesamt eine ideale Grundlage für vielfältige anwendungsbezogene Forschungs- und Entwicklungsvorhaben. Evaluationen, Fallverlaufsanalysen und weitere Projekte entstehen in enger Abstimmung zwischen Praxis und Hochschule.
Praxissemester, Forschung, Promotionen
Die wissenschaftliche Leitung des IPSG übernimmt Prof. Dr. Christopher Romanowski-Kirchner. Er hat sowohl seinen Bachelor als auch seinen Master mit klinischem Schwerpunkt an der Hochschule Coburg absolviert, leitete das IPSG mehrere Jahre, übernahm dann eine Professur in Heidenheim und kehrte im Sommersemester 2025 als Professor für Kasuistik und Methodenlehre in der Sozialen Arbeit an die Hochschule Coburg zurück.
Der Theorie-Praxis-Transfer zwischen Hochschule und IPSG war ein entscheidender Vorteil, der es der Fakultät Soziale Arbeit der Hochschule Coburg ermöglichte, bei der Profilierung und Etablierung der Klinischen Sozialarbeit im deutschsprachigen Raum eine Vorreiterrolle einzunehmen. Das IPSG ist für den Arbeitsbereich der Klinischen Sozialarbeit schon seit vielen Jahrzehnten einer der wichtigsten Partner: Mit der Kooperationsvereinbarung wird der intensive Austausch strukturell verankert, um anwendungsbezogene Forschung, Promotionsvorhaben, Fachtagungen, Kongresse sowie gemeinsame Publikationen umzusetzen.







