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13. März '26

(Pressestelle)

Die Hochschule Coburg startet gemeinsam mit der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg ein wegweisendes Forschungsprojekt zu Kunststoffeinträgen in deutschen Wäldern.

Bernd Lauterbach kennt sich gut aus mit Wuchshüllen, die junge Bäume im Wald vor Wildverbiss schützen. Als Revierleiter der Staatsforsten in Hassenberg und Bausenberg nahe Coburg weiß er: Als Wuchshüllen sind Kunststoffe aktuell insbesondere in der Region unverzichtbar, um den Wald wieder aufzuforsten. Bei der wegen der aktuellen Borkenkäferproblematik verwendeten Masse sind sie aber kaum wieder rückstandslos entfernbar. „Ich sehe es als sehr sinnvoll an, dass wir diese Einzelschützer nachhaltig wieder aus dem Wald bekommen“, sagt Lauterbach. Kunststoffe im Wald sind ein sehr relevantes Thema mit bisher relativ geringen Forschungsergebnissen.

Forschungsprojekt „ForestHP“ untersucht erstmals umfassend Kunststoff im Waldökosystem

Hier ist es nun der Hochschule Coburg (HSCo) gelungen in enger Kooperation mit der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR) das bundesweit erste umfassende Forschungsprojekt zu starten, das die Vielfalt, Menge und Wirkung von Kunststoffen in Waldökosystemen systematisch untersucht. Das Vorhaben Forest Health & Plastics (ForestHP) setzt an einer bislang kaum erforschten umweltrelevanten Fragestellung an: Wie stark sind Waldökosysteme durch Kunststoffeinträge belastet – und welche Folgen ergeben sich für Bodenfunktionen, Mikroorganismen und Waldgesundheit?

Kunststoffeinträge im Wald: Ursachen durch Forstwirtschaft, Erholung und Verkehr

Kunststoffeinträge in Waldböden entstehen unter anderem durch forstliche Bewirtschaftung wie die Wuchshüllen, durch intensive Erholungsnutzung und durch den Straßenverkehr. Bisher existieren jedoch weder belastbare Monitoring-Daten noch etablierte Methoden, um den Kunststoffgehalt in Waldböden valide zu erfassen. Genau hier setzt ForestHP an: In 42 Waldflächen in Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen werden erstmals Eintragsquellen, Kunststoffarten, Mengen sowie ökologische Auswirkungen ermittelt.

Plastisphäre im Waldboden: Forschung zu Mikroorganismen auf Kunststoff

Die wissenschaftliche Leitung der mikrobiologisch‑bioanalytischen Arbeiten liegt bei Prof. Dr. Matthias Noll vom Institut für Bioanalytik (IBICO) der Hochschule Coburg. Als Experte für Bodenmikrobiologie untersucht er mit seinem Team insbesondere die „Plastisphäre“ –mikrobiologische Lebensgemeinschaften, die sich auf Kunststoffoberflächen im Boden ansiedeln. Dafür nutzt die Hochschule ihre moderne Laborinfrastruktur sowie das Promotionszentrum „Analytics4Health“.

Hochschule Coburg und Hochschule Rottenburg bündeln Expertise in Wald- und Kunststoffforschung

Eine besondere Rolle spielt dabei die Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg, die ihre langjährige Expertise zu Wuchshüllen, Waldbau, Ökobilanzierung und praktischer Waldtechnik in das Projekt einbringt. Die Kooperation beider Hochschulen verbindet damit hochspezialisierte bioanalytische Kompetenz der HS Coburg (u. a. in Mikrobiologie, Molekularbiologie und Kunststoffanalytik) mit der forstwissenschaftlichen, ökologischen und praxisnahen Forschung der HFR. Beide Standorte ergänzen sich ideal: Während die HS Coburg die Analytik von Kunststoffen und die Untersuchung der Plastisphäre übernimmt, verantwortet die HFR insbesondere Standortwahl, forstliche Charakterisierung, Ökobilanzierungsmethodik sowie den Transfer in die forstliche Praxis.

Langzeitdaten zu Wuchshüllen ermöglichen neue Erkenntnisse zu Kunststoff im Waldboden

Besonders wertvoll sind dabei die Rottenburger Versuchsflächen und Datensätze aus früheren Forschungsprojekten, etwa zu verschiedenen Wuchshüllentypen und deren dokumentierten Eintragsdaten. Diese ermöglichen erstmals eine zeitlich aufgelöste Analyse, wie der Eintrag von Kunststoff Waldböden und deren Mikrobiome beeinflusst.

Ziel des Projekts: Auswirkungen von Kunststoff auf Boden, Mikroorganismen und Waldgesundheit

Ziel des Projekts ist die Quantifizierung der Kunststoffquellen im Wald, die Ermittlung der eingetragenen Kunststoffmengen und deren Auswirkungen auf Boden, Mikroorganismen und Waldökosystem. Diese Ergebnisse werden in die Ökobilanzierung integriert. Bei der Ökobilanzierung werden die Umweltwirkungen eines Produkts oder Prozesses über seinen gesamten Lebensweg hinweg betrachtet – von der Herstellung über die Nutzung bis hin zur Entsorgung. So wird transparent, wo ökologische Belastungen entstehen und wie sie reduziert werden können. Das Wissen soll nicht nur unter Forschenden ausgetauscht werden, sondern wird an Waldbesitzende, Forstakteure und Öffentlichkeit weitergegeben, um Handlungsempfehlungen für die Zukunft abzuleiten.

ForestCleanUp Day: Bürger sammeln Kunststoffreste und Wuchshüllen im Wald

Bis dahin können jedoch auch Bürgerinnen und Bürger selbst aktiv werden: Beim deutschlandweiten ForestCleanUp Day werden in diesem Jahr erstmals auch in Coburg Wuchshüllen und andere Kunststoffreste aus dem Wald gesammelt. Anmeldung und weitere Infos hier: https://waldputztag.de/ Die Hochschule Coburg unterstützt den Schutz der Wälder aktiv – beispielsweise beim Waldputztag und mit den Aktionen des Referats Nachhaltigkeit.

Bund fördert Forschungsprojekt zu Kunststoff im Wald

Das Forschungsprojekt wird aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Förderprogramm Nachhaltige Erneuerbare Ressourcen gefördert durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Projektträger ist die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR).

Logo der FNR (Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.) mit einem gelb-grünen Wirbel und fetten grünen Buchstaben, die ihre Rolle bei Forschungsprojekten zu Wald und Kunststoff hervorheben; der vollständige Name der Organisation erscheint darunter in schwarzer Schrift. at Hochschule Coburg

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