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26. Februar '26

(Andreas T. Wolf) 

Von der ersten Idee bis zur strukturellen Umsetzung wirkt Soziale Arbeit bis tief in die Gesellschaft. Studierende des Bachelorstudiengangs Soziale Arbeit und des Masterstudiengangs „Applied Theatre: Theater als Soziale Arbeit“ arbeiten in einem Projekt zusammen mit Dariush Beigui, Träger des Menschenrechtspreises von Amnesty International, und dem Schauspieler und Regisseur Hajo Tuschy daran Flucht, Rettung und Verantwortung auf der Bühne darzustellen. Studiengangsleiter Prof. Björn Bicker erklärt, wie Theater Soziale Arbeit stärkt, wie er mit seinem Kollegen Prof. Dr. Thorben Struck auf die Ideen kam und warum die Hochschule auch eine Professur im Kultur- und Sozialmanagement braucht.  

Prof. Bicker, Sie sagen: Soziale Arbeit und Theater passen „super“ zusammen. Warum?
Prof. Björn Bicker: Die Soziale Arbeit ist eine Menschenrechtsprofession – verkürzt gesagt geht es darum, Menschen dabei zu unterstützen, ihre Rechte wahrzunehmen. Dazu gehört auch, die eigene Geschichte zu erzählen und ein Forum zu finden für die eigenen Anliegen. Das ist das eine. Das andere ist die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und Fertigkeiten: Ich muss erst mal in die Lage versetzt werden, mich selbst und die Welt um mich herum wahrzunehmen, vielleicht die Welt sogar als eine veränderbare zu begreifen. Das sind komplexe Prozesse, die man im Theater lernen und praktizieren kann. Das ist immer eine Bühne für Geschichten, Anliegen, Differenzierungen – Forum und Labor.

Wie bringen Studierende ein Thema wie Seenotrettung auf die Bühne?
Indem sie sich intensiv mit den Themen beschäftigen. Was ist Seenotrettung? Was bedeutet Flucht im politischen und gesellschaftlichen Kontext unserer Zeit? Was sind die politischen Rahmenbedingungen, was ist die Historie, wer flieht, warum? Wer rettet, wer nicht, was ist meine eigene Haltung zu all den Phänomenen? Wenn ich das bearbeitet habe, dann kann ich anfangen, über eine Form nachzudenken: Wie kann ich das auf die Bühne bringen? Aber eine Bühne könnte auch ein Hörsaal, die Bahnhofshalle oder eine Arztpraxis sein.

Welche Expertise bringen Dariush Beigui und Hajo Tuschy mit und wie funktioniert die Zusammenarbeit mit den Studierenden?
Die beiden sind Profis auf ihrem Gebiet! Der eine ist Menschenrechtsaktivist und Kapitän, der andere Schauspieler und Regisseur. Aber sie fangen auch jedes Mal bei null an. Das gehört zur Natur der Sache – sowohl im Theater als auch im Aktivismus. Sie bringen Empathie mit, Interesse an der Perspektive der Studierenden, Erfahrungen, Geschichten – und vor allem den Wunsch, wirksam zu sein mit dem, was sie tun. Das verbindet sie in jedem Fall mit Studierenden der Sozialen Arbeit. Die Zusammenarbeit funktioniert auf Augenhöhe – Expertinnen und Experten unter sich. Die Ergebnisse zeigen die Studierenden am Mittwoch, 13. Mai im Staatstheater Nürnberg.

Wie leiten Sie die Studierenden an?
Ich versuche, ihre Neugier zu wecken, indem ich sie mit so spannenden Menschen zusammenbringe. Alles, was dann passiert, ist nicht planbar – und schon gar nicht vorzugeben. Dann stehe ich bereit als Gesprächspartner. Ich habe viel Erfahrung mit dieser Art Arbeit – 20 Jahre Praxis an großen Theatern. Aber ich ziehe mich eher zurück. Das ist auch eine Kunst. Manchmal muss man sich als Lehrender überflüssig machen.

Wie gehen die Studierenden mit einem so emotional aufgeladenen Thema um?
Die lassen sich voll auf das Thema ein, ohne doppelten Boden. Sie tauschen sich aus, unterstützen sich gegenseitig. Da sind wir schon bei der Wirkung so einer künstlerischen Arbeit: Das schafft Gemeinschaft, Austausch, Selbstermächtigung. Einige der Studierenden sind spontan und auf eigene Faust nach Sizilien gereist, um sich vor Ort ein Bild der Lage zu machen. Mehr Engagement geht nicht – das macht mich als Professor sehr glücklich! Zuletzt geht es nach Nürnberg ins Staatstheater, dort präsentieren die Studierenden ja im Mai ihren Arbeitsstand und lassen andere Menschen teilhaben an ihrer Suche.

Was ist das Ziel des Masters „Applied Theatre: Theater als Soziale Arbeit“?
Der Titel unseres Programms sagt schon alles. Wir benutzen Theater, Performance, generell Kunst als Methode in der Sozialen Arbeit. Wie können wir mit Menschen, die gemeinhin als Adressierte der Sozialen Arbeit gesehen werden, gemeinsam aktiv werden, Kunst machen, Gemeinschaft bilden? Umgekehrt sucht diese Art Kunst nach Relevanz, nach Wirksamkeit, nach Anwendung. Hier kommt das zusammen.

Wie kam die Zusammenarbeit mit Prof. Thorben Struck zustande?
Man entdeckt gemeinsame Interessen, Haltungen, Themen – dann ergibt sich so eine Zusammenarbeit automatisch. Geht gar nicht anders. Vor allem, wenn man ein Büro teilt wie wir. In diesem Fall hat Thorben die Kontakte mitgebracht, ich die Theaterexpertise, und was wir beide mitbringen, ist das dezidiert politische Interesse an so einem Phänomen wie Flucht und Seenotrettung (mehr darüber hier). Es ist ein andauernder Dialog.

Derzeit hat die Hochschule eine Professur im Kultur- und Sozialmanagement zu vergeben. Wie verzahnt ist die Stelle mit Ihrer Arbeit?
Diese Art von Kunst – oder umgekehrt, diese Art von Sozialer Arbeit – braucht Organisation, Geld, Struktur. Das ist immer auch Kulturmanagement! Wer macht mit? Wo kommt das Geld her? Wie verortet man das Ganze im gesellschaftlichen Umfeld, wie schafft man womöglich nachhaltige Strukturen? Das hat man hier in Coburg an der Fakultät Soziale Arbeit gut und früh erkannt: Kunst, Kulturarbeit, das alles geht nicht ohne Kulturmanagement. Deshalb brauchen wir auch ganz dringend eine neue Kollegin, einen neuen Kollegen!

Die Hochschule Coburg hat derzeit eine Professur für Kultur- und Sozialmanagement. ausgeschrieben.

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