Stipendiatinnen 2026
Gründerinnen von morgen
foundHER unterstützt Frauen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit und stärkt ihre unternehmerischen Fähigkeiten. Die aktuellen Stipendiatinnen zeichnen sich durch Kreativität, Engagement und Mut aus und setzen ihre Gründungsideen in die Tat um. Mit ihren unterschiedlichen Hintergründen, Erfahrungen und Visionen tragen sie zu einem inspirierenden Netzwerk von Gründerinnen bei, das sich gegenseitig unterstützt und motiviert.

Leonie Altmann
EpiPetsia entstand aus unserer eigenen Erfahrung mit unserem epilepsiekranken Hund Nanook. Seit seiner Diagnose begleitet uns dieselbe Unsicherheit wie viele andere betroffene Familien: Passiert gerade ein Anfall? Kann ich meinen Hund alleine lassen? Reichen die Informationen für die nächste Therapieentscheidung? Allein in Europa leben rund eine Million Hunde mit Epilepsie – dennoch fehlt bis heute eine alltagstaugliche Lösung, die betroffene Familien zuverlässig unterstützt.
Aus dieser persönlichen Betroffenheit heraus entwickeln wir ein intelligentes Wearable- und App-System, das Hunde automatisiert überwacht, epileptische Anfälle erkennt, Angehörige in Echtzeit informiert und die Anfallsdokumentation vereinfacht. So möchten wir Tierhaltern mehr Sicherheit im Alltag geben und Tierärzten eine bessere Datengrundlage für Therapieentscheidungen ermöglichen.
Dabei verbinden wir unsere technische Expertise in den Bereichen KI, Sensorik und Produktentwicklung mit unserer eigenen Erfahrung als Betroffene sowie dem engen Austausch mit Hundebesitzern, Tierärzten und Neurologen. Unser Ziel ist es, eine wissenschaftlich fundierte und alltagstaugliche Lösung zu entwickeln, die die Versorgung von Hunden mit Epilepsie und die Lebensqualität ihrer Familien nachhaltig verbessert.
Leonie Altmann wird von Annika Tessmer begleitet.

Stella Aschenbrenner
Erläutere deine Idee in wenigen Sätzen!
KINTAYO® ist ein analoges, modular aufgebautes Kartenset für den psychotherapeutischen Einsatz, das auf dem Prinzip der visuellen Externalisierung basiert. Es unterstützt Therapeut:innen und Patient:innen dabei, depressive Symptome, Belastungsfaktoren und innere Prozesse sichtbar zu machen und strukturiert einzuordnen. Durch die visuelle und haptische Arbeit mit den Karten können depressive Dynamiken, Symptome und innere Prozesse strukturiert sichtbar gemacht werden. Dadurch werden komplexe Zusammenhänge leichter verständlich, Gespräche zwischen Therapeut:innen und Patient:innen unterstützt und der Zugang zur eigenen Erkrankung erleichtert.
Wie bist du auf deine Gründungsidee gekommen? Welches Problem löst du?
Die Idee zu KINTAYO® entstand im Rahmen meiner Bachelorarbeit zum Thema „Verbesserung der Interaktion zwischen Depressionskranken und ihrem Umfeld auf Basis der visuellen Kommunikation“. Während meiner Recherche und Auseinandersetzung mit depressiven Erkrankungen wurde deutlich, dass viele Betroffene Schwierigkeiten haben, ihre Symptome, Gedanken und emotionalen Prozesse zu verstehen, einzuordnen und zu kommunizieren. Zwar existieren bereits visuelle und haptische Tools für den psychotherapeutischen Einsatz, diese sind jedoch meist nicht darauf ausgelegt, die komplexen Wechselwirkungen depressiver Symptome abzubilden. Dabei geht auch die aktuelle Forschung zunehmend davon aus, dass Depressionen häufig keine isolierten Einzelsymptome darstellen, sondern netzwerkartige Symptomstrukturen mit wechselseitigen Einflüssen.
Mit KINTAYO® möchte ich genau hier ansetzen: Das Kartenset unterstützt dabei, individuelle Problemdynamiken sichtbar zu machen und Symptome, Belastungsfaktoren sowie emotionale Zustände strukturiert miteinander in Beziehung zu setzen. Dadurch können Gespräche zwischen Therapeut:innen und Patient:innen erleichtert und der emotionale Zugang zu schwer greifbaren inneren Prozessen unterstützt werden. Gleichzeitig reagiert KINTAYO® auf die zunehmende Belastung psychotherapeutischer Versorgungssysteme: Bereits heute besteht ein deutliches Missverhältnis zwischen der Anzahl depressiv erkrankter Menschen und verfügbaren Therapieplätzen. Durch aktuelle politische Diskussionen über Kürzungen von Therapiestunden verschärft sich diese Situation zusätzlich. KINTAYO® soll Therapeut:innen dabei unterstützen, komplexe Inhalte effizienter und nachhaltiger zu vermitteln, sodass Patient:innen auch zwischen den Sitzungen oder nach Abschluss der Therapie ein Toolset zur Verfügung haben, mit dem sie eigenständig weiterarbeiten können. Dadurch soll langfristig auch die Rückfallprävention gestärkt werden.
Stella Aschenbrenner wird von Julia Lindner begleitet.

Nicole Brückner
Erläutere deine Idee in wenigen Sätzen!
Es ist Zeit für ein innovatives Lernraumkonzept im Bereich der naturwissenschaftlichen Bildung! Dabei steht die Planung modularer Forschungsateliers, die eigenständiges Arbeiten, kreatives Problemlösen und wissenschaftliches Denken gezielt fördern, im Zentrum.
Wie bist Du auf Deine Gründungsidee gekommen? Welches Problem löst Du?
Aufbauend auf meinen Erfahrungen in der Konzeption von Bildungs- und Atelierräumen, unterstützt durch wissenschaftliche und didaktische Ansätze, zielt das Vorhaben darauf ab, aktuelle Erkenntnisse aus Lernforschung und Raumgestaltung in den schulischen Alltag zu übertragen.
Das Problem: Naturwissenschaftlicher Unterricht findet häufig noch in veralteten, wenig flexiblen Raumstrukturen statt, die moderne Lernformen kaum unterstützen.
Meine Lösung: Durchdachte, flexibel nutzbare Raumkonzepte, die experimentelles Arbeiten fördern und Schülerinnen und Schüler aktiv in den Lernprozess einbinden. So entstehen Lernumgebungen, die Neugier aktivieren, Eigenständigkeit stärken und komplexe Inhalte greifbar machen.
Der Innovationsgehalt liegt in der interdisziplinären Verbindung von Raumdesign und naturwissenschaftlicher Didaktik: Es entsteht ein übertragbares Entwurfs-Konzept, das sich evidenzbasiert weiterentwickeln und auf unterschiedliche Schulformen skalieren lässt. Durch die Unterstützung von foundHER soll die Idee prototypisch erprobt, evaluiert und weiterentwickelt werden.
Ziel ist es, ein marktfähiges Angebot zu etablieren, das Bildungseinrichtungen dabei unterstützt, ihre Lernumgebungen zukunftsorientiert zu gestalten, sowie einen nachhaltigen Beitrag zur Stärkung im Bereich der MINT-Bildung zu leisten.
Nicole Brückner wird von Melanie Becker begleitet.

Janine Difour
Erläutere deine Idee in wenigen Sätzen!
Meine Idee: Ich vernetze als Koordinatorin außerschulische Partner wie Vereine, Kulturschaffende und Ehrenamtliche mit Coburger Grundschulen und Ganztagsträgern. Hierbei übernehme ich Planung, Vermittlung und Qualitätssicherung der Angebote, kann diese teilweise selbst umsetzen und unterstütze so die Integration vielfältiger Bildungs- und Freizeitmöglichkeiten für Kinder in den Ganztag – zur Entlastung aller Beteiligten.
Wie bist du auf deine Gründungsidee gekommen? Welches Problem löst du?
Mit dem ab 2026/27 gesetzlich verankerten Ganztagsanspruch für Grundschulkinder steigt der Bedarf an qualitativ hochwertigen Angeboten – doch es fehlen Personal, Netzwerk und Koordination. Viele Vereine und Organisationen, die oft ehrenamtlich wertvolle außerschulische Bildungsangebote anbieten, fürchten, dass Kinder den Weg zu ihnen nicht mehr finden, da sie durch den Ganztag länger in der Schule bleiben. Viele möchten sich innerhalb des Ganztags engagieren, wissen aber nicht wie.
Als Basketballtrainerin mit langjähriger Expertise in der Arbeit mit Kindern im Alter von sechs bis 11 Jahren erlebe ich täglich, wie Sport Begeisterung für Bewegung wecken und Persönlichkeitsentwicklung vielfältig fördern kann. Ich möchte mein Fachwissen und meine Leidenschaft nutzen, um Brücken zu bauen zwischen Schulen und außerschulischen Akteuren – für einen guten Ganztag, der Kindern und Eltern mehr bietet als reine Betreuung.
Janine Difour wird von Friederike Fischer begleitet.

Patricia Firsching
Erläutere deine Idee in wenigen Sätzen!
Ich entwickle Workshops für Frauen, die das Thema mentale Gesundheit, Selbstreflexion und kreativen Ausdruck miteinander verbinden. Die Workshops kombinieren alltagsnahe psychologische Impulse mit kreativen Methoden wie Journaling, Collagen oder Gestaltungsprojekten – ohne Leistungsdruck und mit Fokus auf bewusste Zeit für sich selbst. Ziel ist es, einen niedrigschwelligen Raum für mentale Entlastung, Selbstfürsorge und echte Verbindung zu schaffen.
Wie bist du auf deine Gründungsidee gekommen?
Schon seit vielen Jahren begeistere ich mich sowohl für kreatives Gestalten als auch für psychologische Themen. Gleichzeitig habe ich in meinem Umfeld beobachtet, dass viele Frauen zwar wissen, was ihnen guttun würde, dies im stressigen Alltag jedoch oft nur schwer umsetzen können. Meine Idee verbindet deshalb kreative Methoden mit alltagsnaher mentaler Gesundheitsförderung und schafft einen Raum für bewusste Zeit mit sich selbst.
Welches Problem löst du?
Viele Frauen fühlen sich im Alltag gestresst, reizüberflutet oder mental erschöpft. Obwohl das Bedürfnis nach bewussten Pausen und Selbstfürsorge groß ist, fehlen oft niedrigschwellige Angebote, die mentale Gesundheit alltagsnah und ohne therapeutischen Rahmen zugänglich machen. Meine Workshops schaffen dafür einen kreativen und geschützten Raum, der Reflexion und bewusste Selbstfürsorge ermöglicht.
Patricia Firsching wird von Johanna Bischoff begleitet.

Pauline Heid
Ich entwickle 3D-gedruckte Tischleuchten, die man bald in meinem Online-Shop individuell zusammenstellen kann. Mir ist wichtig, dass Kundinnen und Kunden ihre Leuchte mitgestalten und etwas schaffen können, das wirklich zu ihnen passt – statt einfach ein Produkt von der Stange zu kaufen. So entstehen persönliche Designstücke mit Charakter.
Gerade für individuelle Produkte finde ich 3D-Druck super spannend, weil sich damit freie, skulpturale Formen umsetzen lassen, die mit klassischen Herstellungsverfahren oft schwer machbar sind. Außerdem kann ich on demand produzieren – also nur dann, wenn wirklich bestellt wird, ganz ohne große Lager oder teure Werkzeuge.
Die Idee kam mir, weil ich angefangen habe, Tischleuchten für mein eigenes Zuhause zu drucken. Ich wollte eine warme, ruhige Atmosphäre schaffen und Objekte, die sich bewusst anfühlen und den Raum schöner machen. Genau dieses Gefühl möchte ich auch in andere Zuhause bringen.
Pauline Heid wird von Annica Heilborn begleitet.

Sarah Haust
Mein Name ist Sarah Haust, ich bin 28 Jahre alt und studiere Produktdesign. Im Rahmen meines Studiums beschäftige ich mich mit der Frage, wie Produkte Menschen im Alltag besser unterstützen können. Die Idee zu meinem Projekt entstand aus der Beobachtung, dass viele Ordnungssysteme starr und wenig an individuelle Bedürfnisse anpassbar sind. Deshalb entwickle ich ein modulares, 3D-druckbares Ordnungssystem, das flexibel erweitert, angepasst und repariert werden kann. Mein Ziel ist es, eine nachhaltige Lösung zu schaffen, die sich an die Menschen anpasst – nicht umgekehrt.
Sarah Haust wird von Michaela von Aichberger begleitet.

Elisabeth Haust-Gottschlich
Was steckt hinter hausTgemacht?
HausTgemacht in wenige Worte fassen? Schwierig! Denn ich sprudle nur so vor Ideen. Und setze diese am liebsten sofort in die Tat um. Aber eines haben alle meine Artikel gemeinsam: Sie sind mit Liebe hausTgemacht!
- Liköre, Sirup, Frucht- und Gemüseaufstriche
- Upcycling-Produkte
- Ausgefallene Geschenkidee
Wer steckt hinter hausTgemacht?
HausTgemacht – das bin ich, Elisabeth: Freigeist, Naturmädchen und Basteltante. In gewisser Weise bin ich von meinen vielen Ideen getrieben. Sie umzusetzen ist das, was mich erfüllt.
Bewusster Konsum ist dir wichtig?
Dann bist du bei hausTgemacht genau richtig!
Drei richtig gute Argumente für hausTgemacht.
Elisabeth Haust-Gottschlich wird von Cindy Maaser begleitet.

Tetyana Hryhorenko
Meine Geschäftsidee: KI-gestützte Finanz-Intelligenz
Der Erfolg von Unternehmen hängt stark davon ab, dass sie ihre Finanzen genau verstehen. Ich entwickle ein KI-basiertes Finanz-Tool für kleine und mittelständische Unternehmen. Mein Ziel ist es, Geschäftsinhabern zu helfen, ihre aktuellen Finanzen besser zu verstehen und die zukünftige finanzielle Entwicklung vorherzusagen.
Wie ich auf die Idee gekommen bin
Als MBA-Studentin für Financial Management habe ich bemerkt, dass viele Finanzprozesse repetitiv sind und klaren Regeln folgen. Solche Prozesse können sehr gut durch KI automatisiert werden. Kleine und mittelständische Unternehmen haben oft nicht die Ressourcen für teure Finanzberater oder eine eigene KI-Entwicklung. Deshalb möchte ich mein Wissen nutzen, um eine einfache No-Code-Lösung zu bauen, die Geschäftsinhabern hilft, smartere Entscheidungen zu treffen.
Welches Problem ich löse
Viele kleine Firmen haben kein Fachpersonal für komplizierte Finanzanalysen. Mein Tool hilft hier:
- Wertvolle Einblicke: Die KI gibt wichtige Antworten basierend auf den vorhandenen Finanzdaten.
- Einfachheit: Die Lösung ist intuitiv und auch für CEOs ohne technisches oder finanzielles Wissen leicht zu verstehen.
- Kostenersparnis: Eine KI-Lösung ist viel günstiger als menschliche Arbeit.
- Ressourcen nutzen: Firmen sparen Geld und Zeit, die sie direkt in ihr Wachstum investieren können.
Tetyana Hryhorenko wird von Thomas Knorr begleitet.

Sandra Pollan
Meine App bietet eine barrierefreie Online-Unterstützung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die durch ME/CFS oft vollständig aus dem Schul- oder Ausbildungsalltag gerissen werden. Im ersten Schritt liegt der Fokus auf Jugendlichen im Alter von 14 bis 21 Jahren. Die App schafft einen niedrigschwelligen, digitalen Raum für Krankheitsakzeptanz, Pacing-gerechte Entspannung und sanfte Bewegung, während sie gleichzeitig pflegende Angehörige durch gezielte Aufklärung entlastet.
Die Kernpunkte der Idee:
Fokus auf junge Betroffene: Die Inhalte sind spezifisch für die Lebenswelt von Jugendlichen und jungen Erwachsenen gestaltet, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen (z. B. krankheitsbedingte Schulunfähigkeit bzw. eine hohe Abwesenheit und soziale Isolation). Das Alleinstellungsmerkmal ist die Möglichkeit der Vernetzung zwischen den Betroffenen.
Niedrigschwelliger Charakter des Angebots: Statt belastender Therapietermine vor Ort ermöglicht die App eine therapeutische Begleitung, die jederzeit vom Bett aus in kleinen Etappen (Pacing) durchgeführt werden kann.
Hybrides Konzept: Die App kombiniert Hilfe zur Selbsthilfe für die Betroffenen (Entspannung, Akzeptanz) mit wertvollem Wissen für die pflegenden Angehörigen, um die Versorgung zu Hause zu verbessern.
Es ist eine sofortige Hilfe ohne Barrieren.
Sandra Pollan wird von Svenja Gallasch begleitet.

Eva-Christine Waldherr
Ich bin Teil eines Gründungsteams und entwickle eine Female Business Couture Brand, die Frauen in ihrer Wirkung stärkt und Mode als transformative Kraft für persönliche und gesellschaftliche Veränderung positioniert. Unser Label HER New York setzt auf On-Demand-Produktion nach Maß von zeitloser Kleidung, gefertigt aus nachhaltigen Materialien mit handwerklicher Präzision. So positionieren wir uns bewusst gegen Fast Fashion, Überkonsum und Wegwerfmode und leisten einen Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen 5 (Geschlechtergleichheit) und 12 (nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster) der Vereinten Nationen.
Eva-Christine Waldherr wird von Marie-Christin Ebert begleitet.

