9. Oktober '26
Das Transformationslabor DEMO ist ein multidisziplinäres Reallabor der Hochschule Coburg im Coburger Quartier am Heimatring. Es begleitet das städtische Quartiersentwicklungsprojekt der Stadt Coburg wissenschaftlich und verbindet Forschung, Lehre und kommunale Praxis direkt vor Ort. Ziel ist es, gemeinsam mit der Stadt Coburg, den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie lokalen Akteurinnen und Akteuren tragfähige Wege für die Transformation des bestehenden Quartiers zu entwickeln und zu erproben. Im Transformationslabor DEMO wird „COxScience“ greifbar: Hier zeigt sich, wie die im März 2024 vereinbarte Partnerschaft von Stadt und Hochschule Coburg in der Praxis wirkt.
Verbindung von Forschung, Lehre & kommunaler Praxis
Hintergrund
Das Quartier DEMO entstand in den 1960er-Jahren als Demonstrativbauvorhaben des Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Auftrag des Bundesbauministeriums. Ziel dieser Modelbauvorhaben ist es, innovative städtebauliche, architektonische und wohnungspolitische Ansätze direkt in der Praxis zu erproben, wissenschaftlich zu begleiten und auf andere Kommunen zu übertragen.
Nun soll es erneut Vorbildcharakter erhalten: als Leuchtturm für die Tranformation eines Bestandsquartier, welches die gemeinwohlorintierte und nachhaltige Stadtentwicklung mit sozialen, ökologischen und ökonomischen Aspekten konsequent miteinander verknüpft. Coburg ist eine von elf bayerischen Kommunen, die das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr im Rahmen des Modellprojekts für Innovative Stadtentwicklung „LANDSTADT BESTAND“ bis Ende 2027 fördert. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie bestehende Quartiere durch aktive Bürgerbeteiligung nachhaltig und lebenswert geplant, gestaltet und langfristig weiterentwickelt werden können. Der Entwicklungsprozess ist kooperativ und partizipativ angelegt. Die Stabsstelle Klimaschutz und Nachhaltigkeit der Stadt Coburg bindet die Bewohnerschaft und lokale Akteure von Beginn an über verschiedene Beteiligungsformate ein.
Arbeitsweise
In Seminaren, Semesterprojekten und Abschlussarbeiten setzen sich Studierende mit konkreten Fragen der zukunftsorientierten Quartiersentwicklung auseinander. Ihre Ergebnisse fließen beratend in den Prozess von „Zukunft.DEMO“ ein. Gleichzeitig werden durch die Experten und Expertinnen der Hochschule Coburg Potenziale identifiziert und künftig Forschungs- und Transferprojekte initiiert.
„Im DEMO entsteht ein multifacettiertes Reallabor, das Studierenden, Lehrenden und Forschenden die Möglichkeit gibt, zukunftsweisende Konzepte zu erörtern und gemeinwohlorientierte Lösungen für die Zukunft des Quartiers zu erproben“, beschreibt Prof. Tvrtković den Ansatz.
Das Transformationslabor DEMO bietet der Hochschule Coburg ein Experimentierfeld direkt vor der Haustür. Hier können Disziplinen und Fachbereiche gemeinsam an unterschiedlichen Themenfeldern der Quartiersentwicklung forschen, neue Fragestellungen untersuchen und das Quartier für Lehre und Lernen nutzen. Alle Fachbereiche der Hochschule sind eingeladen, sich mit ihren Kompetenzen einzubringen, etwa zu Städtebau, Beteiligungs- und Transformationsprozessen, Klimaanpassung, Umbaukultur, Sozialraumanalyse, Energiewende, Mobilität und Regenwassermanagement. Viele weitere Themanfelder sind denkbar.
Was ist ein Reallabor?
Text

(c) Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS), Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF)
Umfassende Transformation bis 2040 | Perspektive
Die Stadt Coburg und die Hochschule Coburg verfolgen gemeinsam ein langfristiges Ziel: Bis 2040 sollen nicht nur einzelne Ideen erprobt, sondern belastbare Prozesse für die Transformation des Quartiers etabliert werden. So wird das DEMO zu einem Ort, an dem neue Ansätze direkt im Quartier gelehrt, gelernt, erforscht und erprobt werden.




