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2. Oktober '26

(Natalie Schalk)

„Ja, das sieht toll aus.“ Genesis Soleil Colindres Osortos Entscheidung für Coburg fiel online. Sie kam aus Honduras zunächst nach Berlin, merkte dort aber schnell: „Das ist nicht so mein Stil.“ Jetzt beginnt für sie in Coburg etwas, das sie sich lange vorgenommen hat. Sie will Ingenieurin werden. In diesem Wintersemester ist sie eine von etwa 1.300 Erstsemesterstudierenden an der Hochschule Coburg.

Genesis Colindres will Maschinenbau studieren – auch um ihre Mutter in Honduras zu unterstützen. „Sie ist selbst Ingenieurin, hat eine Firma in San Pedro Sula, dem industriellem Zentrum Honduras‘“, erzählt die 20-Jährige, die seit gut zwei Jahren in Deutschland lebt. „Erst war ich in Berlin.“ Sie schüttelt den Kopf. „Aber das ist nicht so mein Stil. Dann bin ich im Internet auf Coburg gestoßen und habe gedacht: Ja, das sieht toll aus.“ Über das Studienkolleg in Coburg vertiefte sie ihre Sprachkenntnisse und bereitete sich auf ihr Studium vor – jetzt ist sie eine von 1300 „Erstis“, die am 1. Oktober an der Hochschule Coburg ins Studium gestartet sind.

Viele wissen ziemlich genau, was sie wollen

Genesis Colindres hat ein klares Ziel: „In meinem Heimatland fehlen fähige Techniker“, sagt sie und lächelt selbstbewusst: „Ich möchte diese Technikerin werden.“

Auch andere Erstsemester starten mit einem konkreten Plan. Alexander Schneyer zum Beispiel kommt aus Coburg und studiert Informatik. „Schon heute werden Sachen auch von KI gehackt. Wir brauchen Sicherheit in diesem Bereich, deswegen möchte ich mich in Richtung Cybersecurity spezialisieren.“ Die Hochschule kennt der 18-Jährige schon aus seiner Zeit an der FOS. Ihm gefällt die Verbindung von Technik und Praxis. „Ich mag das Setting an der Hochschule. Und ich finde es in Coburg schön.“

Studieren – und leben in Coburg

Oberbürgermeister Dominik Sauerteig begrüßte die Erstsemester am Campus Friedrich Streib und ermunterte sie, Coburg nicht nur als Studienort zu sehen, sondern die Stadt kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen und hier auch außerhalb der Hochschule eigene Orte und Netzwerke zu finden. „Studieren Sie nicht einfach nur in Coburg. Leben Sie hier“, gab er ihnen mit auf den Weg.

Am Campus Design sprach 3. Bürgermeister Hans-Herbert Hartan zu den neuen Studierenden. Mit einem Augenzwinkern sagte er: „Mit Ihrem Schritt, sich für ein Studium in Coburg zu entscheiden – so viel Lokalpatriotismus müssen Sie mir zugestehen – haben Sie alles richtiggemacht!“

Wissen für eine Welt im Wandel

Vizepräsident Prof. Dr. Felix Weispfenning hieß die neuen Studierenden bei den Auftaktveranstaltungen an beiden Coburger Campussen willkommen und begrüßte auch die Erstsemester der Studienorte Kronach, Lichtenfels und Bamberg. Er richtete den Blick auf die Hochschule als Lern- und Lebensort. „Wir bieten Ihnen eine praxisorientierte, zeitgemäße Lehre, eine Lehre, die nicht nur die fachlichen Aspekte des Studiengangs behandelt, sondern die sich auch den aktuellen Herausforderungen unserer Zeit stellt – Klimawandel, Geopolitik bis hin zur Stärkung der Demokratie“, sagte er und fügte hinzu: „Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, nicht nur im Wettbewerb zu bestehen, sondern auch gemeinsam Lösungen zu finden.“

Veränderung gestalten

Wie Veränderung gestaltet werden kann, ist auch das zentrale Thema für Hannah Mason (24), Antonia Baums (23) und Samed Tekin (26), die gerade in den Masterstudiengang Change Management und Transformation starten. „Das ist superspannend, gerade jetzt, wo so viel im Wandel ist“, sagt Hannah Mason. „Ich sehe Change Management als super Möglichkeit, unterstützend zu agieren, mit Unternehmen zusammenzuarbeiten und den Fortschritt zu begleiten und mitzugestalten.“

Antonia Baums hat sich bereits im Bachelor mit Change Management beschäftigt und ihre Abschlussarbeit in diesem Bereich geschrieben. Nach einer Infoveranstaltung der Hochschule stand ihre Entscheidung fest: „Der Studiengang hat mich nicht mehr losgelassen. Dann habe ich gedacht: Ich mach’s jetzt einfach.“ Bei der Veranstaltung lernte sie auch Hannah kennen. Beide kommen aus Nordrhein-Westfalen und wohnen inzwischen mit einer weiteren Studentin in einer Dreier-WG in der Coburger Innenstadt. „Wir zahlen zusammen 950 Euro inklusive Nebenkosten im Steinweg.“ Baums grinst: „Man hat uns gesagt: the place to be.“

Samed Tekin pendelt dagegen aus Kulmbach nach Coburg. Er hat hier bereits seinen Bachelor in Betriebswirtschaft gemacht. „Ich hatte den Schwerpunkt Personalorga und Change Management als Modul. Das hat mir Spaß gemacht und die Dozierenden fand ich auch super. Für mich war die Entscheidung nicht schwierig.“

Nicht alle müssen schon wissen, wohin

Auch Wenzel Kurrle (18) und Lukas Bittel (18) kommen aus Oberfranken, wissen aber noch nicht genau, welcher Studiengang der richtige für sie ist. „Wir fahren von Bamberg mit der Bahn, das geht gut“, erzählt Kurrle. „Wir waren zusammen auf der FOS, sind schon seit der Grundschule Kollegen“, ergänzt Bittel. Beide haben breit aufgestellte Interessen: Wirtschaft, Gesundheitsförderung und Prävention, Bauingenieurwesen. Deshalb nutzen sie das Orientierungssemester, bevor sie sich festlegen. Dabei können die Studierenden Lehrveranstaltungen aus verschiedenen Bachelorstudiengängen kennenlernen und so herausfinden, welche Fachrichtung zu ihnen passt.

Man kommt nicht alleine an

Praktische Tipps zum Studienstart gab’s von Dr. Katja Kessel, Leiterin Studienberatung und Career Service. Alisia Norcia und Fabian Kiesch begrüßten die Studierenden im Namen des Studentischen Parlaments und stellen Möglichkeiten vor, sich über das eigene Studium hinaus einzubringen – etwa im Hochschulchor, in der Bigband oder in studentischen Initiativen.

Am Campus Design haben die Erstis im neuen dreitägigen Format „anCOmmen 2026“ Gelegenheit, mit allen zusammenzukommen, die an der Fakultät Design + Bauen lernen, lehren und arbeiten: Erstsemester, höhere Semester, Dozierende und Mitarbeitende tauschen sich in entspannter Atmosphäre aus. Gerade zu Studienbeginn geht es auch darum, Menschen kennenzulernen, Anschluss zu finden und Freundschaften zu schließen.

Genesis Colindres begegnet am Treffpunkt für Maschinenbau Diego Eduardo Holguin Flores (21) – er kommt ebenfalls aus Honduras, aus der Hauptstadt Tegucigalpa und wohnt bereits seit einem Jahr in Coburg im Studentenwohnheim. Im Stimmengewirr der Säulenhalle wechseln die beiden ganz selbstverständlich zwischen Spanisch, Englisch und Deutsch, während alle sich zu den Einführungen der einzelnen Studiengänge aufmachen.

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