30. Oktober '26
(Natalie Schalk)
Mit dem Wintersemester 2026/27 begann für Prof. Dr. Felix Weispfenning die dritte Amtszeit als Vizepräsident der Hochschule Coburg. Er möchte die Hochschule als Ort für junge Menschen weiterentwickeln und die Zusammenarbeit mit der Region stärken. Er weiß: Die Hochschule kann nicht jedes Problem lösen. Aber sie kann die richtigen Menschen zusammenbringen und gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern aus der Region viel bewegen.
Sie sind seit 2021 in der Hochschulleitung und treten in Ihrer dritten Amtszeit als Vizepräsident für nachhaltige Regionalentwicklung an. Was hat sich in Ihrem Verständnis von Transfer verändert?
Prof. Dr. Felix Weispfenning: Am Anfang stand für mich besonders folgende Fragen im Vordergrund: Wie können wir auf die Hochschule aufmerksam machen, wie holen wir Menschen von außen zu uns, nehmen ihre Fragen auf und arbeiten gemeinsam an Lösungen? Mit der Zeit hat sich mein Fokus verschoben. Wir sind sehr breit aufgestellt, aber wir können nicht jedes Problem lösen. Deshalb konzentriere ich mich heute mehr darauf, wo unsere Stärken liegen, wie wir diese einbringen und wie wir die richtigen Menschen zusammenbringen, um die größtmögliche Wirkung zu erzielen.
Wie geht das konkret?
Wie aus regionalem Austausch konkrete Projekte entstehen, zeigt zum Beispiel unsere Bewerbung um ein neues Technologietransferzentrum im Landkreis. Gemeinsam mit den Wirtschaftsförderungen von Stadt und Landkreis sowie der IHK zu Coburg entstand ein regelmäßiger Austausch, wir haben Workshops mit Unternehmen veranstaltet, unter anderem in der Digitalen Manufaktur. Dabei ging es um die Frage: Was braucht die Region? Aus den Gesprächen ist der gemeinsame Antrag entstanden, für den sich die Partner auch finanziell engagiert haben. Aber das ist nicht alles: Mit viel Vertrauen, Austausch und Zusammenarbeit ist ein Netzwerk entstanden, das uns auch künftig helfen wird, schneller auf die Bedürfnisse der Region zu reagieren und neue Projekte anzustoßen. Für mich ist das die perfekte Kombination: Wir bringen Unternehmen, regionale Partnerinnen und Partner und die Hochschule an einen Tisch, tauschen Perspektiven aus und bündeln unsere Kompetenzen.
Und was verbindet die Menschen an der Hochschule Coburg?
Ich habe vor meiner neuen Amtszeit mit vielen Kolleginnen und Kollegen und mit 131 Professorinnen und Professoren gesprochen, um besser zu verstehen: Wer sind wir eigentlich als Hochschule? Dabei ist mir sehr deutlich geworden, dass es den meisten vor allem darum geht, junge Menschen zu bilden, sie zu begleiten und dabei zu unterstützen, das Bestmögliche aus sich herauszuholen. Wir haben ganz unterschiedliche Kompetenzen und Perspektiven, aber dieses gemeinsame Anliegen verbindet uns. Wenn die Menschen an unserer Hochschule zeigen, was sie begeistert, verbindet uns das auch mit der Region. Das spürte man zum Beispiel in der Langen Nacht der Wissenschaft sehr: Die Forschenden konnten ihre Arbeit zeigen, bekamen Rückmeldungen und merkten, dass ihre Themen andere interessieren. Gleichzeitig entdecken die Besucherinnen und Besucher, was an der Hochschule passiert. Für mich ist das ein wichtiger Teil von Transfer.
Was begeistert Sie persönlich an Ihrer Arbeit?
Am meisten ist das tatsächlich immer noch die Lehre. Ich freue mich, wenn ich in den Hörsaal gehe und mit jungen Menschen in den Austausch komme. Gerade in einem digitalen Zeitalter ist es schön, direkt miteinander zu arbeiten. Wenn ich merke, dass Studierende etwas aufnehmen und sich weiterentwickeln, macht mir das wahnsinnig viel Spaß. Und es ist unglaublich, wie sehr sich junge Menschen verändern. Sie bringen andere Erfahrungen mit als noch vor zehn Jahren, haben andere Vorstellungen davon, was sie erreichen wollen, und gestalten ihren Alltag anders. Das hat großen Einfluss darauf, wie wir lehren und lernen. Das ist sehr spannend.
Wie haben Sie sich in Ihrer Zeit als Vizepräsident verändert?
Ich bin sensibler für kleine Signale geworden, habe aber auch gelernt, mit Belastungen und Unsicherheiten besser umzugehen. Beides braucht man in diesem Job: Man muss Entwicklungen frühzeitig erkennen, darf sich aber nicht von jedem möglichen Risiko aus der Bahn werfen lassen. In der Hochschulleitung sind wir sehr unterschiedlich. Das macht den Alltag manchmal anspruchsvoll, aber man bekommt täglich andere Perspektiven vorgehalten, hinterfragt sich selbst und lernt dazu. Ich glaube, dass wir dadurch am Ende zu besseren Ergebnissen für die gesamte Hochschule kommen.
Was möchten Sie in Ihrer dritten Amtszeit erreichen?
Mir ist wichtig, dass es den Menschen an der Hochschule gut geht und dass wir die Hochschule gemeinsam zukunftsfähig aufstellen. Wir müssen Strukturen weiterentwickeln, damit sie langfristig funktionieren und gute Arbeit ermöglichen. Gleichzeitig möchte ich die Zusammenarbeit mit unseren Partnerinnen und Partnern weiter stärken. In den vergangenen Jahren ist viel Vertrauen entstanden. Darauf können wir aufbauen.





