23. April '26
(Pressestelle)
1888 baute der Coburger Unternehmer Andreas Flocken eine elektrisch angetriebene Kutsche – sie gilt als das erste Elektroauto weltweit. Mit Unterstützung der Hochschule Coburg wurde sie rekonstruiert und nachgebaut und ist nun in einer Ausstellung der Kunstsammlungen der Veste Coburg zu sehen.
Holz, Speichenräder: Auf den ersten Blick sieht die Kutsche nicht nach moderner Technikgeschichte aus. Aber als der Coburger Unternehmer und Tüftler Andreas Flocken damit 1888 über die holprigen Straßen Coburgs rumpelte, staunten die Leute. Das Fahrzeug fuhr ohne Pferde. Der sogenannte „Flocken-Wagen“ war das wohl weltweit erste vierrädrige Fahrzeug, das mit der Kraft der Elektrizität angetrieben wurde. Die originalgetreue Rekonstruktion des „Coburger Elektrowagens 1888 nach Andreas Flocken“ wurde von der Hochschule Coburg unterstützt und ist noch bis zum 28. Juni in einer Sonderausstellung im Untergeschoss des Herzoginbaus der Veste Coburg zu sehen.
Prof. Dr. Marco Denk hat eine Forschungsprofessur an der Fakultät Maschinenbau und Automobiltechnik der Hochschule Coburg inne und leitet das Kfz-Labor. Er unterstützte bei der Entwicklung des antiken Elektromotors. „Dazu wurde ein zeitgemäßer Motor aus einem Museum beschafft, mit moderner Technik vermessen und nachkonstruiert.“ Dabei war auch ein Studierender eingebunden. „In seiner Bachelorarbeit setzte er sich mit dem historischen Elektromotor auseinander und lieferte einen Teil der Grundlage für die Rekonstruktion.“
Vom ursprünglichen Flockenwagen existieren heute nur noch historische Fotografien. „Bei mir haben zwei Studis nacheinander auf Basis nur eines einzigen Bildes und umfangreicher Recherchen ein erstes CAD-Modell für die Kutsche entwickelt“, berichtet Prof. Dr. Markus Stark, Studiengangsleiter im Masterstudiengang Additive Manufacturing and Lightweight Design und Leiter des Instituts für Prototypen- und Modelltechnik (IPM) der Hochschule Coburg. Durch die Vorarbeit konnten erste Anschauungsmodelle mittels 3D-Druck generiert werden. „Das Modell war auch Basis für die Weiterentwicklung bis zur Realisierung des Elektrowagens.“
Früher Innovationsgeist in Coburg
Das Projekt verbindet historische Fragestellungen mit moderner Technik und lokale Geschichte mit aktueller Forschung. Es wurde von MakingCulture mit Unterstützung der Initiative Stadtmuseum Coburg in Kooperation mit den Kunstsammlungen der Veste Coburg realisiert. Dabei unterstützte die Hochschule Coburg dabei, ein Stück Innovationsgeist der Coburger Geschichte wieder zu erwecken: Andreas Flocken (1845 – 1913) war seiner Zeit weit voraus. Mit einer Reichweite von 12 Kilometern und einer Höchstgeschwindigkeit von 12 km/h war seine Kutsche damals eine kleine Sensation. In der Ausstellung ist das rekonstruierte Fahrzeug zu sehen, außerdem wird die Geschichte interaktiv und mit historischen Exponaten beleuchtet.






