29. April '26
Ein Kunstprojekt zur Langen Nacht der Wissenschaften der Hochschule Coburg sucht nach vergessenen Wissenschafts-Pionierinnen und präsentiert ein KI-Porträt der Mathematikerin Emmy Noether.
Viele Frauen aus Coburg haben Bedeutendes geleistet – in Bildung, Wissenschaft und Gesellschaft. Doch ihre Namen sind heute kaum noch bekannt. Nun ruft die Hochschule Coburg bei der Langen Nacht der Wissenschaften am Freitag, 8. Mai, dazu auf, dies zu ändern. Sie lädt alle Besucherinnen und Besucher ein, sich an der Suche nach bisher übersehenen Wissenschaftlerinnen zu beteiligen und Vorschläge einzureichen.
Die Lange Nacht der Wissenschaften bietet am Campus Friedrich-Streib, dem Campus Design und dem ehemaligen Schlachthofareal Ausstellungen, Vorträge und Diskussionsrunden, Einblicke in aktuelle Forschung, Mitmachstationen, Rundgänge in Laboren, Werkstätten und Bibliothek, Lesungen und Vorführungen – 130 unterhaltsame und informative Programmpunkte. In der Säulenhalle am Campus Friedrich-Streib sind dabei KI-gestützte Bildwerke bedeutender Frauen zu sehen.
Unter dem Titel „Versäumte Bilder“ hat die Fotografin Gesine Born vom Berliner Bilderinstitut vergessene Biografien von Frauen recherchiert und mittels KI-gestützter Bildkomposition neue Porträts erstellt. Die KI-Bilder sind dabei kein Ersatz für historische Fotografien, sondern Möglichkeitsräume: Sie zeigen, wie diese Frauen hätten aussehen können – und machen das Versäumnis sichtbar. Die Frauen erhalten dadurch ein Gesicht und kehren ins öffentliche Bewusstsein zurück.
Die Hochschule sucht im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaften eine bedeutende Coburgerin, für die mithilfe Künstlicher Intelligenz solch ein „versäumtes Bild“ entstehen soll. Welche Wissenschaftlerinnen haben große Leistungen vollbracht, ohne je sichtbar geworden zu sein?
In der digitalen Präsentation während der Langen Nacht der Wissenschaften wird auch ein erstmals ausgestelltes Porträt der fränkischen Forscherin Emmy Noether (1882–1935) zu sehen sein. Noether gilt als eine der bedeutendsten Mathematikerinnen des 20. Jahrhunderts – ihre Arbeiten revolutionierten das mathematische Denken grundlegend. Mit ihrer Theorie der Ringe und Ideale legte sie Grundlagen, die weit über die Mathematik hinaus in Physik und Informatik wirken. Zentrale Strukturen der modernen Algebra tragen bis heute ihren Namen: die Noetherschen Ringe.





