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23. Oktober '26

(Pressestelle)

Zwei der drei Hauptpreise beim bundesweiten Hochschulwettbewerb „New Learning Spaces“ gehen an Studierende des Masterstudiengangs Design der Hochschule Coburg. Jule Merkelbach erreicht mit ihrem Entwurf „Learning in Pieces“ den zweiten Platz, Franziska Pfeuffer wird für „Begegnung ist die beste Lehre!“ mit dem dritten Preis ausgezeichnet. Ihre Konzepte zeigen, wie Hochschulräume unterschiedliche Lernformen unterstützen können.

Studierende aus acht Hochschulen hatten sich für den Wettbewerb mit der Frage beschäftigt, wie sich bestehende Hochschulgebäude in zeitgemäße Lernorte verwandeln lassen.

Räume für unterschiedliche Lernbedürfnisse

Jule Merkelbach entwickelt in „Learning in Pieces“ ein flexibles System aus kombinierbaren Modulen. Ihr Konzept unterscheidet vier Lernzustände: konzentrierte Stabilisationsphasen, kreative Explorationsprozesse, interaktiven Austausch und ruhige Reflexion. Daraus entsteht ein räumliches System aus Modulen, die sich je nach Bedarf für unterschiedliche Lernformen kombinieren lassen: vom individuellen Arbeitsplatz über Workshop- und Begegnungsräume bis zu Makerspaces und Rückzugsorten.

„Jeder Mensch lernt anders, und Bedürfnisse verändern sich stetig. Anstatt Bewährtes vorschnell aufzugeben oder unkritisch Trends wie offenem Lernen und Desksharing zu folgen, übersetzt mein Entwurf diese vier Lernzustände in flexible Raumstrukturen. So entsteht ein inklusiver Ort, der Orientierung bietet und selbstbestimmtes Lernen ermöglicht“, sagt die Design-Studentin. „Die Auszeichnung mit dem zweiten Platz ist für mich eine wertvolle Bestätigung dafür, wie essenziell ein sensibles, nutzerorientiertes Lernökosystem für die Architektur von morgen ist.“

Lernen durch Begegnung

Franziska Pfeuffer setzt mit „Begegnung ist die beste Lehre!“ auf den Austausch zwischen Menschen. Ihr Entwurf rückt Begegnung und informelles Lernen in den Mittelpunkt und wertet insbesondere Flure und andere Zwischenräume auf: Sie sollen nicht nur Wege von einem Raum zum nächsten sein, sondern auch Platz für spontane Begegnungen, gemeinsames Arbeiten, Bewegung und Aufenthalt bieten.

„Mir war im Entwurfsprozess besonders wichtig zu verstehen, wie sich Begegnungen auf Lernprozesse an einer Universität auswirken und wie sich durch bewusste Raumgestaltung Zonen schaffen lassen, in denen unterschiedliche Formen der Begegnung stattfinden“, erklärt Pfeuffer. „Da das Verständnis von Lernräumen oft noch sehr statisch ist, habe ich den Fokus bewusst auf spontane, ungeplante und interdisziplinäre Begegnung gerichtet.“ Dafür hat sie ein modulares und mobiles Möbelsystem entwickelt und den Raum entsprechend flexibel eingerichtet. „Der Entwurf hat mir viel Spaß gemacht, und über die Auszeichnung freue ich mich sehr!“

Bestehendes neu denken

Ausgangspunkt für die Entwürfe war das ZPL-Gebäude R12 am Campus Essen der Universität Duisburg-Essen. Die Studierenden sollten die Potenziale des bestehenden Hochschulgebäudes nutzen und Konzepte für zeitgemäße Lern- und Arbeitswelten entwickeln. Insgesamt wurden 23 Entwürfe eingereicht. Die Jury bewertete unter anderem die gestalterische Qualität, Funktionalität, Nutzerorientierung, Nachhaltigkeit und die Umsetzung neuer Lernformen.

Die beiden prämierten Arbeiten entstanden im Rahmen eines Entwurfsprojekts im Masterstudiengang Design bei Prof. Mark Phillips. Er erklärt: „Die Herausforderung bestand darin, ein bestehendes Gebäude nicht einfach neu einzurichten, sondern seine räumlichen Möglichkeiten zu erkennen und daraus neue Lernwelten zu entwickeln. Die beiden ausgezeichneten Arbeiten zeigen auf ganz unterschiedliche Weise, wie sich diese Aufgabe lösen lässt.“

Prof. Dr. Michael Heinrich begleitet die Studierenden als Mentor im Schwerpunkt Humanorientierte Architektur und Gestaltung / Institut Mensch & Ästhetik. Er sagt: „Die Auszeichnung zeigt, wie Studierende gestalterische Konzepte entwickeln, die gesellschaftliche Veränderungen und konkrete Anforderungen an Räume zusammendenken. Gerade bei Lernräumen geht es nicht nur um Möbel oder Raumaufteilung, sondern darum, wie Menschen miteinander arbeiten, Wissen entwickeln und sich konzentrieren können.“

Der Wettbewerb wurde vom Büro bkp in Kooperation mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, der Lindner Group und der Universität Duisburg-Essen durchgeführt. Die Preise überreichten Heiner Kolde, Geschäftsführer von bkp Düsseldorf, Matthias Quinkert, Brand Manager der Lindner Group, und Till Neschen, Duisburger Niederlassungsleiter des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW. Der Betrieb verwaltet das ZPL-Gebäude R12 am Campus Essen der Universität Duisburg-Essen. Dessen geplanter Umbau bildete den Ausgangspunkt für den Wettbewerb.

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