10. Juli '26
(Pressestelle)
Museen bewahren Geschichte. Doch wie bleiben sie dabei auch lebendige Orte der Begegnung? Die Alte Schäferei Ahorn setzt auf einen direkten Weg: Angebote werden nicht nur für Besucherinnen und Besucher geschaffen, sondern mit ihnen. Studierende der Hochschule Coburg und Menschen über 60 entwickeln gemeinsam neue Ideen für das Museum.
Im Projekt „Erfahrung trifft Neugier“ arbeiten 23 Studierende des Bachelorstudiengangs Soziale Arbeit der Hochschule Coburg mit zehn Ehrenamtlichen ab 60 Jahren in gemischten Teams an Museumsangeboten. Lebenserfahrung, Fachwissen und neue Perspektiven ergänzen sich.
Im Transferprojekt unter Leitung von Prof. Dr. Veronika Hammer und Prof. Dr. Christian Holtorf von der Hochschule sowie Museums-Leiterin Dr. Chris Loos entwickeln Studierende gemeinsam mit Ehrenamtlichen konkrete Museumsangebote für die Alte Schäferei Ahorn – kreativ, auf Augenhöhe und mit einem hohen Praxisbezug. „Hier geht darum, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen und resonanzorientierte Angebote in der Region zu stärken“, erklärt Prof. Dr. Veronika Hammer.
Die Vor-Ort-Termine in Ahorn inspirierten zu neuen Ideen. Eine Clusteranalyse ergab vier Projektschwerpunkte, die sich kurz in Bauen, Essen, Kräuter und Wald skizzieren lassen. Die Ehrenamtlichen und die Studierenden arbeiteten intensiv in diesen Workshops: Lehmofenbau „Leb‘ Dein Lehm“, Naturrundweg „Ab in die Natur!“, Gemeinschaftsküche „Geschmack vergangener Zeiten – Gemeinsam erfahren“ sowie die Gestaltung kreativer Produkte aus Kräutern.
Gemeinsam mit der Hochschule eröffnen wir neue Themen und neue Zielgruppen für unser Museum. So wird aus einem Ausstellungsort ein Ort des Austauschs, an dem Menschen unterschiedlicher Generationen miteinander ins Gespräch kommen.
Dr. Chris Loos, Museumsleiterin der Alten Schäferei
Die Mehrfachwirkung des Projekts ist besonders: Es verbindet generationenübergreifende Zusammenarbeit, die Übertragung der Resonanztheorie von Prof. Dr. Hartmut Rosa in die Praxis mit der Entwicklung attraktiver, resonanter Gemeinschaftsformate. Die Ideen richten sich an Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren und Menschen mit Handicap. Kulturelle Bildung und Begegnungen mit Alltagskunst ermöglichen es Menschen in besonderen Lebenslagen, sich auf kulturelle und künstlerische Art und Weise mit der sie umgebenden Welt in Verbindung zu setzen. Daraus entstehen Resonanzen tragen unmittelbar zur Stärkung zivilgesellschaftlicher Kompetenzen bei.
Gleichzeitig qualifizieren sich Studierende in einem Feld, das für kulturelle Einrichtungen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Sie entwickeln antragsreife Förderprojekte und bereiten Drittmittelanträge vor, die an jeweils einschlägige Stiftungen gestellt werden.








