31. Juli '26
(Cindy Dötschel-Langbein)
Rund 45 Semesterprojekte und mehr als 60 Abschlussarbeiten präsentierten Studierende der Fakultät Design + Bauen bei der Werkschau der Hochschule Coburg. Drei Tage lang standen kreative Ideen, innovative Lösungen und der Austausch mit Unternehmen und der Öffentlichkeit im Mittelpunkt.
Perspektive – das ist der Name, den Janine Beyer für ihr Semesterprojekt ausgewählt hat. „Unsere Aufgabe war es, ein Raumkonzept für den Gemeinschaftsbereich einer Wohngruppe mit verhaltensauffälligen Personen in den Niederlanden zu entwerfen“, sagt die Architekturstudentin und nimmt die Abdeckung von einem der Gemeinschaftsräume. Dabei kommt ein Stück Wiese zum Vorschein. „Wer in dem Raum ist, muss nach oben schauen und die Perspektive wechseln, um die Wiese zu sehen – daher kommt auch der Name meiner Arbeit“, sagt Beyer. Für die einzelnen Räume hat sie sich verschiedene Themen überlegt, alle sind an die Natur angelehnt. So hat sie weitere Räume ihres Modells nach den Motto Wolke, Sonne und Orangenbaum gestaltet. Die Studierenden in der Gruppe haben das Gebäude, die Nutzergruppe und den Tagesablauf gemeinsam analysiert – mit den Ergebnissen der Analyse als Basis ging es an die Einzelarbeit. Die Ergebnisse wurden im Rahmen der Werkschau am Campus Design präsentiert. „Es ist sehr spannend, die Endergebnisse zu sehen – die Endprodukte sind sehr hochwertig.“
Drei Tage Programm
Die Werkschau fand Ende Juli auf dem Campus Design und dem ehemaligen Schlachthofgelände, zu dem auch die Designfabrik gehört, statt. „Die Werkschau ist mehr als eine Ausstellung – sie ist eine Einladung, die Energie und Vielfalt unserer Fakultät hautnah zu erleben. Unter dem Motto ,Gestaltung, die bewegt‘ präsentieren unsere Studierenden aus den Studiengängen Architektur, Bauingenieurwesen, Innenarchitektur und Integriertes Produktdesign ihre kreativen Lösungen – von visionären Entwürfen bis zu realen Projekten“, sagte Prof. Dr. Egbert Keßler, Dekan Fakultät Design + Bauen über die Veranstaltung.
Insgesamt wurden die Ergebnisse von rund 45 Semesterprojekten, Stegreifen und Wahlpflichtmodulen sowie über 60 Abschlussarbeiten präsentiert. „Die Studierenden zeigen, wie innovative Produkte, digitale Anwendung und nutzerorientierte Gestaltung Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen wie Nachhaltigkeit, Mobilität und den demografischen Wandel geben können“, sagte Studiendekan Prof. Mario Tvrtkovic über die Ausstellung.
bdia-Preis und Kooperationsrundgänge
Im Rahmen der Werkschau wurden Bachelor- und Masterarbeiten im Bereich Innenarchitektur mit dem bdia-Preis ausgezeichnet. Die vom bdia initiierte Auszeichnung für Studierende stellt regelmäßig herausragende Abschlussarbeiten aus Fachbereichen der Innenarchitektur vor. Prämiert werden Bachelor- und Masterabschlussarbeiten, in Bayern an den Hochschulen Coburg, Rosenheim und der Akademie der bildenden Künste München. Die Auswahl der ausgezeichneten Arbeiten erfolgt im Rahmen eines Rundgangs einer Jury an der Hochschule. Ausgezeichnet wurden Sofia Wenisch für ihre Bachelorarbeit mit dem Thema „Auf Schienen – Mobiler Kindergarten im Zug“ und Alina Gafka für ihre Masterarbeit mit dem Thema „Schwellenraum – Innenarchitektur im Einklang buddhistischer Prinzipien“. Beide Arbeiten wurden von Prof. Dr. Michael Heinrich betreut.
Erstmals wurden in diesem Jahr Rundgänge für Vertretende von Unternehmen, Institutionen und Kommunen angeboten, die an einer Kooperation mit der Hochschule Coburg interessiert sind. Dabei wurden Transferprojektergebnisse aus den Fächern Architektur, Innenarchitektur und Integriertes Produktdesign präsentiert, die Studierende im Rahmen der Lehre unter wissenschaftlicher Begleitung eines Dozierenden in Kooperation mit einem externen Partner umgesetzt haben. So haben beispielsweise Studierende aus dem Fachbereich Integriertes Produktdesign neue Ideen für den Holzspielzeughersteller HEROS aus Lam im Bayerischen Wald entworfen.
Designfabrik zum zweiten Mal bespielt
Keine 100 Meter Luftlinie entfernt vom Hofbräuhaus auf der anderen Seite der B 303 steht die Designfabrik. Der Bereich in und um die Designfabrik auf dem ehemaligen Schlachthofgelände war zum zweiten Mal Teil der Werkschau. Hier wurden Abschlussarbeiten aus dem Bachelorstudiengang Architektur gezeigt. Eine der Studierenden, die das Areal des Aquarias in ihrem Entwurf zu einem Ort für Jugendliche umgestaltet hat, ist Julia Gick. „Ich habe das Aquaria in meinem Entwurf zu einem Musikcampus umfunktioniert – mit Räumen für Veranstaltungen, Proben, Produktionen und zum Zusammenkommen.“ Für die Studentin war die Werkschau eine Möglichkeit, Familie und Freunden zu zeigen, was sie in den vergangenen Wochen erarbeitet hat.

















