31. Juli '26
(Cindy Dötschel-Langbein)
Mit einer Idee für nachhaltige Kunststoffe aus Maisstärke gewann Bioanalytik-Studentin Carla Tischer den zweiten Ideenwettbewerb der Hochschule Coburg. Sie überzeugte die Jury und Publikum mit ihrem Ansatz für mehr Nachhaltigkeit und echte Kostenersparnis in Laboren.
Jedes Jahr entstehen in deutschen medizinischen Laboren bis zu 5,5 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle. Ihre Entsorgung durch Verbrennung setzt rund 16,5 Millionen Tonnen CO₂ frei. Für Carla Tischer war das der Auslöser, nach einer nachhaltigeren Lösung zu suchen. Die 21-Jährige möchte eine Bioplastikalternative aus Maisstärke entwickeln, die in die Kreislaufwirtschaft zurückgeführt werden kann. Mit ihrer Idee gewann sie das Finale des zweiten Ideenwettbewerbs im ITMZ der Hochschule Coburg. „Vor dem Pitch war ich aufgeregter als währenddessen. Ich habe noch nie vor einem so großen Publikum gepitcht.“
Mit dem Gedanken, Maisstärkeplastik zu entwickeln, beschäftigte sich die Bioanalytik-Studentin bereits vor sechs Jahren in der Schule. Im Gründungsprogramm GO! wurde aus der Idee ein konkretes Vorhaben. „Der Gedanke, dass wir das Bioplastik in eine Kreislaufwirtschaft implementieren und unsere Zielgruppe von Laboren auf Medizinprodukthersteller ausweiten, kam auf“, sagt sie.
Im Finale präsentierten zehn Teams ihre Gründungsideen vor Jury und Publikum von rund 50 Personen. Organisiert wurde der zweite Ideenwettbewerb Wettbewerb vom Referat Transfer und Entrepreneurship sowie dem Projekt ERIC.
Zehn von 40 eingereichten Ideen gepitcht
Der Ideenwettbewerb startete im Frühjahr: 40 Teams reichten ihre Gründungsideen ein – darunter Studierende, Mitarbeitende und Lehrende aller Fachrichtungen. Die zehn Teams, die die Vorauswahl meisterten, bereitete Gründungsberater Thomas Nick mit Pitch-Trainings und Präsentationsübungen gezielt auf das Finale vor. „Durch den Wettbewerb haben Hochschulangehörige die Möglichkeit, ihre Ideen und Lösungen in einem sehr frühen Stadium zu präsentieren. Sie sammeln erste Erfahrungen, erhalten Feedback und finden vielleicht Mitstreiter“, sagt Nick.
Prof. Dr. Felix Weispfenning, Vizepräsident für nachhaltige Regionalentwicklung der Hochschule Coburg, ist dankbar, dass der Wettbewerb von der Hochschulgemeinschaft so gut angenommen wurde: „Das Thema Gründen, Gründungsförderung und Entrepreneurship steht auf der Hochschulagenda ganz weit oben. Aus diesem Grund freut es mich umso mehr, dass es insbesondere bei den Studierenden so breite Unterstützung findet. In diesem Jahr sind beim Ideenwettbewerb der Hochschule Coburg doppelt so viele Bewerbungen eingegangen wie im vergangenen Jahr – das ist der Wahnsinn! Wir sind als Hochschule Coburg in diesem Thema auf einem guten Weg und werden die Angebote und Förderungen bedarfsgerecht und zielgerichtet ausbauen.“
Das Thema Gründen, Gründungsförderung und Entrepreneurship steht auf der Hochschulagenda ganz weit oben.
Prof. Dr. Felix Weispfenning, Vizepräsident für nachhaltige Regionalentwicklung
Weispfenning saß gemeinsam mit Prof. Dr. Roman Rischke, Professor für Data Science an der Hochschule Coburg, in der Jury. Ebenfalls Teil der Jury waren Anna Weislein und Sofia Wenisch, die 2025 den zweiten Platz belegten und inzwischen ein Unternehmen gegründet haben. Komplettiert wurde die Jury von Thomas Knorr, CEO und Gründer eines KI-Unternehmens. Darüber hinaus floss das Publikums-Voting in die Entscheidung mit ein.
So geht es weiter
Von ihrer Teilnahme am Ideenwettbewerb profitierte Carla Tischer in vieler Hinsicht: „Ich konnte einige Kontakte knüpfen. Zum Beispiel mit dem Gewinner aus dem vergangenen Jahr und mit Thomas Knorr.“ Auch mit anderen Teilnehmenden tauschte sie sich aus und erhielt fachliches Feedback zu ihrer Bioplastikalternative. Nun arbeitet sie an den nächsten Schritten. „In den nächsten Monaten untersuche ich die Bakterienkolonie, die auf meinem Bioplastik gewachsen ist und versuche es mit Desinfektionsmitteln aufzureinigen. Wünscht mir Glück.“
Den zweiten Platz belegten Heidi Daouk und Leon Wildgans mit „Battware“, ihr Team arbeitet an einem universellen Batterie-Management-System für Second-Life-Speicher. Der dritte Platz ging an Nils Berghold und Marcel Popp mit „TriVision“. Die beiden entwickeln ein LiDAR-basiertes Indoor-Mapping-System für Feuerwehreinsätze.


















