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8. Juli '26

(Nicole Haschke-Hirschauer)

Zehn Jahre Hochschulstandort Kronach – dieses Jubiläum feierten rund 230 Gäste aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und der Region in der Kühnlenzpassage gefeiert. Festreden, Podiumsgespräche und ein abwechslungsreiches Programm boten den Rahmen für einen Abend mit vielen Begegnungen, angeregten Gesprächen und intensivem Austausch. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur der Blick auf das Erreichte, sondern auch die Frage, wie sich der Hochschulstandort in den kommenden Jahren weiterentwickeln soll.

Eine Idee mit klarer Vision

Vor zehn Jahren machten sich die Initiatoren des Hochschulstandorts Kronach Gedanken darüber, wie sich die Region nachhaltig weiterentwickeln lässt. Hans Rebhan, Vorstand der Lucas-Cranach-Campus Stiftung, erinnerte an die Anfänge: „Wir haben uns damals Gedanken gemacht, wie wir die Region voranbringen können. Der Ansatz war eine hochschulorientierte Regionalentwicklung, die auf drei Säulen basiert: Fachkräfte gewinnen, ausbilden und in der Region halten, den Wissenstransfer für die Unternehmen stärken und Leerstände beseitigen.“

Zehn Jahre später ist aus der Idee ein etablierter Hochschulstandort geworden. Heute arbeiten die Hochschule Coburg, die Hochschule Hof und die Technische Hochschule Georg Simon Ohm Nürnberg in Kronach zusammen. Die Studienangebote entstehen in engem Austausch mit Unternehmen der Region und verbinden wissenschaftliche Lehre mit Projekten, Workshops und Vorträgen. So wird Wissen direkt in die Praxis getragen – und Impulse aus der Praxis fließen zurück in die Lehre.

Das Jubiläum bot die Gelegenheit, diese Entwicklung gemeinsam Revue passieren zu lassen. Nach der Eröffnung durch Hans Rebhan, Landrat Klaus Löffler und Dr. Tobias Haaf, Ministerialdirigent im Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, standen zwei Podiumsgespräche im Mittelpunkt. Diskutiert wurde über die Entwicklung des Hochschulstandorts, die enge Zusammenarbeit von Hochschulen, Wirtschaft und Kommunen sowie darüber, wie der Standort auch künftig Fachkräfte sichern und Innovationen in der Region fördern kann.

ZukunftsDesign lebt vom Wandel

Ein Beispiel dafür ist der Masterstudiengang ZukunftsDesign. Das interdisziplinäre Studienangebot verbindet Innovation, Wirtschaft und Technik und entwickelt sich kontinuierlich weiter. Neue Ideen werden erprobt, bestehende Konzepte hinterfragt und an die Anforderungen aus Praxis und Gesellschaft angepasst. Studiengangleiter Prof. Dr. Christian Zagel brachte diese Haltung in einem Satz auf den Punkt: „Wenn etwas nicht funktioniert, dann wird es geändert – bis es passt.“

Welche Möglichkeiten der Standort den Studierenden eröffnet, machte Laborleiter Frank Wunderatsch deutlich: „Warum hier nach Kronach? Weil ihr hier Möglichkeiten habt als Studenten, die es woanders garantiert nicht gibt.“ Der Master richte sich an Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, die neue Geschäftsmodelle denken, Digitalisierung gestalten und den Wandel als Chance begreifen.

Dass der Hochschulstandort vor allem vom Austausch lebt, zeigte sich auch im anschließenden Rahmenprogramm. An Informationsständen, bei Führungen durch das FabLab, Probefahrten zum autonomen Fahren und weiteren Mitmachangeboten kamen Studierende, Unternehmen, Hochschulvertreterinnen und -vertreter sowie Gäste aus Politik und Region miteinander ins Gespräch. Die lockere Atmosphäre bot Raum für neue Kontakte, fachlichen Austausch und gemeinsames Netzwerken.

Söder schickt Videobotschaft

Auch aus der Bayerischen Staatsregierung gab es klare Unterstützung für den Hochschulstandort. In einem Videogrußwort betonte Ministerpräsident Dr. Markus Söder die erfolgreiche Entwicklung der vergangenen zehn Jahre und den weiteren Rückhalt des Freistaats: „Wir wollten jungen Menschen in der Region eine Perspektive bieten. Genau das scheint immer mehr zu gelingen. Den weiteren Ausbau werden wir deshalb als Freistaat Bayern auch künftig unterstützen.“

Die Grüße von Wissenschaftsminister Markus Blume überbrachte Dr. Tobias Haaf, Ministerialdirigent im Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. Er hob die besondere Rolle des Hochschulstandorts für Bayern hervor: „Hier werden Studierende ermutigt, ihre Ideen mutig in die Praxis umzusetzen. Der Hochschulstandort Kronach verkörpert in besonderer Weise das bayerische Staatsziel gleichwertiger Lebensverhältnisse in Stadt und Land. Im vergangenen Jahrzehnt ist weit mehr gewachsen als ein Campus – hier ist ein sichtbarer Innovationsimpuls für die gesamte Region entstanden.“

Gemeinsam weiterdenken

Landrat Klaus Löffler zog zum Jubiläum ein persönliches Fazit: „Ich bin sehr dankbar und stolz, dass wir gemeinsam die Zukunft unserer Heimat gestaltet haben.“ Hans Rebhan machte zusätzlich deutlich, dass die Entwicklung des Hochschulstandorts noch lange nicht abgeschlossen ist. „Ich denke, wir hatten immer einen Plan. Und das war, dass wir bis 2035 1.000 Studierende am Standort haben wollen.“ Dass in Kronach heute drei Hochschulen vertreten sind, sei schon heute etwas Besonderes: „In so einer kleinen Stadt ist das schon außergewöhnlich.“

Das Jubiläum zeigte, wie sich aus einer gemeinsamen Idee innerhalb von zehn Jahren ein fester Bestandteil der Kronacher Bildungslandschaft entwickelt hat. Gleichzeitig machte der Abend deutlich, dass der Hochschulstandort weiterhin in Bewegung ist – getragen von engagierten Partnern, einer engen Zusammenarbeit und dem Anspruch, sich immer wieder weiterzuentwickeln.

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