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15. Juli '25

(Pressestelle)

“Wir wollen wild sein, so wie ein Wildschwein” singt die „Waldwichtel“ Gruppe am Samstag, den 12. Juli bei herrlichem Wetter zum Einzug in ihr neues Domizil – den Waldkindergarten Pinzberg.

Gut zwei Jahre hat das Team um Prof. Dr. Rainer Hirth an dem Forschungsprojekt “Entwicklung eines klimaneutralen, energieautarken, mobilen Raummodulsystems für Waldkindergarten – mit Echtzeittest in einem bayrischen Referenzkindergarten” gearbeitet. Verwendet wurde ausschließlich käfergeschädigtes Holz aus den heimischen Forsten für die tragende Konstruktion, Strohballen vom benachbarten Acker für die Dämmung und Lehm für den Innenputz aus einer Lehmgrube in der Nähe.

„Das Gebäude folgt streng dem Cradle-to-Cradle Prinzip und lässt sich wieder rückstandslos auseinander schrauben, die Materialien wiederverwenden. Nichts ist verklebt, ausgeschäumt oder vernagelt.“ erläutert Prof. Hirth. „Es wird weder ein Presslufthammer noch einen Bauschutt Container notwendig sein, sollte das Gebäude einmal abgebaut werden“. Auf CO² emittierende mineralische Bindemittel wurde verzichtet.

Im BauLab auf dem Coburger Schlachthofgelände wurde das Technik-Modul gefertigt und mit einem Autokran in Pinzberg auf die Wiese versetzt. Beheizt wird der Waldkindergarten mit einer kleinen, besonders effektiven Wärmepumpe. Die notwendige Energie liefert eine große dachintegrierte Photovoltaik Fläche. Es gibt weder Strom- noch Kanalanschluss, statt dessen eine Trockentrenntoilette und gefiltertes Regenwasser.

„Finanziert wurde dieses gelungene Forschungsprojekt vom Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz“ erläutert der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber nicht ohne Stolz, der beim Festakt den Schlüssel Bürgermeisterin Elisabeth Simmerlein und Kindergartenleiter Florian Plachetka symbolisch übergab. Besonders bedankte sich Hirth noch bei den Architekturstudierenden und den Waldwichteln, die beim Lehmputz ihres Kindergartens mitgearbeitet haben: „Ein echtes Reallabor.“

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