16. Juli '26
(Pressestelle)
Auf der Weltkonferenz „Joint Conference on Social Work, Education and Social Development (SWSD) 2026“ in Nairobi stellte Prof. Dr. Andrea Schmelz von der Fakultät Soziale Arbeit der Hochschule Coburg ihre gemeinsame Forschung mit Prof. Dr. Caroline Schmitt (Frankfurt University of Applied Sciences) zur sozialarbeiterischen Katastrophenhilfe vor. Unter dem Leitthema „Harambee – Für eine nachhaltige gemeinsame Zukunft“ brachte die Konferenz Fachkräfte, Forschende und Lehrende aus aller Welt zusammen.
Die SWSD gilt als die global bedeutendste Fachkonferenz der Sozialen Arbeit und wird von der International Federation of Social Workers (IFSW), der International Association of Schools of Social Work (IASSW) sowie dem International Council of Social Welfare (ICSW) ausgerichtet. Das Motto „Harambee“ – Swahili für Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung – steht für globale Solidarität, soziale Gerechtigkeit und die gemeinsame Entwicklung nachhaltiger Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen.
Unter dem Titel „Disaster Social Work in Germany in Times of Climate Crisis: Transformative Community-Based Approaches and International Learning“ stellte Prof. Dr. Andrea Schmelz das Verbundforschungsprojekt TransKat – Transformationswissen für die Katastrophenhilfe vor. Im Mittelpunkt standen der partizipative Forschungsansatz des Projekts sowie erste Zwischenergebnisse des Projekts, an dem Schmelz mit Prof. Dr. Caroline Schmitt von der Frankfurt UAS arbeitet.
Mit der Zunahme von Katastrophenrisiken wächst die gesellschaftliche Relevanz sozialarbeiterischer Katastrophenforschung und -vorsorge auch in Deutschland.
Prof. Dr. Andrea Schmelz
„Der internationale wissenschaftliche Dialog ermöglicht es, voneinander zu lernen und gemeinsam nachhaltige Lösungen zu entwickeln“, erklärt Schmelz. Besonders wertvoll seien dabei die Erfahrungen aus Ländern, die besonders häufig von Katastrophen betroffen sind. „Zugleich sollen wir im Sinne von Harambee globale Solidarität mit jenen Ländern nicht vergessen, die die größten Risiken der menschengemachten Klimakatastrophe tragen, aber über die geringsten Bewältigungsressourcen verfügen.“ Intensiv diskutiert wurde außerdem, wie sich sicherstellen lässt, dass marginalisierte Stimmen im Forschungsprozess angemessen repräsentiert werden.
Im Forschungsprojekt werden in einem Netzwerk von Partnerinnen und Partnern aus der Praxis Wissensperspektiven und -ressourcen aus sozialen Diensten, Bildungseinrichtungen, Vereinen, sozialen und kulturellen Initiativen sowie Dachverbänden der Katastrophenhilfe und -vorsorge zusammengeführt.
Der co-kreative und partizipative Forschungsansatz ist gerade in Katastrophenkontexten von besonderer Bedeutung, da betroffene Menschen über wertvolles Erfahrungswissen verfügen. Sie wissen, welche Unterstützungsangebote gefehlt haben, welche Bewältigungsstrategien sich als wirksam erwiesen haben, und welche Bedarfe Gemeinschaften während und nach Katastrophen tatsächlich haben. Vertiefende Einblicke bot der Vortrag in eines der Kernformate des Projekts: die Transformationsworkshops. Diese befassen sich unter anderem mit folgenden Themen: Traumasensibilität und Ethik, Erinnerungskultur, Risikokommunikation, kunstbasierte Bewältigungspraktiken, Postmigration und professionelle Handlungspraxis. An vielfältigen Beispielen zeigten die Wissenschaftlerinnen, wie kunstbasierte Methoden Belastungen und Gefühle sichtbar machen, neue Bewältigungsmöglichkeiten eröffnen und die Handlungsfähigkeit stärken können. Ergebnisse aus dem kunstbasierten Ansatz sind im neuen Magazin des Deutschen Komitees für Katastrophenvorsorge (DKKV) in einem gemeinsam mit Praxispartnerinnen und -partnern gestalteten Fachbeitrag hier einsehbar.
Von der Pionierforschung zur sozialarbeiterischen Katastrophenhilfe und -vorsorge profitieren Studierende und Fachkräfte unmittelbar. Die anwendungsorientierten Forschungsergebnisse bereiten sie besser auf Katastrophenrisiken in der sozialarbeiterischen Praxis vor. Darüber hinaus stärkte die Teilnahme an der Weltkonferenz die internationale Vernetzung der Hochschule Coburg und eröffnete neue Perspektiven für Forschung, Lehre und Praxis im Bereich der sozialarbeiterischen Katastrophenhilfe.






