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29. Juni '26

(Pressestelle) 

Wie arbeiten Menschen aus verschiedenen Kulturen zusammen? Dieser Frage gingen Studierende der Hochschule Coburg gemeinsam mit einer bulgarischen Partnerhochschule im Modul Internationales Projektmanagement nach. Eine Exkursion nach Sofia zeigte nicht nur, wie Theorie und Praxis zusammenfinden – sie markierte zugleich einen Meilenstein: Mit Katja Kirova hat die erste Studentin des deutsch-bulgarischen Double-Degree-Programms hat mit Katja Kirova die erste Studentin des deutsch-bulgarischen Double-Degree-Programms ihren Abschluss erworben.

Im Rahmen des Moduls Internationales Projektmanagement untersuchten Studierende der Hochschule Coburg gemeinsam mit Studierenden aus Bulgarien, inwiefern die bekannten Kulturmodelle von Hofstede und Hall heute noch aktuell sind. Das Modul wird von Prof. Dr. Eduard Gerhardt an der Fakultät Wirtschaftswissenschaften gelehrt. Die Studierenden entwickelten eine eigene Umfrage, die sowohl in Deutschland als auch in Bulgarien durchgeführt wurde. Ziel war es, aktuelle Einstellungen und Verhaltensweisen zu erfassen und mit den theoretischen Kulturmodellen zu vergleichen. Derzeit werden die Ergebnisse ausgewertet und analysiert.

Internationale Projektarbeit im Studium

Die Zusammenarbeit im aktuellen Projekt erfolgte größtenteils digital. Über OpenProject organisierten und dokumentierten die Studierenden ihre Aufgaben, während sie sich regelmäßig in Sprint-Meetings über Microsoft Teams abstimmten. Dort besprachen sie den Projektfortschritt, planten die nächsten Schritte und verteilten Aufgaben im Team. Gleichzeitig sammelten sie praktische Erfahrungen mit agilen Projektmanagementmethoden.

Kulturelle Unterschiede im Projektmanagement

Während des Projekts wurden kulturelle Unterschiede nicht nur theoretisch untersucht, sondern auch unmittelbar erlebt. Den Studierenden fiel bei der Studienreise insbesondere auf, dass Zeitplanung und Terminverständnis von ihren bulgarischen Projektpartnerinnen und -partnern teilweise anders gelebt wurden als sie es aus Deutschland gewohnt waren. Die Studierenden nahmen zudem wahr, dass Hierarchien im Arbeitskontext stärker betont wurden und Führungspersonen häufig mehr Autorität zukam. Die Projektgruppe musste ihre Arbeitsweise entsprechend anpassen, flexibel reagieren und sich noch intensiver abstimmen.

Studienreise nach Sofia: Einblicke in Politik, Diplomatie und Wirtschaft

Neben der Projektarbeit erhielten die Studierenden vor Ort besondere Einblicke in Politik, Diplomatie und Wirtschaft. Ein Höhepunkt war das Treffen mit Simeon II. von Sachsen-Coburg und Gotha, der eine enge Verbindung zur Hochschulstadt Coburg hat und auf Deutsch von seinem außergewöhnlichen Lebensweg berichtete. Simeon II. war von 1943 bis 1946 als Kind der letzte Zar des Königreichs Bulgarien. Nach der Abschaffung der Monarchie kehrte er Jahrzehnte später in die Politik zurück und war von 2001 bis 2005 demokratisch gewählter Ministerpräsident Bulgariens – als bislang einziger abgesetzter europäischer Monarch, dem eine solche Rückkehr an die Regierung gelang.

Auch der Besuch der Deutschen Botschaft in Sofia bot spannende Einblicke. Botschafterin Irene Maria Plank erläuterte die Aufgaben und Herausforderungen diplomatischer Arbeit und beantwortete Fragen der Studierenden.

Darüber hinaus lernte die Gruppe die Deutsch-Bulgarische Industrie- und Handelskammer (AHK) kennen. Sie unterstützt Unternehmen bei Markteintritten, der Vernetzung und der internationalen Zusammenarbeit und vermittelte den Studierenden einen praxisnahen Einblick in die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Bulgarien.

Double Degree: Erste Absolventin des deutsch-bulgarischen Studienprogramms

Die Reise nach Sofia bot nicht nur Gelegenheit zum wissenschaftlichen Austausch, sondern markierte auch einen Meilenstein der Hochschulpartnerschaft: Das seit 2023 bestehende Double-Degree-Programm zwischen der Hochschule Coburg und der Higher School of Insurance & Finance in Sofia, Bulgarien, brachte mit Katja Kirova seine erste Absolventin hervor. Nach vier Semestern mit ausgewählten hybriden Lehrveranstaltungen an der Hochschule Coburg erhielt sie feierlich ihren Bachelorabschluss im Studiengang Betriebswirtschaft (berufsbegleitend).

Das Doppelabschlussprogramm steht auch Studierenden des Bachelorstudiengangs Betriebswirtschaft der Hochschule Coburg offen. Innerhalb von vier Semestern können sie einen zweiten international anerkannten Bachelorabschluss an der Partnerhochschule in Sofia erwerben. Das International Office unterstützt Interessierte bei der Organisation und berät zu Finanzierungsmöglichkeiten.

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