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20. Juli '16

So schön kann Physikunterricht sein. Schüler und Schülerinnen des Coburger Gymnasiums Ernestinum sollten auf eigene Faust einen Quadrokopter bauen und zum Fliegen bringen. An der Hochschule Coburg gab es dafür die nötige Ausstattung und Unterstützung.
Am Anfang ist Louis Abicht noch etwas zögerlich. Nur ein paar Zentimeter lässt er den Quadrokopter per Fernsteuerung in die Luft steigen. Schließlich hat der 16-jährige Schüler hier eine Menge Zeit und Arbeit investiert. Ein Schuljahr lang haben die 16 Schüler und Schülerinnen der 10 D an ihrem Projekt gefeilt. Begleitet von Physiklehrer Tillmann Leibing und Laboringenieur Martin Holzhaus haben sie den Quadrokopter entwickelt. Seinen Namen verdankt das Fluggerät den vier Propellern, die es in die Luft heben. Und tatsächlich – nach den ersten kurzen Versuchen, lenkt Louis den Quadrokopter hoch in den Himmel über Coburg.
Fernbedienung, Elektronik, Motor, Propeller und Gerüst – alles haben die Schüler und Schülerinnen selber gebaut. „Wir haben verschiedene Gruppen gebildet und jede war für einen anderen Bereich zuständig“, erzählt Schüler Tobias Braun. Wie schwer darf das Gerät sein? Wie groß, dass man es noch steigen lassen darf? Wie liest man die Daten aus, die die Sensoren zu Flughöhe, Position oder Geschwindigkeit übermitteln? Neuland war das auch für Lehrer Tillmann Leibing und Laboringenieur Martin Holzhaus aus der Fakultät Angewandte Naturwissenschaften. Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern recherchieren sie immer wieder, was man beim Bau beachten muss. Auch Studierende unterstützen die Gruppe bei der Arbeit.
Vizepräsidentin Prof. Dr. Jutta Michel ist beeindruckt, dass das Experiment so gut funktioniert hat. Denn das Projekt sei für die Hochschule ein ganz besonderes. Zum ersten Mal habe eine ganze Schulklasse quasi ihren Unterricht in den Laboren auf dem Campus erlebt. „Ich freue mich zu sehen, dass Ihnen das so viel Spaß gemacht hat“, sagt sie an die Schüler gerichtet. „Sie konnten dort die Dinge, die sie in der Schule lernen, wirklich nutzen.“
Auch Schulleiter Bernd Jakob ist stolz auf das Projekt. So stolz, dass sich das Ernestinum damit bei der Schaeffler FAG Stiftung um den „Innovation Award für Schulen“ bewerben will. Vor zwei Jahren hat das schon geklappt. Damals haben sich Schüler und Studierende mit einem selbstgebauten Heliumballon beworben, der bis in die Stratosphäre der Erde geflogen ist. Das Preisgeld nutzte die Quadrokopter-Gruppe jetzt zum Beispiel, um ihre Bauteile zu kaufen. Die Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Gymnasium wird auf jeden Fall in den nächsten Jahren weitergehen.

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